Frankenberger Winterabend - nächster Termin am 18. Oktober

Nun schon zum 22. Mal laden die Organisatoren der Frankenberger Winterabende ihre Gäste zwischen Oktober und März zu gleichermaßen spannenden und informativen Vorträgen aus fast allen Wissensgebieten in das Kleine Heilige Kreuz ein.

Die neue Saisaon 2018/2019 umfasst sieben Auftritte, die eine Mischung aus höchst aktuellen Fragestellungen und der ewigen Liebe zur Weisheit, der Philosophie, darstellen. Die Winterabende beginnen um 20 Uhr.

Alle Veranstaltungen im Überblick:

Gruseln allein reicht nicht. Die Winterabende starten am 18. Oktober zum Thema Nordkorea.

Dem Arbeitskreis „Winterabende“ ist es gelungen mit Professor Dr. Rüdiger Frank den europäischen Experten für Nordkorea zu gewinnen. Der Referent selbst weist darauf hin, dass es viele Gründe gibt, sich vor diesem Land und seiner politischen Führung zu gruseln, aber: „Gruseln allein aber  reicht nicht.“

In den Medien, aber auch bei vielen Menschen persönlich, wird auf Nordkorea besonders geachtet. Dieses liegt einerseits an dem Atomwaffenprogramm und den systematischen Menschenrechtsverletzungen in einem für uns absurd wirkenden politischen System. Hinzu kommen weitere Faktoren: Gerade der Mangel an fundiertem Wissen, der schwierige Zugang, die geographische wie kulturelle Distanz helfen dabei, klare (Vor)Urteile  zu entwickeln und an diesen auch festzuhalten.

Rüdiger Frank
Rüdiger Frank

Oft  fungiert Nordkorea für uns als ein Ersatz für den nach dem Ende des Kalten Krieges abhanden gekommenen dunklen "Anderen". Wer jedoch differenzierter denkt und sich intensiver informiert kann feststellen: so einfach kann es nicht sein. Und in der Tat hat Nordkorea neben seinen finsteren Seiten auch erstaunlich bunte und vielseitige Aspekte zu bieten. Die Gesamtheit der Eigenschaften des Landes muss man begreifen, wenn man nach Lösungen sucht. Eine Reise kann dabei helfen, und zwar mit offenen Augen und Ohren und ohne ideologische Scheuklappen. Doch es tobt ein Propaganda-Krieg. Während Nordkorea im Westen als Hölle dargestellt wird, versucht der Staat dem Reisenden mit wirklich allen Mitteln den Eindruck eines Paradieses zu vermitteln. Da verliert man schnell die Orientierung; ohne solide Vorbereitung und kundige Begleitung kann man sich im ideologischen Nebel schnell verlaufen. Rüdiger Frank kennt Nordkorea mit all seinen widersprüchlichen Seiten seit fast drei Jahrzehnten und bietet mit seinen Büchern und Vorträgen eine Hilfestellung zur trittsicheren Wanderung entlang eines schmalen Grates zwischen Schein und Sein an.

Prof. Dr. Rüdiger Frank lehrt an der Universität Wien. Er ist der Spezialist für Nordkoreafragen, weil er die verschiedensten sozialistischen Systeme von innen kennt, in Nordkorea studieren konnte, bevor er zu Koreanistik in Berlin arbeiten konnte.  Von der Frankfurter Allgemeinen Zeitung wurde er als einer der einflussreichsten Ökonomen Deutschlands bezeichnet. Auch in diesem Jahr hat er wieder einige Monate in Korea verbracht. Als außerplanmäßiger Professor ist er an der südkoreanischen Korea University sowie an der University of North Korean Studies tätig. Frank ist neben seiner wissenschaftlichen Arbeit in der Politikberatung aktiv: Er beriet unter anderem eine Gruppe ehemaliger Staatsoberhäupter „The Elders“ um Jimmy Carter und ist Mitglied im Weltwirtschaftsforum.

Es ist wirklich ein besonderer Auftakt der 22. Winterabendsaison. Wegen des zu erwartenden Interesses wird dieser erste Abend in der Frankenberger Kirche stattfinden. Er beginnt wie üblich um 20 h. Zwischen Referat (mit Bildern unterstützt) und Diskussion wird in der Pause ein kleiner Imbiss gereicht. Um eine finanzielle Unterstützung der Winterabende am Ausgang wird gebeten.

Gleich 11 Tage später nehmen sich die Winterabende eines weiteren aktuellen Themas an. Am Montag, dem 29. Oktober, kommt Professor Dr. Klaus-Geert Heyne (Professor für Maschinenbau), um über das Thema „Auto Lust - Diesel Frust“ zu sprechen. Er hat gemeinsam mit seiner Frau zu diesem Thema ein leicht verständliches Büchlein verfasst, um der Frage nach zu gehen, ob der täglich schlechtere Ruf des Dieselmotors eigentlich berechtigt ist. Kann das elektrisch getriebene Fahrzeug längerfristig die Verbrennungsmotoren ersetzen? Welche Antriebsarten haben eine Zukunft? Darum soll es am zweiten Winterabend gehen.

