Internationale Konzertarbeitswochen

Aus einer einfachen Idee eines Violinprofessors der damaligen Musikhochschule Hannover wurde eine internationale Erfolgsgeschichte: Die Internationalen Konzertarbeitswochen Goslar/Harz. 1975 hatte der Geiger Professor André Gertler die Idee eines Sommerkurses umgesetzt. Heutzutage glänzt der internationale Sommerkurs mit Teilnehmern in den Sparten Kammermusikensemble, Klavier, Geige und Hammerklavier.

Aus den Konzertarbeitswochen (KAW) ist auch das Internationale Musikfest Goslar-Harz erwachsen, das von der KAW-Organisatorin Dagmar Grasemann im Jahr 2002 ins Leben gerufen wurde – beide Veranstaltungen gehen zeitgleich über die Bühne. Aus gutem Grund: „Die Musiker, die sich bei den Konzertarbeitswochen von unseren Professoren den letzten Schliff geben lassen, gastieren dann kurze Zeit später als junge Instrumentalisten beim Musikfest“, erläutert Dieter Freesemann, der mit seinem Team seit sieben Jahren für die Organisation verantwortlich zeichnet.

Konzertarbeitswochen
Konzertarbeitswochen

Der künstlerische Leiter der KAW, Professor Gerrit Zitterbart von der heutigen Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover, ergänzt: „In der heutigen Zeit solche qualitativ hochwertigen Sommerkurse weiterhin international zu halten, ist schwer geworden. Oft fährt ein Dozent mit seinen Studierenden irgendwohin.“ Doch in Goslar sei das Besondere für die Studierenden aus aller Welt eben das Persönliche. Die Unterbringung in Gastfamilien beispielsweise ebenso wie der direkte Kontakt zu den Besuchern der nächtlichen Serenaden. Besonders die Qualität der Dozenten lässt die Studierenden zu den Konzertarbeitswochen kommen.

Prof. Elisabeth Kufferath ist Professorin für Violine an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover. Zuvor war sie Professorin für Violine an der Musikhochschule Detmold und eine Konzertmeisterin der Bamberger Symphoniker. Elisabeth Kufferath ist seit seiner Gründung 1992 Mitglied im Tetzlaff Quartett, das bereits in der Berliner Philharmonie, im Wiener Musikverein, dem Concertgebouw Amsterdam, der Wigmore Hall in London, Carnegie Hall in New York und in Paris, Zürich, Brüssel, Helsinki, Rom, Tokio und Seoul konzertierte. Die erste CD des Tetzlaff Quartetts mit Werken von Sibelius und Schönberg erhielt den Vierteljahrspreis d'Or im März 2015.

Prof. Jan Philip Schulze studierte an der Musikhochschule München und am Moskauer Tschaikovski Koservatorium bei prägenden Lehrerpersönlichkeiten wie Klaus Schilde, Michael Schäfer, Lev Naumov, Dietrich Fischer-Dieskau und Helmut Deutsch. Mit Auszeichnungen auf internationalen Wettbewerben begann er eine besonders vielseitige Karriere, die ihn bis heute als Liedbegleiter, Kammermusiker und Spezialist für Neue Musik regelmäßig auf die großen Podien Europas und Asiens führt und zugleich pädagogische, veranstalterische und editorische Tätigkeiten bündelt.

Prof. Arie Vardi zählt zu den bedeutendsten Pianisten Israels. Er studierte Klavier in Israel und in Basel (bei Paul Baumgartner) und Komposition bei Pierre Boulez und Karlheinz Stockhausen. Nach dem Gewinn des Chopin- Wettbewerbs in Israel und des Enescu- Wettbewerbs in Bukarest konzertierte er weltweit als Solist mit fast allen namhaften Orchestern unter der Leitung von u.a. Paul Paray, Zubin Mehta, David Zinman und Kurt Masur. Sein Repertoire umfasst die kompletten Klavierkonzerte von Bach und Mozart sowie das Gesamtwerk von Debussy und Ravel. Viele seiner RCA-CDs gewannen internationale Auszeichnungen.

Prof. Oliver Wille wurde 1975 in Berlin geboren und begann mit 5 Jahren, Geige zu spielen. Ausgebildet wurde er u.a. an den Musikhochschulen Berlin und Köln, der Indiana University Bloomington sowie dem New England Conservatory Boston. Zu seinen Lehrern gehörten Eberhard Feltz, Christoph Poppen, Mauricio Fuks und Ulf Wallin sowie Walter Levin und Mitglieder des Alban Berg und Cleveland Quartetts. Mit 14 Jahren gründete er das Kuss Quartett. Seit dem Gewinn des internationalen Streichquartettwettbewerbs „Premio Borciani“ 2002 und der Nominierung für das „Rising Stars“ Programm 2003 verfolgt das Ensemble eine intensive internationale Konzerttätigkeit auf allen Kontinenten.

Finanziell unterstützt wird der Sommerkurs, so Dieter Freesemann, durch die Sparkasse Goslar-Harz, die Stiftung Braunschweiger Kulturbesitz und weiteren Sponsoren. Bei freiem Eintritt demonstrieren die Studierenden in einigen Konzerten ihre musikalischen Möglichkeiten.

Die Internationalen Konzertarbeitswochen finden 2016 vom 14. bis 28. August statt.

Weitere Informationen zu den Konzertarbeitswochen:

Internationale Konzertarbeitswochen
Kulturinitiative Goslar e.V.
Robert-Koch-Straße 2 D, 38642 Goslar
Tel. 05321 393199
www.konzertarbeitswochen-goslar.de