Konservierter Schiefer kommt zurück an die Mönchehaus-Fassade

Bundesweites interdisziplinäres Pilotprojekt geht in die nächste Phase

Goslar. Das bundesweite Pilotprojekt „Schieferkonservierung“ am Beispiel Mönchehaus, dem ältesten bekannten Schieferbehang Deutschlands, geht die nächste Phase. Dazu wird das Mönchehaus Museum ab Mittwoch eingerüstet.

Seinen Anfang nahm das Projekt 2015. Am Beispiel des Mönchehauses wurden seitdem neuartige Methoden zur Sicherung und Bewahrung des originalen Schieferwandbehangs untersucht und angewandt. Goslarer Tonschiefer ist heute sehr selten. Die Schiefersteinbrüche sind seit etwa 1970 nicht mehr in Betrieb. Deshalb müssen bei Instandsetzung immer öfter Ersatzmaterialien verarbeitet werden. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt fördert das Projekt mit rund 120.000 Euro. Das Vorhaben wird durch eine interdisziplinäre Projektgruppe unter Leitung des Landesamtes für Denkmalpflege bearbeitet.

Die rund 1000 Platten des Mönchehaus-Behangs wurden vorsichtig abgenommen und in sieben Schadensklassen eingeteilt. An den, meist durch Umwelteinflüsse, am stärksten beschädigten Platten wurden verschiedene Mittel und Verfahren getestet, wie sie am besten zu konservieren sind. Neben der optimalen Behandlungsart sollte auch das Verfahren gefunden werden, das am besten geeignet ist, den Zustand der Schieferplatten zu kontrollieren. Der so konservierte Schiefer soll nun ab Samstag, 11. Mai, durch die Mitglieder des Goslarer Schieferdeckergewerkes wieder angebracht werden. Das dafür erforderliche Hängegerüst wird ab Mittwoch an der Südfassade des Mönchehauses aufgebaut.

Mitglieder der Projektgruppe, sowie Teilnehmer der zeitgleich stattfindenden Jahrestagung der Gesellschaft für Bautechnikgeschichte in Hannover, werden am Samstag die Baustelle besuchen. Beteiligt sind an der Projektgruppe neben dem Goslarer Gebäude Management, dem NLD und der Deutschen Bundesstiftung Umwelt außerdem die Amtliche Materialprüfanstalt der Freien Hansestadt Bremen, die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe, der Studiengang Konservierung und Restaurierung der Hochschule für Angewandte Wissenschaft und Kunst in Hildesheim, die Materialuntersuchungen im Bestand und Zentrum für Materialkunde von Kulturgut GmbH & Co. KG sowie Skasa-Restaurierung aus Wolfenbüttel.

Download der Pressemitteilung:
Konservierter Schiefer kommt zurück an die Mönchehaus-Fassade

Bildmatetial zur Pressemitteilung:

Schieferkonservierung

Schieferkonservierung

Archivfoto 1 (Stadt Goslar): Eine interdisziplinäre Projektgruppe unter Leitung des Landesamtes für Denkmalpflege widmet sich seit 2015 dem Pilotprojekt „Schieferkonservierung“.
Foto 2 (Stadt Goslar): Wie kann der historische Schieferbehang am besten konserviert werden? Die Südfassade des Mönchehauses ist Forschungsgegenstand einer interdisziplinären Projektgruppe.

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