Ungewöhnliche Post für die Stadt Goslar

Der Hahn, der vor vier Jahren in Hahnenklee geklaut wurde, ist wieder da

Goslar. Am 1. August hat die Stadt Goslar ungewöhnliche Post erhalten. Ungewöhnlich war vor allem der Inhalt des Pakets: War da doch der vor über vier Jahren aus Hahnenklee vom Brunnen entwendete Hahn – das örtliche Wahrzeichen – gut verpackt wieder in heimatlichen Gefilden angekommen. Jetzt konnte Goslars Oberbürgermeisterin Urte Schwerdtner den Hahn im Beisein von Stadtbrandmeister Christian Hellmeier und Klaus Elders, Stifter des Hahns, Hahnenklees Ortsbürgermeister Heinrich Wilgenbus übergeben.

Das neun Kilo schwere Paket kam direkt aus der Uckermark. Dort hatte ein Forstwirt den Hahn bereits vor einem Jahr auf einem Müllberg gefunden und erst mal mitgenommen – und jetzt beim Aufräumen wiederentdeckt. Die daraufhin gestartete Recherche brachte ein eindeutiges Ergebnis und entsprach dem ersten Gedanken des Finders: Ein Hahn mit einem Kleeblatt im Schnabel passt nur zu Hahnenklee. Aus seiner Göttinger Studienzeit war ihm der Ort im Harz nicht unbekannt.

Im Jahr 1996 wurde in Hahnenklee der Brunnenplatz eröffnet. Für Anwohner Klaus Elders zeigte sich der Brunnen zu kahl. „Aufgrund unseres Ortsnamens war mir sofort klar: Dort muss ein Hahn mit Kleeblatt hin“, so Elders, während der Übergabe. Für den Bronze-Hahn hatte er seinerzeit 1.400 DM aus der eigenen Tasche bezahlt. Gut 20 Jahre später war er froh, dass er die Kokille – eine wiederverwendbare Gussform – noch hatte. Nach dem Diebstahl Ende 2018 konnte Elders so umgehend einen neuen Hahn für 900 Euro beauftragen. Seit 2019 steht dieser nun auf dem Brunnen in Hahnenklee. Noch offen ist, ob er den Platz für seinen Vorgänger wieder räumen muss. „Das klären wir in Ruhe“, so Wilgenbus. „Denn dem Originalhahn fehlt es derzeit an Standhaftigkeit.“ Die Diebe hatten ihn an den Füßen abgebrochen. Wurde nach dem Hahn noch von der Polizei gefahndet, fahndet jetzt der Ortsbürgermeister nach den Füßen. „Wir haben sie aufgehoben“, ist er sich sicher, „aber wo?“. Die beiden Hähne unterscheiden sich noch in einem weiteren Punkt: Nur der entwendete Hahn trägt ein Kleeblatt im Schnabel. „Sein Nachfolger hat bisher keines. Sollte er aber auf dem Brunnen verbleiben, mache ich ihm eines“, versprach Heinrich Wilgenbus. Als Nachfahre einer Klempnerfamilie – früher verstand man unter einem Kempner einen Metallverarbeiter – ist ihm die Gestaltung in die Wiege gelegt. Schon das Kleeblatt des ersten Hahns entstammt seiner Arbeit.

Oberbürgermeisterin Schwerdtner freute sich bei der offiziellen Übergabe, den Hahn nun wieder „an seinen Geburtsort“ übergeben zu dürfen. Insgesamt ist die Freude groß: So war es für Elders einer der „glücklichsten Tage“, als er von der Heimkehr, des von ihm gestifteten Hahns, erfuhr. Der ehrliche Finder, der dem Paket ein kurzes persönliches Anschreiben mit seinen Kontaktdaten beigelegt hatte, hat aus Hahnenklee bereits ein kleines Paket als Dankeschön zurückerhalten. Oberbürgermeisterin Urte Schwerdtner konnte den Forstwirt telefonisch erreichen und ihren Dank aussprechen: „Kommen Sie gerne vorbei, Sie sind herzlich eingeladen. Ich möchte mich mit einer Führung durch das historische Goslarer Rathaus bedanken.“ Auch für Hahnenklee sprachen die Anwesenden eine herzliche Einladung für einen gesponserten Aufenthalt im Ort aus.

Download der Pressemitteilung:
Ungewöhnliche Post für die Stadt Goslar

Download des Bildmaterials:
230811 Bild Hahn Hahnenklee
Foto (Stadt Goslar): Der Originalhahn ist zurück, kann aber nicht alleine stehen – seine Füße fehlen. Hahnenklees Ortsbürgermeister Heinrich Wilgenbus freut sich zusammen mit Goslars Oberbürgermeisterin Urte Schwerdtner, Stadtbrandmeister Christian Hellmeier und Klaus Elders (v. li.). Elders hatte auch den Hahn, der aktuell im Hintergrund den Brunnen ziert, gespendet.

Verantwortlich für diese Meldung:

Die Oberbürgermeisterin (V.i.S.d.P)
Charley-Jacob-Straße 3
38640 Goslar

 

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