Frankenberger Winterabende - nächster Termin am 15. November

Auf in die 21. Saison: Die Frankenberger Winterabende starten zwei Tage nach dem Ende der Herbstferien und der Niedersachsen-Wahl und greifen in sieben Vorträgen plus Diskussion erneut aktuelle historische, politische und theologische Themen auf. Wie schon zwei Jahrzehnte lang finden die Frankenberger Winterabende im Kleinen Heiligen Kreuz statt. Beginn ist jeweils um 20 Uhr, mit einer Ausnahme.

Am 6. März fängt Dr. Michael Lüders bereits eine Stunde früher um 19 Uhr an. Nach Vortrag und traditionellem Imbiss stellen sich die Referenten einer Diskussion mit den Besuchern. Der Eintritt ist frei. Am Schluss wird um eine Spende erbeten.

 

Der zweite Winterabend beschäftigt sich am 15. November (Mittwoch) mit der Frage, warum der Rechtsextremismus vor allem zwischen Elbeund Oder so virulent ist. Iris Gleicke, Ost-Beauftragte der Bundesregierung, macht sich Gedanken zum Thema: „Abgehängt – entvölkert und rechts?“.

Die aus Thüringenstammende Staatssekretärin im Bundeswirtschaftsministerium legte kürzlich die jüngste Untersuchung zur Situation der neuen Bundesländer der Öffentlichkeit vor. Haben Kirche und Gesellschaft die richtigen Lehren aus der Geschichte gezogen?

Am 18. Dezember (Montag) spricht der Goslarer Professor Dr. Johannes Lähnemann über die historisch-theologische Frage: „Lernen aus der Katastrophe? – Kirche und Gesellschaft seit dem Zweiten Weltkrieg“. Der in seiner Heimatstadt wohlbekannte und geschätzte Lähnemann hat die Nachkriegsjahre Deutschlands als Theologe, Religionspädagoge, engagierter Zeitgenosse und als Teilnehmer des interreligiösen Dialogs erlebt. Er liefert Antworten auf die Frage, ob Kirchen und Religionsgemeinschaften gesellschaftlich-politische Entwicklungen Deutschlands seit 1945 beeinflussten im Sinne von erneuernden Impulsen. Insbesondere: Wurden hinreichende Kräfte gegen Extremismus, Terrorismus, Populismus und ungebremsten Kapitalismus mobilisiert?

Auch der nächste Winterabend hat Stadt-Bezug: Am 9. Januar 2018 (Dienstag) liest der in Goslar aufgewachsene Journalist Jürgen Bertram aus seinem Buch „Torschrei – Bekenntnisse eines Fußballsüchtigen“. Bertram produzierte für den NDR den Film „Die Helden von Bern“, der die Fußballweltmeisterschaft 1954 und die Mentalitäten im westlichen Nachkriegsdeutschland thematisierte. Bertrams „Torschrei“ beschreibt ebenfalls den sportlichen wie den gesellschaftlichen Aspekt des Fußballfiebers: Der junge Fan des Goslarer SC leidet unter seinem autoritären Vater, der ihm verbietet, die Spiele seines geliebten Clubs zu besuchen. Aber den Torschrei konnte der Junge hören – ein atmosphärisch dichtes Werk mit Goslar-Kolorit. Während US-Präsident Donald Trump erwägt, den Iran-Vertrag über den Verzicht Teherans auf Nuklearwaffen aufzukündigen, geraten die inneren iranischen Verhältnisse mehr aus dem Blick der Öffentlichkeit.

Die Journalistin und Autorin Dr. Charlotte Wiedemann widmet sich am 30. Januar (Dienstag) gerade diesem Bereich der iranischen Wirklichkeit. Das Land sei viel weniger religiös, dafür aber weltoffener und pragmatischer als nach der Revolution von 1979 geworden, erklärt sie. Deshalb lautet das Thema des fünften Winterabends: „Der neue Iran – eine Gesellschaft tritt aus dem Schatten“.

Der Schriftsteller und Politiker Dr. Robert Habeck kommt schon wenig später am 8. Februar (Donnerstag) nach Goslar. Seit 2012 ist er Umweltminister von Schleswig-Holstein und stellvertretender Ministerpräsident seines Bundeslandes. Von vielen Menschen wird Habeck als „cooler Grüner“ wahrgenommen. Er selbst bezeichnet sich als „Draußenminister“, weil sein Ministerium für alles verantwortlich sei, was draußen ist. In seinem Vortrag „Draußen zwischen allen grünen Stühlen“ geht Habeck unter anderem auf die Konflikte zwischen Landwirtschaft und Umwelt, Fischerei und Meeresschutz sowie Küstenschutz und Nationalpark ein.

Den letzten Winterabend der Saison hält am 6. März (Dienstag) Publizist Dr. Michael Lüders aus Berlin. „Die den Sturm ernten“ ist eine Abrechnung mit der US-Interventionspolitik im Nahen Osten. Lüders These, dass es allein der Westen gewesen sein soll, der Syrien ins Chaos gestürzt hat, ist zwar umstritten. Jedoch rühmen Kommentatoren Lüders gründliche Kenntnisse der Geschichte Syriens. Seine Warnung vor einem von außen unterstützten Regimewechseln belegt er mit Hinweisen auf den Staatsverfall in Ländern wie Afghanistan, Irak, Libyen und Jemen.

Kontakt & Information

Arbeitskreis Frankenberger Winterabend
Frankenberger Plan 8, 38640 Goslar
www.frankenberg-goslar.de