Frankenberger Winterabend - nächster Termin am 29. Oktober

Nun schon zum 22. Mal laden die Organisatoren der Frankenberger Winterabende ihre Gäste zwischen Oktober und März zu gleichermaßen spannenden und informativen Vorträgen aus fast allen Wissensgebieten in das Kleine Heilige Kreuz ein.

Die neue Saisaon 2018/2019 umfasst sieben Auftritte, die eine Mischung aus höchst aktuellen Fragestellungen und der ewigen Liebe zur Weisheit, der Philosophie, darstellen. Die Winterabende beginnen um 20 Uhr.

Alle Veranstaltungen im Überblick: 

Tschüß – Dieselmotor – und nun?
Der nächste Winterabend am Montag, 29.10.2018 mit dem Maschinenbauer Professor Heyne will mehr Licht in die uns seit Monaten beschäftigende Dieselfrage bringen. Jeden Tag eine neue Nachricht rund um den Dieselmotor. Eben war er noch der begünstigte Antrieb für PKW; Lastwagen und Schiffe, ja er wurde gelobt, weil er weniger CO2 ausstößt, nun kommen Fahrverbote. In Hamburg werden Straßen gesperrt, weil die Belastung mit Stickoxyden die Atemluft verschlechtert und Feinstaub in die Körperzellen eindringen kann. Das Kuriose an diesen Fahrverboten sind die wenige Meter entfernten Schiffe, die im Hafen durch den Antrieb mit Rohöl ein Mehrfaches an Belastung in die Luft blasen. Könnten nicht Filter helfen das Problem zu mindern, denn durch die bessere Ausnutzung des Kraftstoffes im Dieselmotor ist  der CO2 Ausstoß geringer und die Entlassung von Stickoxyd in die Umwelt ließe sich auch ohne Schummelei ausfiltern.

Dem widerspricht die Autoindustrie, die uns dieses Dilemma eingebrockt hat. Am günstigsten sei der „Umtausch“ in ein „saubereres“ Auto. Am günstigsten für wen? Jedes alte Auto, das in ein neues umgewandelt wird belastet doch durch die Produktion auch die Klimabilanz.  Der Maschinenbauer Professor Dr.  Klaus-Geert Heyne hat sich so intensiv über diese Diskussion aufgeregt, dass seine Frau ihn dazu überreden konnte ein Buch zu diesem Thema zu verfassen. So haben sich Gabriele und Klaus-Geerte Heyne an die Arbeit gemacht und ein leicht verständliches informatives Buch in Dialogform geschrieben, das die Hintergründe der gegenwärtigen Diskussion gut aufrollt und besonders auch der Frage nachgeht, ob es eine Antriebsart gibt, die uns auch in Zukunft noch Auto fahren lässt.

Am Dienstag, dem 13. November, leitet der Winterabend von der politischen und technischen Frage zu einem therapeutisch-psychologischen Thema über. Sabine Lück und Ingrid Alexander konnten als Referentinnen gewonnen werden, ihre Entdeckung des „Genrationen –Codes“ zu erläutern. Sie haben ein Buch über diese Zusammenhänge geschrieben, dessen Titel schon anzeigt, worum es ihnen geht:

 „Ahnen auf die Couch“: Familiäre Bindungen können tragen - aber auch lähmen. Wie eine Befreiung aus diesen Bindungen gelingen kann, dem geht der 3. Winterabend nach.

Der Dezember ist in diesem Jahr wieder einmal Winterabendfrei. Es soll für alle Freunde und Freundinnen dieser Abende Raum zur Gestaltung der Adventszeit sein.

Den Auftakt 2019,  am Dienstag, dem 15. Januar, gibt die Sternredakteurin Katja Gloger, Hamburg (Sprecherin von „Reporter ohne Grenzen“). Sie befasst sich mit der schicksalshaften Beziehung zwischen Russland und Deutschland. Sie hat lange für den Stern aus Moskau berichtet, sich mit der Geschichte und Gegenwart von  „Putins Welt“ auseinander gesetzt.  „Fremde Freunde“ titelt sie ihr im Oktober 2017  erschienenes Buch.

„Nichts ist wie es scheint“;  mit diesem Satz nähert sich Professor Dr. Michael Butter seinem aktuellen Forschungsgegenstand. Am Mittwoch, dem 13. Februar ist er bei den Winterabenden. Er hat „das erste gute Buch über Verschwörungstheorien geschrieben", so stand es in der ZEIT im April diesen Jahres. In seinem Vortrag wird Professor Butter nicht nur in das Thema Verschwörungstheorien einführen, sondern auch einige, besonders wirkmächtige Theorien aus Vergangenheit und Gegenwart präsentieren und analysieren.

Am Donnerstag, dem 7. März 2019 widmet sich Prof. Dr. Anatol Stefanowitsch der Frage „Warum wir politisch korrekte Sprache brauchen“. Er ist mit seinem Bremer Sprachblog einer der bekanntesten Blogger der Republik; er hat Anglistik studiert und ist heute Professor für Sprachwissenschaft am Institut für Englische Philologie der FU Berlin. Er analysiert die aufgeheizten Debatten der letzten Jahre: Sprachpolizei", "Moralapostel", "Genderkrampf" rassistische und sexistischer Sprachgebrauch- warum erhitzen sich die Gemüter so an Political Correctness? Begriffe wie „Asyltourismus“ und „Messer-Migranten“ werden in der öffentlichen Debatte benutzt.

In seiner aktuellen Buchveröffentlichung hält Stefanowitsch ein engagiertes Plädoyer für politisch korrekte Sprache, da sie eine Frage der Moral sei: "Gerechte Sprache allein schafft noch keine gerechte Welt. Aber indem wir sie verwenden, zeigen wir, dass wir eine gerechte Welt überhaupt wollen".

Zum Abschluss der Winterabendsaison kommt am Mittwoch, dem 27. März 2019, Professor Dr. Karl-Josef Kuschel, katholischer Theologe und emeritierter Professor der Universität Tübingen. Er gilt als einer der wichtigsten Denker des interreligiösen Dialogs in Deutschland. In seinem Anfang des Jahres erschienenen Buch Im Fluss der Dinge, beschreibt er einen Dialog von Hermann Hesse und Bertolt Brecht mit Buddha, Laotse und Zen. Durch seine Sachkenntnis und die beeindruckende Sprach – und klare Formulierungskunst ist es ein Genuss Professor Kuschel zuzuhören.  In seinem Vortrag verdeutlicht er, wie wichtig der Austausch zwischen Religionen und Kulturen ist. Auch heute noch - oder gerade heute.

Die Abende beginnen um 20 Uhr im „Kleinen Heiligen Kreuz“, Goslar, Frankenberger Plan 8. Ist dieses überfüllt, wird in die Frankenberger Kirche ausgewichen. Eintritt wird nicht erhoben, die Besucher helfen durch eine Gabe am Ende die Kosten zu decken. Durch einen Imbiss werden Vortrag (Lesung) und abschließende Diskussion unterbrochen, um an den Abenden auch Raum zum Austausch unter den Besuchern zu schaffen.

Wie üblich ist der Eintritt frei, aber Spenden zur Finanzierung der Winterabende werden erbeten.

Kontakt & Information

Arbeitskreis Frankenberger Winterabend
Frankenberger Plan 8, 38640 Goslar
www.frankenberg-goslar.de