Geschichtsverein Goslar e.V. - Veranstaltungen 2020

Der 1921 gegründete Geschichtsverein Goslar e. V. hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Geschichtsbewusstsein in der Bevölkerung Goslars zu erhalten und zu fördern, heimische Geschichte zu erforschen, die gewonnenen Erkenntnisse zu vermitteln und sich aktiv in die weitere Entwicklung Goslars und der Region einzubringen.

Der Verein hat für das Jahr 2020 wieder ein interessantes Vortragsprogramm erstellt.

Die Veranstaltungen im Überblick:

Donnerstag, 6. Februar 2020 um 19:30 Uhr

Dr. Tillmann Lohse:
1000 Jahre „Kaiserpfalzquartier“
Landkreis Goslar, Klubgartenstr. 6, Großer Saal

Das Siedlungsareal zwischen Abzucht und Rammelsberg, das neuerdings als „Kaiserpfalzquartier“ firmiert, kann auf eine sehr wechselvolle Geschichte zurückblicken. Entscheidend geprägt wurde diese vor allem durch zwei Prestigebauten aus der ersten Hälfte des 11. Jahrhunderts: den königlichen Palast (Pfalz) auf der Anhöhe des Liebfrauenbergs und das zu seinen Füßen platzierte Chorherren-Stift St. Simon und Judas („Dom“). Ursprünglich standen sich beide Bauten nicht bloß räumlich gegenüber, sondern waren auch funktional aufeinander bezogen. Das änderte sich aber bereits im 13. Jahrhundert, als die römisch-deutschen Könige nicht mehr nach Goslar kamen. Seither prägte vor allem der Gottesdienstbetrieb des Stifts die Besiedlung in seinem Umfeld. Die Kleriker des Stifts stammten nun nämlich nicht mehr aus der Hofkapelle, sondern aus dem lokalen Adel. Da sie ihr gemeinschaftliches Leben aufgaben, entstanden im Bereich der ehemaligen Domburg zahlreiche private Wohnhäuser („Kurien“).

An der städtebaulichen Konstellation des späten Mittelalters hat die Reformation nicht viel geändert. Erst die Aufhebung des Stifts (1819) gab den Anstoß zu einer weitgehend ungeplanten Neuordnung der Bebauung: Während die Pfalz im Geschmack des 19. Jahrhunderts restauriert wurde, entstand durch sukzessive Abrisse am Fuße des Liebfrauenberges eine große Freifläche, die erst als Aufmarschplatz, später als Parkplatz genutzt wurde und jetzt anders gestaltet werden soll. Dr. habil. Tillmann Lohse wurde 2009 an der Humboldt-Universität zu Berlin promoviert. Seine 2012 publizierte Dissertation behandelt die Geschichte des weltlichen Kollegiatstifts St. Simon und Judas in Goslar von den Anfängen bis zur Gegenwart. Gegenwärtig lehrt er Mittelalterliche Geschichte an der Freien Universität Berlin sowie der Universität Leipzig.

Donnerstag, 02. April 2020 um 19:30 Uhr

Clemens Cornelius Brinkmann:
Überleben und Profitieren im Dreißigjährigen Krieg – Der Fall des Goslarer Bürgermeisters Henning Cramer von Clausbruch
Landkreis Goslar, Klubgartenstr. 6, Großer Saal

