Hans-Günther Griep

Goslars bekanntester Stadtgeschichtsschreiber wird 100 Jahre alt

Goslar. Der wohl bekannteste Goslarer Stadtforscher und Geschichtsvermittler wäre in diesem Jahr und an diesem Tag, dem 21. Juli 2023, einhundert Jahre alt geworden. Mit mehr als 300 Veröffentlichungen, unzähligen Vorträgen und einem vielfältigen bürgerlichen Engagement für Geschichte und Denkmalpflege hat Hans-Günther Griep, der am 27. Februar 2016 verstorben ist, einen bedeutenden und fortwirkenden Beitrag zur Stadtkultur Goslars geleistet. Als gebürtiger Goslarer und bis zu seiner Pensionierung im Jahr 1985 Mitarbeiter im Bauamt der Stadt Goslar, war der studierte Architekt auf das engste mit seiner Heimatstadt verbunden. Seine Heimatliebe und sein Forscherdrang waren sein Antrieb, bestehendes Wissen sowie neue Erkenntnisse auf den unterschiedlichsten historischen Themenfeldern zu sammeln und einer Breite von Geschichtsinteressierten zugänglich zu machen. Gleich einem Goslarer Geschichtsorakel war er dabei zu allen denkbaren Aspekten der Stadthistorie auskunftsfähig. Angesichts seiner Verdienste verlieh ihm die Stadt Goslar im Jahr 1974 den Goslarer Kulturpreis. Das Land Niedersachsen hatte ihn bereits 1968 mit dem Niedersächsischen Verdienstorden am Bande geehrt und würdigte seine Leistungen nochmals 2006 mit dem Verdienstkreuz 1. Klasse.

Frühes Engagement nach dem Zweiten Weltkrieg
Bemerkenswert erscheint bereits Grieps frühes Wirken nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs. In den Jahren zwischen 1945 und 1948, erarbeitete Griep zehn Hefte zu Goslars Geschichte im DIN A4-Format mit einem Umfang von etwa 30 Seiten. Diese waren angefertigt, um als Handreichungen, heimatkundliche Themen an Kriegsflüchtlinge aus dem Osten und ortsfremde Lehrer zu vermitteln. Dieser erste Meilenstein unter Grieps Werken war mit Illustrationen von den vielfältigen Bau- und Kunstdenkmalen Goslars ausgestattet, die der Verfasser allesamt selbst mit Feder und Tusche präzise nach verschiedenen Vorlagen angefertigt hatte. Zeitgleich hatte sich Hans-Günther Griep für die Gründung der Goslarer Volkshochschule eingesetzt, wo er noch bis zum Jahre 2006 als Dozent tätig war. Zudem war Griep seit 1947 Mitglied im Geschichtsverein Goslar und dort Beirat, wodurch er zahlreiche wichtige Veröffentlichungen zur Stadtgeschichte begleitete – zuletzt noch im Jahr 2015 zu einem Buch, das Goslars älteste Wohnhäuser zum Thema hatte. Ebenso aktiv war Griep seit 1946 über mehr als 50 Jahre lang Mitglied im Goslarer Museumsverein. Als Jahresgaben des Museumsvereins erschienen dort zentrale Studien Grieps zu Kunst- und Kulturdenkmalen Goslars.

Unermessliche Werkvielfalt
Griep war bei vielen Themen ein Autodidakt aus der Mitte der Goslarer Stadtgesellschaft. Umso bemerkenswerter bietet sich das Gesamtbild seiner Werke und deren Nachwirken dar. Es gibt kaum noch eine neuere Studie zur Stadtgeschichte Goslars, die nicht mit mehreren, auf Griep Bezug nehmenden Literaturangaben auskommt. Grieps eigene Arbeiten waren auf den Feldern der beschreibenden Bau- und Kunstdenkmale, aber auch auf dem Gebiet der Harzer Lebenskulturen und Trachten, der Rechtssymboliken – allem voran aber der Geschichte des Fachwerks beziehungsweise des Bürgerhauses. Hervorzuheben sind in diesem Kontext Grieps Monographie „Das Bürgerhaus in Goslar“ von 1959, „Das Bürgerhaus der Oberharzer Bergstädte“ (1975) sowie das bei der Wissenschaftlichen Buchgesellschaft Darmstadt erstmals 1985 herausgegebene Buch „Kleine Kunstgeschichte des deutschen Bürgerhauses“. Weitere Meilensteine als Früchte der Arbeit und gleichzeitig ein Zeugnis der unermesslichen Werkvielfalt finden sich auch in den Jahresgaben des Goslarer Museumsvereins: „Goslars mittelalterliche Bronzen“ (1952), „Goslarer Textilien und Glasmalereien aus dem Mittelalter“ (1954), „Goslars mittelalterliche Buchmalereien“ (1955), „Steinbildwerke aus dem Mittelalter in Goslar“ (1957), „Goslarer Münzen. Politik – Währung – Recht“ (1990) – um hier nur einige Ausgewählte zu erwähnen. Einen maßgeblichen Anteil hatte Griep außerdem an der Sicherung und Dokumentation archäologischer Grabungsarbeiten. Die Harz-Zeitschrift veröffentlichte unter Grieps Reihentitel „Ausgrabungen und Bodenfunde im Stadtgebiet von Goslar“ von 1957 bis 2010 eine Serie von Aufsätzen zu den Ergebnissen archäologischer Grabungen in und um Goslar.
Eines bleibt angesichts der verschiedenartigen Leistungen und Verdienste Grieps gesondert festzuhalten. Das bürgerliche Engagement Grieps hat in verschiedensten Goslarer Kreisen bleibende Eindrücke und fortwirkende Spuren hinterlassen. Die vielseitigen Begegnungen und Geschichten um Griep selbst würden ein eigenes Buch füllen. Vor dem Hintergrund seines 100. Geburtstags ist diesem Goslarer besonders zu gedenken. Aus diesem Anlass wird Hans-Günther Griep vom Goslarer Museumsverein am 17. Oktober in einer Themenveranstaltung mit Vorträgen von Dr. Jan Habermann, Fachbereich Kultur der Stadt Goslar und Friedrich Albert Linke, Museumsverein, geehrt. Nähere Informationen sind dem Programm des Goslarer Museumsvereins zu entnehmen.

Download der Pressemitteilung:
Hans-Günther Griep

Download des Bildmaterials:
230721 Bild 1 Griep230721 Bild 2 Buchtitelblatt
Foto 1 (Goslarer Museumsverein e.V.): Portraitfoto Hans-Günther Griep.
Foto 2 (Stadt Goslar): Goslarer Stadtansicht, gezeichnet von Hans-Günther Griep als Buchtitelblatt seines ersten Hefts der Stadtgeschichte Goslars von 1945.

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