Am Dienstag, dem 13. November, leitet der Winterabend von der politischen und technischen Frage zu einem therapeutisch-psychologischen Thema über. Sabine Lück und Ingrid Alexander konnten als Referentinnen gewonnen werden, ihre Entdeckung des „Genrationen –Codes“ zu erläutern. Sie haben ein Buch über diese Zusammenhänge geschrieben, dessen Titel schon anzeigt, worum es ihnen geht:

 „Ahnen auf die Couch“: Familiäre Bindungen können tragen - aber auch lähmen. Wie eine Befreiung aus diesen Bindungen gelingen kann, dem geht der 3. Winterabend nach.

Der Dezember ist in diesem Jahr wieder einmal Winterabendfrei. Es soll für alle Freunde und Freundinnen dieser Abende Raum zur Gestaltung der Adventszeit sein.

Den Auftakt 2019,  am Dienstag, dem 15. Januar, gibt die Sternredakteurin Katja Gloger, Hamburg (Sprecherin von „Reporter ohne Grenzen“). Sie befasst sich mit der schicksalshaften Beziehung zwischen Russland und Deutschland. Sie hat lange für den Stern aus Moskau berichtet, sich mit der Geschichte und Gegenwart von  „Putins Welt“ auseinander gesetzt.  „Fremde Freunde“ titelt sie ihr im Oktober 2017  erschienenes Buch.

„Nichts ist wie es scheint“;  mit diesem Satz nähert sich Professor Dr. Michael Butter seinem aktuellen Forschungsgegenstand. Am Mittwoch, dem 13. Februar ist er bei den Winterabenden. Er hat „das erste gute Buch über Verschwörungstheorien geschrieben", so stand es in der ZEIT im April diesen Jahres. In seinem Vortrag wird Professor Butter nicht nur in das Thema Verschwörungstheorien einführen, sondern auch einige, besonders wirkmächtige Theorien aus Vergangenheit und Gegenwart präsentieren und analysieren.

Am Donnerstag, dem 7. März 2019 widmet sich Prof. Dr. Anatol Stefanowitsch der Frage „Warum wir politisch korrekte Sprache brauchen“. Er ist mit seinem Bremer Sprachblog einer der bekanntesten Blogger der Republik; er hat Anglistik studiert und ist heute Professor für Sprachwissenschaft am Institut für Englische Philologie der FU Berlin. Er analysiert die aufgeheizten Debatten der letzten Jahre: Sprachpolizei", "Moralapostel", "Genderkrampf" rassistische und sexistischer Sprachgebrauch- warum erhitzen sich die Gemüter so an Political Correctness? Begriffe wie „Asyltourismus“ und „Messer-Migranten“ werden in der öffentlichen Debatte benutzt.

In seiner aktuellen Buchveröffentlichung hält Stefanowitsch ein engagiertes Plädoyer für politisch korrekte Sprache, da sie eine Frage der Moral sei: "Gerechte Sprache allein schafft noch keine gerechte Welt. Aber indem wir sie verwenden, zeigen wir, dass wir eine gerechte Welt überhaupt wollen".

Zum Abschluss der Winterabendsaison kommt am Mittwoch, dem 27. März 2019, Professor Dr. Karl-Josef Kuschel, katholischer Theologe und emeritierter Professor der Universität Tübingen. Er gilt als einer der wichtigsten Denker des interreligiösen Dialogs in Deutschland. In seinem Anfang des Jahres erschienenen Buch Im Fluss der Dinge, beschreibt er einen Dialog von Hermann Hesse und Bertolt Brecht mit Buddha, Laotse und Zen. Durch seine Sachkenntnis und die beeindruckende Sprach – und klare Formulierungskunst ist es ein Genuss Professor Kuschel zuzuhören.  In seinem Vortrag verdeutlicht er, wie wichtig der Austausch zwischen Religionen und Kulturen ist. Auch heute noch - oder gerade heute.

Die Abende beginnen um 20 Uhr im „Kleinen Heiligen Kreuz“, Goslar, Frankenberger Plan 8. Ist dieses überfüllt, wird in die Frankenberger Kirche ausgewichen. Eintritt wird nicht erhoben, die Besucher helfen durch eine Gabe am Ende die Kosten zu decken. Durch einen Imbiss werden Vortrag (Lesung) und abschließende Diskussion unterbrochen, um an den Abenden auch Raum zum Austausch unter den Besuchern zu schaffen.

Wie üblich ist der Eintritt frei, aber Spenden zur Finanzierung der Winterabende werden erbeten.

Kontakt & Information

Arbeitskreis Frankenberger Winterabend
Frankenberger Plan 8, 38640 Goslar
www.frankenberg-goslar.de