Als Henning Cramer (1584–1646) frisch gewählt 1626 das Bürgermeisteramt in Goslar übernahm, war noch nicht abzusehen, dass der bis dahin ferne Krieg Goslar bald gefährlich nahe rücken würde. Bisher hatten Bürgermeister und Rat nämlich die Reichsstadt am Harz aus den herrschenden Konflikten heraushalten können. Das aggressive Vorgehen Christians d. J. von Braunschweig-Wolfenbüttel gegen die Stadt im März 1626 erforderte jedoch die lange hinausgezögerte Parteinahme Goslars zugunsten von Kaiser und Liga. Vor die Wahl gestellt, eine dänisch-braunschweigische Garnison aufzunehmen oder sich gegen Christian d. J. zur Wehr zu setzen, entschieden sich Cramer, Rat und Bürger für den Kampf. Nach der Abwehr des Herzogs gehörte der Bürgermeister zu den Profiteuren dieser prokaiserlichen Politik. Auf einer Gesandtschaftsreise nach Wien wurde er geadelt und erhielt zudem die Anwartschaft auf ein Reichslehen. Nach der Einnahme Goslars durch die Schweden im Januar 1632 rächte sich dies: Cramer wurde als kaiserlicher Parteigänger offen angefeindet. Nur durch Flucht konnte er Leib und Leben retten. Nach Abzug der Schweden kehrte der Bürgermeister 1637 nach Goslar zurück. Am 12. Januar 1646 wurde er durch eine Pistolenkugel getötet in seiner Stube aufgefunden. Henning Cramer von Clausbruch wurde Profiteur und Opfer im Dreißigjährigen Krieg, der für lokale Eliten politische und ökonomische Handlungsräume eröffnen, sie allerdings im nächsten Moment massiv einschränken konnte. Clemens Cornelius Brinkmann, M.A., M. Ed., ist als wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Abteilung für Lateinische Philologie des Mittelalters und der Neuzeit am Zentrum für Mittelalter- und Frühneuzeitforschung der Georg-August-Universität Göttingen tätig. Sein laufendes Promotionsprojekt befasst sich mit der Dichtung des Späthumanisten Johannes Caselius (1533-1613).

Donnerstag, 07. Mai 2020 um 19:30 Uhr

Helmut Liersch:
Humanistische und frühreformatorische Spuren in Goslar um 1520
Landkreis Goslar, Klubgartenstr. 6, Großer Saal

„Für den Humanismus war in Goslar kein Boden.“ Diese Behauptung des Goslarer Gymnasialprofessors Uvo Hölscher aus dem Jahr 1896 über das frühe 16. Jahrhundert wirkt wie ein „Schlusswort“ in der Sache. In der Folge wurden auch Nachrichten über frühe reformatorische Regungen in der Kaiserstadt bezweifelt oder relativiert. Dennoch stellt sich natürlich die Frage, wie die Gedanken der Wittenberger Reformatoren in die Stadt gelangt und bei wem sie auf fruchtbaren Boden gefallen sind. In der neueren Forschung werden die Zusammenhänge zwischen Humanismus und Reformation gerade in der frühen Phase betont. Auch für Goslar lassen sich solche Bezüge finden. Der Vortrag zeigt auf, dass es durchaus humanistische Bildung und damit Anknüpfungspunkte an die Gedankenwelt von Luther und Melanchthon gab. In einigen Fällen gelingt es, konkrete Personen aus Goslar zu benennen, die bei der Ausbreitung der Reformation überregional eine Rolle spielten.

Helmut Liersch studierte Theologie und war von 1975 bis 1978 Dozent an der Theologischen Akademie Celle, anschließend 16 Jahre lang Pfarrer in Groß Elbe, Gustedt und Klein Elbe, von 1994 bis 2000 Direktor des Predigerseminars der Braunschweigischen Landeskirche, 2000 bis 2011 Propst der Propstei Goslar und Pfarrer der Marktgemeinde. Seit 2000 betreut er die Marktkirchen-Bibliothek Goslar, über deren reformationszeitliche Sammlung er 2017 das Buch „Marktkirchen-Bibliothek Goslar“ herausgab.

Donnerstag, 04. Juni 2020 um 19:30 Uhr

Jürgen Möller:
Mythos „Festung Harz“ – Wie der Harz die Wende an der Westfront bringen sollte
Landkreis Goslar, Klubgartenstr. 6, Großer Saal

Als sich im Frühjahr 1945 die Rote Armee zum Sturm auf Berlin vorbereitet und die Einschließung der deutschen Truppen im Ruhrkessel die Westfront aufreißt, erteilt Hitler den Befehl zur Aufstellung der 11. und 12. Armee aus Resten der zerschlagenen Westfront und frisch aufzustellenden Divisionen aus den letzten Jahrgängen der deutschen Jugend mit dem Ziel des Zurückdrängens der westlichen Alliierten und des Aufbrechens des Ruhrkessels. Hierzu sollte die 11. Armee den Vormarsch der Amerikaner stoppen und den Harz als Aufmarschraum sichern, während östlich des Harzes die 12. Armee aufgestellt und herangeführt werden sollte. Doch der Angriff der amerikanischen Armeen lässt die Pläne schon im Ansatz scheitern. Noch bevor die 12. Armee den Harz erreicht, wird die 11. Armee im Harz eingekesselt. Das kurz darauf erfolgte Umdrehen der 12. Armee nach Osten, um den Angriff der Roten Armee auf Berlin zu stoppen, besiegelt das Schicksal der deutschen Truppen im Harz.

