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Stadt Goslar gedenkt André Moutons

Überlebender der Harzer Todesmärsche ist mit 92 Jahren verstorben

Goslar. Die Stadt Goslar zeigt ihre Anteilnahme am Tod André Moutons. Der ehemalige französische Zwangsdeportierte war Überlebender der Nazi-Schreckensherrschaft, Sinnbild für Menschlichkeit und Menschenwürde, für Befreiung, Aussöhnung und Freundschaft. Nun ist er mit 92 Jahren verstorben.

André Mouton wurde am 15. Mai 1924 in Savignac Lédrier geboren und arbeitete bis zu seiner Deportation als Bäcker. Am 26. August 1943 begann sein Leidensweg, als er wegen Waffenbesitzes nach einer Denunziation verhaftet und nach Deutschland gebracht wurde. Im Januar 1944 wurde er vom Konzentrationslager Buchenwald nach Mittelbau-Dora bei Nordhausen verlegt.

Bei den Rückzugsbewegungen der deutschen Truppen zum Kriegsende hin wurden auch die Konzentrationslager geräumt, Personal und Insassen in noch nicht unmittelbar vom Gegner bedrohtes Gebiet gebracht – die Todesmärsche begannen. In den ersten Apriltagen des Jahres 1945 wurden allein im südlichen und westlichen Harzvorland aus dem KZ Mittelbau-Dora und seinen zahlreichen Außenlagern zwischen Osterode und Sangerhausen mehr als 40.000 KZ-Häftlinge in Marsch gesetzt. Vier Wochen später war ein Viertel von ihnen tot. Sie waren verhungert, verdurstet, erstickt, erschlagen, erschossen, bei lebendigem Leibe verbrannt worden oder an Krankheiten gestorben.

André Mouton war unter den 3500 Häftlingen, die einen dieser Gewaltmärsche bewältigen mussten. 34 Kilometer ging es beim „Letzten Transport“ am 8. April 1945 über den Harz – von Osterode über Clausthal-Zellerfeld nach Oker. Es folgte noch eine qualvolle Odyssee durch Norddeutschland, bis er zusammen mit den anderen Überlebenden am 15. Mai 1945 befreit wurde und nach Frankreich zurückkehren konnte. Dem Stadtteil Oker blieb er Zeit seines Lebens verbunden.

André Mouton schrieb seine Erlebnisse auf, veröffentlichte sie und bemühte sich um die Aussöhnung der einstigen Kriegsfeinde. Er besuchte Schulen, berichtete über sein Schicksal und das Leben in einem Konzentrationslager. Besonders der Realschule Oker war er seit 1998 verbunden und kam persönlich nach Goslar, als die Okeraner Realschule in André-Mouton-Schule umbenannt wurde. Die Stadt Goslar würdigte den gebürtigen Franzosen außerdem mit dem gleichnamigen Platz, der am 21. Mai 2015 offiziell eingeweiht wurde. Hier erinnern eine Schautafel und eine Stele an den Todesmarsch von 1945. Der André-Mouton-Platz wird auch nach dem Tod seines Namensgebers (21. Januar 2017) ein Ort desGedenkens bleiben.

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Stadt Goslar gedenkt André Motons

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