Goslarer Vielfalt: Veranstaltungen, Termine, Freizeit-Tipps

Acht reizvolle Konzerte - ein neuer Orgelsommer auf der Treutmann-Orgel in Grauhof

Zum 23. Mal lädt der Förderverein der Treutmann-Orgel alle Freunde des hochklassigen Orgelspiels zu 8 Konzerten in die Grauhofkirche ein. An allen Sonntagen vom 2. Juli bis 20. August, jeweils um 17 Uhr, beginnen die ca. einstündigen Konzerte in der Stiftskirche in Grauhof, in der sich eine der größten, fast vollständig original erhalten gebliebenen Instrumente aus dem mitteldeutschen Orgelbau der Barockzeit befindet.

Die Orgel ist in Fachkreisen weltweit bekannt und gilt klanglich als ein besonders herausragendes Beispiel der Orgelbaukunst, die anderen berühmten Barockorgeln, z. B. von Gottfried Silbermann oder Arp Schnitger absolut ebenbürtig ist.

Insgesamt bietet der diesjährige Orgelsommer in Grauhof ein besonders vielfältiges Programm, bei dem es sich durchaus lohnt, über ein Abonnement nachzudenken.

Kirche Grauhof
Kirche Grauhof

Die einzelnen Veranstaltungen:

Am Sonntag, 9. Juli, wird Martin Hofmann, der langjährige Betreuer der Treutmann-Orgel, auf der Orgelbank Platz nehmen. Martin Hofmann ist als Organist der Hahnenkleer Stabkirche durch viele Konzerte und mehrere CD-Aufnahmen bekannt und hat sich intensiv mit dem Spiel auf historischen Instrumenten beschäftigt. Am 9. Juli wird er Werke von Johann Sebastian Bach Werken von Erland Hildén gegenüberstellen, einem zeitgenössischen schwedischen Komponisten, der seine Werke speziell auch für das Spiel auf historischen Instrumenten konzipiert hat. So ist von diesem Komponisten auch die B-A-C-H Mass for Organ zu hören, die sich in ihrer Machart an die Minimal Music von Philip Glass anlehnt.

Am Sonntag, 16. Juli, wird dann Giulia Biagetti aus Lucca/Italien in Grauhof zu Gast sein. Giulia Biagetti ist Organistin der Kathedrale von Lucca, leitet den Domchor St. Cäcilia, unterrichtet Orgel und Gregorianik am Konservatorium Luigi Boccherini in Lucca, Klavier und Orgel an der Diözesan-Kirchenmusikschule A. Baralli und im Erzbischöflichen Priesterseminar und leitet als Professorin eine Orgelklasse an der Hochschule für Musik in Lucca. Sie organisiert das jährliche Orgelfestival der Stadt Camaiore und das Musikfestival von Lucca. Als Solistin ist sie in ganz in Italien und anderen Ländern Europas regelmäßig Gast auf bedeutenden Instrumenten in Kirchen und Konzertsälen. In ihrem Konzert am 16. Juli wird sie Werke vom 17. bis zum 20. Jahrhundert spielen, u. a. von Heinrich Scheidemann, Johann Sebastian Bach, Sigfried Karg-Elert, Jan Nieland und Jan Zwaart.

Am 23. Juli wird Musik für Alphorn, Posaune und Orgel erklingen. Ein für die Grauhofer Konzertbesucher „alter Bekannter“ wird nach vielen Jahren wieder einmal zu hören sein: Prof. Armin Rosin, der an der Orgel von Georg Oberauer, beide aus Stuttgart, begleitet wird. Als Solist nahm Rosin eine einzigartige Karriere: Er bespielte in den 70er Jahren die weltweit allererste Schallplatte mit Posaunen-Konzerten und es gelang ihm, die Posaune als Solo-Instrument in die Konzertsäle Europas neu einzuführen. Seitdem spielte er unter vielen namhaften Dirigenten und nahm fast das gesamte Repertoire für Solo-Posaune auf CD auf. Er ist Träger von zahlreichen Musik- und Kunstpreisen. Georg Oberauer ist Dozent mit Lehrauftrag für Orgel-Literatur und Orgel-Improvisation an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover. Er ist Preisträger mehrerer Wettbewerbe. Das Programm beinhaltet neuere Werke von Nimra Korinthos und Armin Rosin, Werke von William de Fesch und Johann Sebastian Bach und romantische Kompositionen von Max Reger und Alexandre Guilmant.