Ihr sinnloser Widerstand und Sterben in den Wäldern des Harzes ist ein Sinnbild für die Brutalität dieses Krieges, an dem auch der Versuch der Mystifizierung eines Kampfes um die „Festung Harz“ nichts ändert. Der Widerlegung dieses Mythos am Beispiel des Nordharzes widmet sich der Vortrag, der auf seinem Buch „Der Kampf um den Harz 1945" beruht. Jürgen Möller wurde 1959 in Gotha/Thüringen geboren, lebt bei Nürnberg und ist Offizier der Bundeswehr im Ruhestand, Autor und Militärhistoriker. Seit 2000 publiziert er in einer eigenen Buchreihe zum Thema „Das Kriegsende in Mitteldeutschland 1945“.

Donnerstag, 02. Juli 2020 um 19:30 Uhr

Dr. Jan Habermann:
Goslar und der deutsche Thronstreit (1198/99-1214) – Die Machtprobe im Norden und ihre stadtgeschichtlichen Folgen
Landkreis Goslar, Klubgartenstr. 6, Großer Saal

Nach dem Tode Kaiser Heinrichs VI. ereignete sich während der ersten Jahreshälfte 1198 eine verhängnisvolle Doppelwahl im deutschen Reich: staufisch-gesinnte Fürsten wählten Philipp von Schwaben, dagegen eine vom Kölner Erzbischof und dem englischen König unterstützte Fraktion den Welfen Otto IV., den zweiten Sohn Heinrichs des Löwen, zum König. Angefeuert durch die Politik Papst Innozenz III. in Rom überzog ein mehr als zehn Jahre dauernder Bürgerkrieg weite Teile des Reiches; ein international verzahnter Konflikt, der erst mit der großen Schlacht von Bouvines (Hauts-de-France, Frankreich) am 27. Juli 1214 seine politische Vorentscheidung fand. Das staufertreue Goslar und das Harzumland waren fast ein Jahrzehnt lang Hauptkriegsschauplatz im Norden des Reiches bis die Kaiserstadt von Truppen Ottos IV. eingenommen und geplündert wurde. Der Referent dokumentiert an Hand von Neubefunden Voraussetzungen und langfristige Folgen der Konflikteinwirkung auf die Entwicklung Goslars sowie auf das Machtgefüge der gesamten Harzlandschaft im europäischen Vergleich.

Dr. Jan Habermann studierte von 2005 bis 2010 Geschichte des Mittelalters, Alte Geschichte und Soziologie; seine Promotion erfolgte 2014 an der Christian-Albrechts-Universität in Kiel. Habermann war Promotionsstipendiat der Gerda-Henkel-Stiftung und Träger des Geschichtspreises der Gesellschaft für Schleswig-Holsteinische Geschichte. Er ist seit 2014 wissenschaftlicher Mitarbeiter im Fachbereich Kultur der Stadt Goslar sowie seit 2016 wissenschaftlicher Beirat im Geschichtsverein Goslar.

Donnerstag, 03. September 2020 um 19:30 Uhr

Dr. Christine Bauer:
Das Goslarer Rathaus – Neue Erkenntnisse zur Baugeschichte
Landkreis Goslar, Klubgartenstr. 6, Großer Saal

Seit 2010 wird das Goslarer Rathaus in Etappen umfangreich saniert und einer neuen Nutzung als „Welterbe – Info – Zentrum“ zugeführt. In diesem Zusammenhang war es möglich, erstmals in bisher verdeckte Bereiche des Rathausbaus zu blicken und vorhandene hölzerne Bauteile mit Hilfe naturwissenschaftlicher Methoden (Dendrochronologie) zu datieren. Ergänzt durch bautechnische und restauratorische Untersuchungen kann auf dieser Grundlage die Geschichte des Goslarer Rathaus nun genauer gefasst, zum Teil auch neu geschrieben werden. Obgleich die Archivalien bereits für das 13. Jahrhundert ein Rathaus („domus consulum“) in Goslar nennen, ging man bisher davon aus, dass die vorhandene Bausubstanz dem 15. und 16. Jahrhundert entstammt und Reste eines eventuellen Vorgängerbaus nicht mehr vorhanden sind. Eher zufällig kristallisierte sich im Rahmen der Baumaßnahmen ein mittelalterlicher Kernbau heraus, der in das Jahr 1295 datiert werden konnte.

