Ratspolitik informiert sich über Zustand des Stadtwaldes

Begehung zeigt Kahlflächen durch massiven Borkenkäferbefall

Goslar. Dr. Friedhart Knolle von der Arbeitsgemeinschaft der Goslarer Umweltverbände brachte die Lage auf den Punkt: „Der Wald wird nie wieder so aussehen, wie wir ihn kannten.“ Ratsmitglieder, Vertreter der Umweltverbände sowie der Erste Stadtrat Burkhard Siebert haben sich beim diesjährigen Waldbegang am Wochenende über die dramatische Entwicklung in der Stadtforst Goslar informiert. Die Route führte entlang der Hänge des Gelmkeberges und des Brautsteins bis zum Drecktalskopf und zurück Richtung Oker entlang des Hahneberges ins Ammental. Fast überall zeigten sich erschreckend deutlich die Auswirkungen der Borkenkäferkatastrophe in Form von toten und absterbenden Fichten. „Mittlerweile sind auch in der Stadtforst überall dort große Kahlflächen entstanden, wo die geschädigten Fichten entnommen wurden“, erläutert Wolfgang Lebzien, Betriebsleiter der Goslarer Stadtforst. „Das Waldbild ändert sich einschneidend.“

Mit dem Team der Stadtforst um Lebzien und Förster Martin Paucke wurden ausführlich die Ursachen, Maßnahmen zur Bekämpfung der Borkenkäfer und die ökologischen und ökonomischen Auswirkungen der Katastrophe diskutiert. Als Hauptursache wurden die außergewöhnlichen Hitze- und Trockenperioden der vergangenen zwei Jahre benannt. Aufgrund des massiven Käferbefalls auf sehr großer Fläche sind die Insekten trotz vielfältigen Gegenmaßnahmen bis auf Weiteres nicht zu stoppen. Derzeit stehen Verkehrssicherungsmaßnahmen, Arbeitsschutz sowie der Versuch, weitgehend gesunde Bestände noch zu schützen, im Vordergrund. „Es wurde noch einmal klar, wie wichtig eine geschlossene Walddecke für die Ökosystemleistungen wie die CO2-Bindung, den Wasser- und Hochwasserschutz und die Artenvielfalt ist“, sagt Lebzien. Auch die Produktion des nachhaltigen Rohstoffes Holz und die wichtige Funktion für Erholungssuchende und Touristen waren Thema.

Der Betriebsleiter berichtete über die sehr hohen Verluste der Stadtforst, die insbesondere durch hohe Aufarbeitungskosten und den Holzpreisverfall verursacht werden. So ist der Preis für das Leitsortiment der Fichte innerhalb von zwei Jahren um 75 Prozent gefallen. Grund ist das europaweite Überangebot an Fichtenholz, verursacht durch den massiven Anfall von Käfer- und Sturmholz. Ein Ende dieser Entwicklung sei nicht absehbar und werde für die Stadtforst für lange Zeit negative Betriebsergebnisse bedeuten. Wolfgang Lebzien wies aber auch auf einen positiven Aspekt hin: Im Goslarer Stadtwald hat ein Großteil der vor 2017 angelegten Mischkulturen aus überwiegend Laubgehölzen die Dürreperioden erstaunlich gut überstanden. Trotz einiger Ausfälle haben auch Naturverjüngungen aus Fichte und Birke bisher den Dürrezeiten getrotzt. „Die Anstrengungen von Rat und Verwaltung bei der seit über 30 Jahren verfolgten Waldumwandlung in Mischbestände geben damit Anlass zur Hoffnung, dass eine neue Waldgeneration heranwächst, die widerstandsfähiger gegen die Folgen des Klimawandels ist“, so Lebzien. Es werde verstärkt Pflege und Einsatz notwendig sein, um diesen Prozess nachhaltig zu gestalten.

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Bildmaterial zur Pressemitteilung:

Waldbegehung

Symbolfoto (Stadt Goslar): Die Stadtforst setzt alles daran, die Bäume vor dem Borkenkäfer zu schützen. Doch die Schädlinge sind kaum zu stoppen.

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