Am 30. Juli ist Prof. Mark Steinbach aus Boston/U.S.A. zu Gast. Neben Werken von Johann Sebastian Bach (u. a. das Pièce d’ Orgue) spielt Steinbach als Verfechter neuer Musik auch Kompositionen u. a. von Anton Heiller, Philip Glass und von Komponisten der Brown University als Erstaufführungen in Grauhof. Mark Steinbach ist Professor und Kurator der Instrumente an der Brown University in Boston/USA Eine CD-Aufnahme mit den Orgelwerken von Anton Heiller aus Wien, bei dem Mark Steinbach auch studierte, erhielt höchste Anerkennungen und wurde auch in nationalen Radioprogrammen in den USA ausgestrahlt.

Ein Sonderkonzert am Dienstag, den 1. August, ausnahmsweise um 19:30 Uhr, würdigt das Weihejubiläum der Stiftskirche, die am 1. August 1717 geweiht wurde. Mitglieder des bekannten Johann-Rosenmüller-Ensembles werden dann Kompositionen aus der Entstehungszeit der Kirche u. a. von G. P. Telemann, C. Bernhard und J. Rosenmüller spielen. Dabei wird die Orgel im Zusammenspiel mit Zink, Dulzian, Gesang und Blockflöten erklingen. Solche oder ähnliche Musik wird vermutlich auch vor 300 Jahren in Grauhof gespielt worden sein. Arno Paduch und Kristina Filthaut werden mit der Begleitung von Martin Hofmann dieses Konzert gestalten.

Am 6. August wird um 17 Uhr Maria Bennemann aus Köln spielen. Sie stammt aus Goslar und ist als Kirchenmusikerin in Longerich und Lindweiler tätig. Sie kann auf eine langjährige Tätigkeit als Orgel-, Klavier-, Musiktheorie- und Stimmbildungspädagogin sowie auf eine rege Konzerttätigkeit als Klavier- und Orgelsolistin und Begleiterin zurückblicken. In ihrem Konzert sind Werke von Nicolaus Bruhns, Gottfried August Homilius, Johann Sebastian Bach und Louis-Nicolas Clérambault zu hören.

Am 13. August bestreiten der Bariton Johannes Weinhuber aus Leipzig und Propsteikantor Gerald de Vries aus Goslar ein abwechslungsreiches Programm mit Kompositionen von Max Drischner, Petr Eben, Bach, Händel, Distler und Schütz, das den Titel „Mein Geist freuet sich Gottes, meines Heilandes“ trägt. Johannes Weinhuber übt eine rege Tätigkeit als Konzertsänger aus, ist Mitglied des Rundfunkchores Leipzig, Preisträger mehrerer Wettbewerbe und erhielt für die Rolle von Wolfram von Eschenbach im Tannhäuser von R. Wagner ein Stipendium des Richard Wagner Verbandes. Gerald de Vries erhielt seinen ersten Orgelunterricht bei Reinhard Ruge an der Arp-Schnitger-Orgel in der Ludgerikirche in Norden. Er studierte Kirchenmusik an der Hochschule für Ev. Kirchenmusik von Westfalen in Herford und legte dort auch die künstlerische Reifeprüfung im Fach Orgelliteraturspiel ab. Er ist nicht nur als Organist viel gefragt, sondern hat auch schon viele Oratorien mit der Goslarer Kantorei als Dirigent erfolgreich zur Aufführung gebracht.

Schließlich ist dann am 20. August der Dommusikdirektor des Hohen Domes zu Hildesheim, Thomas Viezens, in dem Abschlusskonzert der diesjährigen Reihe zu hören. Neben Organistendiensten ist mit seinem Amt auch die verantwortliche Leitung der Hildesheimer Dommusik verbunden. Für die Diözese Hildesheim ist Viezens seit 1992 auch als Orgelsachverständiger und seit 1998 als Referent für Kirchenmusik im Fachbereich Liturgie des Bischöflichen Generalvikariates Hildesheim tätig. Thomas Viezens wird Werke von Georg Böhm, Dietrich Buxtehude, Thomas Holzmann und Johann Sebastian Bach spielen,

Karten zu 10 Euro (bzw. 7 Euro für Vereinsmitglieder) erhalten Sie an der Tageskasse; Abbonnementpreis für alle Konzerte: 55 Euro (bzw. 37 Euro für Vereinsmitglieder). Die Karten erhalten Sie in der Tourist-Information am Marktplatz, Tel. 05321 78060

Kontakt & Information

Verein der Förderer der Treutmann-Orgel von 1737 in der Stiftskirche Grauhof e. V.
Ansprechpartner: Martin Hofmann
Tel. 05321 469192
E-Mail Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
www.treutmann-orgel.de