Goslarer Vielfalt: Veranstaltungen, Termine, Freizeit-Tipps

Frankenberger Winterabend am 24. Januar mit Dr. Natalie Knapp

Nun schon seit zwei Jahrzehnten laden die Organisatoren der Frankenberger Winterabende ihre Gäste zwischen Oktober und März zu gleichermaßen spannenden und informativen Vorträgen aus fast allen Wissensgebieten in das Kleine Heilige Kreuz ein.

Die neue Saisaon 2016/2017 umfasst acht Auftritte, die eine Mischung aus höchst aktuellen Fragestellungen und der ewigen Liebe zur Weisheit, der Philosophie, darstellen. Die Winterabende beginnen um 20 Uhr.

Alle Veranstaltungen im Überblick:

Der Frankenberger Winterabend am 24. Januar wird wie so oft alle enttäuschen, die nicht dabei sein konnten und die in der Zeitung davon lesen, dass ein so zentrales Thema an diesem Abend entfaltet werden konnte. Die Referentin Dr. Natalie Knapp ist Autorin und philosophische Beraterin in Berlin, promovierte über Heidegger, Derrida und Rilke, war  Kulturredakteurin  beim SWR und studierte Philosophie, Literaturwissenschaften, Religionsphilosophie und Religionsgeschichte. Sie geht auf die Krisenzeiten des Lebens zu: Krankheiten, Umbrüche, Klimawandel, instabile Finanzsysteme, Globalisierung und kommt zu der Aussage: „Wenn wir begreifen, was diese Zeiten der Unsicherheit bedeuten und wofür wir sie brauchen, können wir sie anders gestalten und mit ihren unangenehmen Nebenwirkungen entspannter umgehen.“ Dabei vermittelt sie nicht Ratschläge, wie man Schweres im persönlichen und gesellschaftlichen Bereich besser durchstehen könne, sie sieht diese Umbrüche, die ja jeder Mensch auch in der persönlichen Entwicklung durchmacht (z.B. Pubertät) als besondere Chance für Neubeginn und Neuorientierung: Der Fluss des Lebens, der gewohnte Rhythmus wird schmerzhaft unterbrochen und damit entsteht ein Freiraum in dem  das Leben besondere Kräfte entfaltet. Tiefendimensionen der Seele zeigen sich und können uns bereichert in eine neue Lebensqualität  aufbrechen lassen.

Persönliche und gesellschaftliche Krisen führen uns vom Gewohnten, Bekannten ins Ungewisse und wir haben die Wahl uns ängstlich zu verkriechen, alle Kräfte aufzuwenden um das Gewohnte zurück zu bekommen oder die Energie zu entdecken, die eben an diesen Brüchen und nur in ihnen in den Alttag dringen kann, um uns zu bereichern, zu beglücken und uns ungeahnte Weg neu erkennen zu lassen.
Die Referentin des Winterabends beschreibt auch, wie in der Natur –z.B. zwischen Wald und Feld – sich eine besonders üppige Vegetation zeigt. Der Abend wird sicher seine Besucher neugieriger und mutiger entlassen, weil deutlich werden kann, dass die Kräfte des Lebens genau dort einsickern, wo die Krise uns hindert weiter zu machen, wie bisher.

Der Generalbischof der koptisch-orthodoxen Kirche in Deutschland, Bischof Anba Damian, wird am 6. Februar (Montag) zum einen über die koptische Kirche informieren, zum andern aber das Gemeinsame von christlichen Konfessionen und anderen Religionen hervorheben. Daher sein Thema: „Gegen Diffamierung und Abgrenzung – was die Religionen verbindet“.

Philosophin Dr. Bettina Stangneth aus Hamburg bedenkt ganz andere Fragen als ihre Fachkollegin Knapp: Haben Menschen das Recht zu jedem Gedanken, also auch zum bösen? Oder sollen wir uns im bloßen Denken einer Ethik unterwerfen, die den bösen Gedanken von vornherein verbietet? Die Auflösung des von ihr gewählten, etwas rätselhaft formulierten Themas „Die Gewalt der weißen Tischdecke – von wohlbegründeter Bosheit“ werden die Winterabend-Gäste am 14. März (Dienstag) erfahren.

Wie üblich ist der Eintritt frei, aber Spenden zur Finanzierung der Winterabende werden erbeten.