Darüber hinaus lassen sich am Rathaus zahlreiche Bau- und Umbaumaßnahmen darstellen, die den Stilepochen der Spätgotik, der Renaissance, des Barocks und des Historismus zugeordnet werden können. Sie geben Zeugnis von den wirtschaftlichen Blütephasen der Stadt und spiegeln den jeweiligen Zeitgeschmack der Bürgerschaft wider. Der Vortrag bietet einen Einblick in die Bauforschung am Rathaus und wird durch eine separat angebotene Führung durch das Gebäude ergänzt. Dieser Termin wird am Vortragsabend bekannt gegeben. Dr. Christine Bauer, Studium der Geschichte und Europäischen Ethnologie (Schwerpunkt Haus- und Bauforschung) an der Universität Marburg. Promotion über die Einflüsse landesherrlicher Baugesetzgebung auf das Bauwesen. Berufliche Tätigkeiten in den Bereichen Denkmalinventarisation, Denkmalpflege und Handwerkerfortbildung. Seit 2002 Angestellte der Stadt Goslar als Denkmalpflegerin bzw. Welterbe-Beauftragte.

Donnerstag, 08. Oktober 2020 um 19:30 Uhr

Dr. Donald Giesecke:
Jüngere Militärgeschichte des Harzes
Landkreis Goslar, Klubgartenstr. 6, Großer Saal

Mit der Kapitulation des Deutschen Reiches am 8. Mai 1945 endete auch endgültig das Kriegsgeschehen des Zweiten Weltkrieges im Harz. Die Einteilung Deutschlands in Besatzungszonen sollte folgen und mitten durch den Harz die Grenze zwischen der Sowjetunion und den westlichen Alliierten ziehen. Im Laufe der ersten Jahre nach Kriegsende spitzte sich der Ost-West-Konflikt immer weiter zu: Dem Warschauer Pakt stand die NATO gegenüber – beide bis an die Zähne bewaffnet mit einem ungeheuren Vernichtungspotenzial auf beiden Seiten. Wie entwickelte sich die Situation im Harz? Welche militärischen Operationen, Objekte und Einheiten standen sich im Harz gegenüber? Wie waren die Planungen und mit welchen Konsequenzen hätte der Harz im Falle eines bewaffneten Konfliktes rechnen müssen? Mit der friedlichen Revolution 1989 endete 1990 die im Grunde unerträgliche Situation der innerdeutschen Grenze, und künftig scheint eine militärische Auseinandersetzung hier in weite Ferne gerückt zu sein.

Im Vortrag werden die militärischen Systeme beider Seiten in der Harzregion dargestellt und die Übergänge, die zur angenehmen Situation eines gemeinsamen Harzes führten, erörtert. Dr. Donald Giesecke ist selbstständiger Zahnarzt in Goslar und war bis 1992 als Oberfeldarzt der Bundeswehr zuletzt auf dem Fliegerhorst in Goslar tätig. Bis 2012 leitete er die Sektion Goslar der Gesellschaft für Sicherheitspolitik e.V., jetzt in der Funktion des stellvertretenden Landesbereichsleiters aktiv. Von ihm liegen diverse Veröffentlichungen über den Fliegerhorst und militärgeschichtliche Themen der Stadt Goslar vor.

