Die Stadt Goslar kümmert sich um ihr Welterbe

Reaktion auf Bericht des Vereins World Heritage Watch

Goslar. In dieser Woche veröffentlichte der Verein World Heritage Watch e.V. anlässlich des Welterbetags einen Bericht über den Zustand der Gebäude und baulichen Anlagen in der Goslarer Altstadt mit teils heftiger Kritik an der Stadtverwaltung und ihrem Umgang mit Baudenkmalen. Nach Prüfung des Kurzberichts nimmt die Stadt Stellung zu den Vorwürfen:

Dem Verfasser fehlt oftmals leider der Hintergrund – der Bericht ist in Teilen überholt und falsch. Natürlich hat der Autor in einigen Punkten Recht: Wir haben in Goslar Denkmale, die sanierungsbedürftig sind. Wir haben auch Fälle, für die wir seit Jahren bisher vergeblich eine Lösung suchen. Das ist uns allerdings auch bewusst und wir arbeiten daran. Der Bericht erweckt hingegen den Eindruck, wir würden uns nicht für unser Welterbe interessieren und uns nicht kümmern, und das ist falsch.

Wir haben in den vergangenen Jahren viel Aufwand und viel Geld, auch mithilfe von Fördermitteln, investiert. Wir haben nicht nur das Rathaus für 14,4 Mio. Euro saniert oder die ehemalige Hauptschule Kaiserpfalz für 12,1 Mio. Euro in einen Kulturmarktplatz für die Bürgerschaft umgebaut. Wir haben auch im Rahmen der Bundesprogramme für Welterbestätten seit 2009 unsere Stadt- und Feldmauern für rund 3 Mio. Euro instandgesetzt, die Wallanlagen aufgewertet, aktuell fließen allein 5 Mio. Euro Fördermittel in die Sanierung des Pfalzgartens. Aber auch private Sanierungsobjekte wurden umgesetzt: Brusttuch, Bergarbeiterhaus in der Beekstraße, die Dächer von Frankenberger Kirche und Klauskapelle, die Kemenate des Klosters Neuwerk; es gab Zuschüsse für die Sanierung des oberen Wasserlochs und des Dicken Zwingers.

Gemeinsam mit Bund und Land haben wir 2016 ein Förderprogramm für die östliche Altstadt aufgelegt, um dort private Maßnahmen zu fördern. Neben öffentlichen Maßnahmen wie der Umgestaltung des Breiten Tors unterstützt die Stadt Goslar private Eigentümerinnen und Eigentümer bei Baumaßnahmen zur denkmalgerechten Modernisierung und Instandsetzung der Gebäude. Von 119 Anträgen seit 2017 sind 54 Projekte bereits abgeschlossen, rund 5 Mio. Euro wurden bisher investiert. Und das Sanierungsgebiet wurde mittlerweile sogar erweitert, um noch mehr Menschen die Möglichkeit für eine Förderung zu bieten. Darüber hinaus gibt es weitere Förderprogramme wie den Innenstadtfonds, die die Altstadt positiv verändern. Unsere städtische Innenstadtmanagerin kümmert sich konzentriert um die Entwicklung der Innenstadt mit allen Facetten.

Unsere Arbeit wird von Fachleuten gelobt: Mit Blick auf Wallanlagen, Fußgängerzone und Kaiserpfalzquartier wurden wir von der Nds. Architektenkammer mit dem Bauherrenpreis 2020 ausgezeichnet und als Beispiel erfolgreicher Stadtgestaltung gewürdigt. Eine einheitliche Stadtgestaltung, wie Herr Frase sie fordert, ist dabei nicht das Ziel. Goslar hatte zum Beispiel historisch nie eine einheitliche Pflasterung; es gab immer unterschiedliche Pflasterarten, etwa in der Bergstraße. Bei Erneuerung streben wir aber die Harmonisierung an.

Im Sinne eines wirklich nachhaltigen Umgangs mit unserem Welterbe dürfen wir allerdings nicht nur die Historie betrachten, wir müssen auch die Bedürfnisse und Anforderungen der Menschen im Blick haben, die hier leben. Der Marktplatz beispielsweise ist für Menschen im Rollstuhl oder mit Gehbehinderung ein echtes Hindernis. Da müssen wir tätig werden. Deshalb wird im Rahmen der Sanierung ein „barrierefreies Band“ kommen – wenn auch mit anderem Material, als Herr Frase das bisher gesehen und in seinem Bericht kritisiert hat. Wir wollen keine Museumsstadt sein, sondern Ziel ist modernes Leben im Denkmal. Das heißt wir erhalten unsere Bausubstanz durch sinnhafte Nutzung. Das ist zugegebenermaßen ein Spagat zwischen den Interessen der Eigentümer und des Denkmalschutzes. Wir wollen Erhaltungsmaßnahmen fördern und nicht ausbremsen. Deshalb versuchen wir, wo möglich, stets eine Lösung zu finden, die für beide Seiten akzeptabel und praktikabel ist. Dazu erarbeiten wir gerade eine Gestaltungssatzung und sind im engen Austausch mit der Bürgerschaft; in Kürze wird zum Denkmalschutz auch eine öffentliche Veranstaltung stattfinden.

Download der Pressemitteilung:
Die Stadt Goslar kümmert sich um ihr Welterbe

Verantwortlich für diese Meldung:

Die Oberbürgermeisterin (V.i.S.d.P)
Charley-Jacob-Straße 3
38640 Goslar

 

Ihre Ansprechpartnerin:
Vanessa Nöhr
Telefon: 05321-704226
Telefax: 05321-7041226
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.