Goslarer Straßennamenkatalog - Wilhelm-Schacht-Weg


Wilhelm-Schacht-Weg

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Der Wilhelm-Schacht-Weg beginnt an der Kurt-Schuhmacher-Allee und findet nach einem bogenförmigen Verlauf dort auch wieder sein Ende. In diesem schönen Weg fühlen sich sogar kleine Hirsche wohl, zu sehen hier, bei der Haus-Nr. 1, „Haus Bambi“. Die Hauswand zieren aus Schmiedekunst mehrere Tannen und eben genannter Weißwedelhirsch und nicht, wie viele annehmen ein junges Reh. Bevor der Wilhelm-Schacht-Weg wenig später seinen ersten Knick nach links macht befindet sich, für diesen Stadtteil eher unüblich, ein unbebautes Grundstück, welches nur mit Gras bewachsen ist und von Fußwegen aus Kies umrahmt wird. Der nächste Knick führt vorbei an 17 Garagen – und 3 separaten Pkw-Einstellbuchten, die vermutlich zu dem Gebäudekomplex der Hausnummern 11-30 des rechts abgehenden Fußwegs gehören. Nun befindet man sich nach einem erneuten, letzten kleinen Knick auf der Zielgeraden zur Kurt-Schuhmacher-Allee. Der Wilhelm-Schacht-Weg wurde 1986 benannt.

Wilhelm Schacht erblickte am 16.12.1889 das Licht der Welt. Mit 15 Jahren trat er der Arbeiterjugend bei und ist sein Leben lang im persönlichen wie im öffentlichen Bereich für die Belange der SPD, der sein Herz gehörte, eingetreten. Er gründete 1907 die „Freie Turnerschaft“ und war 20 Jahre lang ihr Vorsitzender. Sport hält nun einmal jung, würden die Turner sagen, und dabei hatte Wilhelm Schacht, der 1919 in das Bürgervorsteherkollegium in Goslar gewählt wurde und bis 1933 als Vorsitzender der SPD-Fraktion und des SPD Ortsvereins tätig war, in den Jahren des dritten Reiches viel Schweres erdulden müssen. Verfolgung, Verhaftung, Hausdurchsuchungen und Konzentrationslager blieben ihm nicht erspart.

Sofort nach 1945 stellte er sich wieder in den Dienst der Stadt. Als Stadtrat leitete er das Sozialamt bis 1947 und kehrte nach einem einjährigen „Interregnum“ (Zwischenregierung) in Helmstedt wieder in die alte Kaiserstadt zurück. Hier arbeitete er seit 1948 ununterbrochen im Rat der Stadt mit. In der konstituierenden Versammlung des neuen Rates am 30.10.1964 wurde Wilhelm Schacht einstimmig zum 1. Bürgermeister erwählt. In seinem Nachruf zu seinem Tode heißt es: „Mit Bürgermeister Wilhelm Schacht, der der Senior des Rates war, hat Goslar einen Mann verloren, dessen Verdienste um die Stadt und dessen Mitarbeit in den einzelnen Vereinen und Organisationen nicht in Vergessenheit geraten werden.“

Quellen:

  • Schallock, Heinz; von Ol bis Ohlhof 1108 bis 1996, 888 historische Jahre
  • Stadtarchiv Goslar; Goslarsche Zeitung vom 26.04.2004
  • Stadt Goslar, Bauamt; Straßenverzeichnis der Stadt Goslar

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Katalog für Goslar, Rammelsberg, Steinberg, Georgenberg, Sudmerberg und Ohlhof

Der Katalog ist das Ergebnis eines Projektes der Oskar-Kämmer-Schule in Zusammenarbeit mit dem örtlichen Jobcenter, das von der Stadt Goslar, der GMG, der Stadtbus Goslar GmbH und dem Heimatforscher Hans-Günther Griep unterstützt wurde. Ein Team aus 13 Projektteilnehmern hat sich mit der Historie und Namensgebung der Goslarer Straßen beschäftigt und erfasste Straßennamen, fotografierte Straßen, recherchierte bei Bedarf im Stadtarchiv und befragte Zeitzeugen.

Auch wenn das Projektteam stets einen hohen Qualitätsstandard vor Augen hatte, so erhebt dieser Katalog nicht den Anspruch, den Kriterien wissenschaftlichen Arbeitens zu genügen. Auch können Fehler inhaltlicher oder sonstiger Art leider nicht ausgeschlossen werden. Hierfür bitten wir um Verständnis.