Donnerstag, 19. November 2020 um 19:30 Uhr

Dr. Thomas Kellmann:
Das bürgerliche Brauwesen im Mittelalter und in der frühen Neuzeit – dargestellt am Beispiel der Braudielenhäuser in der Stadt Einbeck.
Landkreis Goslar, Klubgartenstr. 6, Großer Saal

Das Braudielenhaus, wie es bis in das 17. Jahrhundert zum Hausbrauen der brauberechtigten Bürger verwendet wurde, ist keineswegs ein örtlich auf Einbeck begrenztes Phänomen. Seine Verbreitung erstreckte sich über den gesamten mitteleuropäischen Raum. Als besonderer Bautypus war das Braudielenhaus auch in Goslar vertreten. Am Beispiel der Bier- und Hansestadt Einbeck mit ihren 723 Hausstellen mit Braugerechtigkeit noch im Jahr 1616 wird diese Einwicklung von den Anfängen bis zur Einrichtung fester Brauhäuser beschrieben. Das Braudielenhaus löste seit dem 14. Jahrhundert ältere, mittelalterliche Hausformen wie den Saalgeschossbau und Zwischenformen wie das Vorderhaus mit Kemenate nach und nach ab. Wie funktionierte dieses Haus, wo wurde das Braumalz gedarrt, wo wurde der Sud gebraut, wo fand die Gärung statt, wo kochte und wohnte die Familie des Brauers? Der Hausbestand in Einbeck mit rund 100 erhaltenen Braudielenhäusern, 50 Dachwerken und 500 Gewölbekellern gibt den Blick frei auf den bürgerlichen Reichtum, bevor die Landesherren und der Dreißigjährige Krieg im 16./17. Jahrhundert diese Phase bürgerlichen Reichtums beendeten.

Dr. Thomas Kellmann hat an den Universitäten Trier, Freiburg im Breisgau, Amsterdam und Berlin Geschichte und Kunstgeschichte studiert, bevor er 1990 als promovierter Kunsthistoriker in die Denkmalpflege am Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege in Hannover eintrat. Dort startete er u.a. in der Stadt Goslar 1992 mit der Ausweisung des Fliegerhorstes und den Denkmalverzeichnissen der Oberharzer Bergstädte. Neben einer langjährigen Gebietsreferententätigkeit in der praktischen Denkmalpflege und als Referent für städtebaulichen Denkmalschutz veröffentlichte er von 2017 bis 2019 drei Bände zur Baugeschichte der Stadt Einbeck innerhalb der Reihe der Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland.

Donnerstag, 03. Dezember 2020 um 19:30 Uhr

Veit Dresely:
Rettungsgrabungen im Vorfeld des Baus der B 6n/A 36 im Vorharz – Ein archäologischer Querschnitt durch eine reiche Kulturlandschaft
Landkreis Goslar, Klubgartenstr. 6, Großer Saal

Der Neubau der B 6n, der heutigen A 36, stellte die archäologische Denkmalpflege in Sachsen-Anhalt zu Beginn dieses Jahrtausends vor große Herausforderungen. Die schiere Größe der betroffenen Flächen in einer extrem reichen Fundlandschaft machten die Organisation und Umsetzung einer der größten archäologischen Rettungsgrabungen notwendig, die zumindest in Mitteldeutschland in den vergangenen Jahrzehnten durchgeführt wurden. Am Beispiel des mittleren Abschnittes im Großraum Quedlinburg sollen die vielfältigen und teilweise herausragenden Ergebnisse vorgestellt werden, die einen völlig neuen Einblick in die kulturhistorische Tiefe und Vielfalt dieses Siedlungsraumes erlauben. Veit Dresely studierte Ur- und Frühgeschichte, Anthropologie und Geologie an der Eberhard-Karl-Universität in Tübingen, wo er 1993 über schnurkeramische Grabfunde im Taubertal (nördliches Württemberg) promovierte. Seit 1993 ist er beim Landesamt für Denkmalpflege Sachsen-Anhalt in verschiedenen Funktionen tätig.

Zunächst als Gebietsreferent im Nordharz tätig übernahm er das landesweit agierende Referat für archäologische Großvorhaben und schließlich die Leitung der Bodendenkmalpflege. Derzeit hat er die Leitung der Abteilung „Übergreifende Fachdienste“ inne. Sein besonderes wissenschaftliches Interesse gilt vor allem der interdisziplinären Verknüpfung von Archäologie und Anthropologie.

Kontakt & Information

Geschäftsstelle des Geschichtsvereins im St. Annenhaus (geöffnet: 1. Donnerstag 9 und 12 Uhr)
Telefon 05321 3182757 (auch außerhalb der Öffnungszeiten)
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! 

 

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