Entwicklung des Kaiserpfalz-Quartiers

Im April 2014 wurden die Überlegungen zu einer möglichen Ansiedlung eines innerstädtischen Shopping-Centers zusammen mit dem Investor ECE aus Hamburg auf dem Areal der ehemaligen Bundesgrenzschutzkaserne vis-à-vis zur Kaiserpfalz zu den Akten gelegt.

Im darauffolgenden August unterzeichneten Herr Oberbürgermeister Dr. Junk und Herr Hans-Joachim Tessner als Geschäftsführer der ortsansässigen TesCom GmbH & Co. KG Gesellschaft für Kapital und Grundbesitz eine Entwicklungsvereinbarung.

Diese räumt dem Investor das exklusive Recht der Entwicklung des Areals mit einer Fläche von knapp 30.000 m² über einen Zeitraum von zwei Jahren ein.


Nutzungsmöglichkeiten

Luftbildaufnahme Kaiserpfalzquartier
Luftbildaufnahme Kaiserpfalzquartier

Als zukünftige Nutzungselemente stehen aktuell neben einem Museum (Abbildung der Reihenfolge von Kaiserringträgern seit Gründung des Kunstpreises) und einem Hotel auch Überlegungen in Richtung eines multifunktionalen Tagungsraums sowie die Attraktivierung des derzeit als Parkplatz genutzten Bereiches hinter der Domvorhalle, dem ehemaligen Standort der Stiftskirche St. Simon und Judas, im Fokus. Von vornherein ausgeschlossen wurde die Ansiedlung von großflächigem Einzelhandel.

In einem weiteren Schritt wurde zwischenzeitlich das Büro „Ackers Partner Städtebau“ aus Braunschweig mit der städtebaulichen Begutachtung und Bewertung der Entwicklungsfläche beauftragt.

Aufgaben des städtebaulichen Gutachtens sind die Integration des Entwicklungsareals in das funktionale und städtebauliche Gefüge der Altstadt und eine strukturelle Aufwertung des Umfelds. Bei der Projektplanung ist die herausragende stadt- und kulturgeschichtliche Bedeutung der Kaiserpfalz mit besonderer Sorgfalt zu berücksichtigen.

Mit der Studie prüft die Stadt Goslar, ob die qualitativen und quantitativen Rahmenbedingungen für ein Projekt gegeben sind, das die eventuellen Nutzungselemente Wohnen, Hotel, Kultur und Tourismus vorsieht.

Dies erfolgt vor dem Hintergrund, dass angesichts der hohen Bedeutung von Kaiserpfalz, Goslarer Altstadt und Rammelsberg als Weltkulturerbe höchste Anforderungen an eine zukünftige Bebauung und Nutzung zu stellen sind. Die Einordnung in einen erlebbaren Zusammenhang von Stadtraum, Stadtbild und Atmosphäre ist Voraussetzung, um die ästhetische Identität Goslars zu wahren.

Die Basis für das städtebauliche Gutachten bildet das Integrierte Stadtentwicklungskonzept, hier vor allem das Stadtteilkonzept für die Altstadt.

Wesentlicher Bestandteil der gutachterlichen Tätigkeit ist in diesem Zusammenhang auch eine breite Bürgerbeteiligung mithilfe eines Partizipationskonzeptes. Vor diesem Hintergrund sind die Durchführung von „Foren“ und „Werkstätten“ mit unterschiedlichen sachstandsbezogenen Inhalten vorgesehen:

Forum 1: Auftaktveranstaltung
Werkstatt 1: Erwartungen
Werkstatt 2: Kriterien der Entwicklung
Forum 2: Konzepte

Forum 1 - Auftaktveranstaltung

Am 13.10.2015 fand das Forum I als öffentliche Auftaktveranstaltung im Konferenzbereich auf dem Energie-Campus statt. Ziel der Veranstaltung war die Darreichung von Sachinformationen sowie die Darstellung von Herausforderungen, Positionen und Zielen im Prozess. Dies soll insgesamt der Vertrauensbildung für den Planungsprozess dienen und die Identifikation von Bürgerinnen und Bürgern mit dem Projekt fördern.

Werkstatt 1 - Erwartungen

Am 03.03.2016 fand im Konferenzbereich II auf dem Energie-Campus die Werkstatt 1 mit dem Titel „Erwartungen“ statt. Ziel dieser Veranstaltung war es, den interessierten Bürgerinnen und Bürgern der Stadt Goslar einen Überblick über die Potenziale des Ortes sowie die Gestaltungsspielräume zu vermitteln und ihre persönlichen Erwartungen an dieses Projekt zu diskutieren.

Vor diesem Hintergrund fand zunächst eine Eingangsbefragung zu den besonderen Chancen des Kaiserpfalzquartiers und zu den größten Herausforderungen in Bezug auf das Projekt statt. Im weiteren Verlauf der Werkstatt wurden durch das Büro Ackers Partner Städtebau aus Braunschweig wesentliche Informationen zur Entwicklung des Areals gegeben, um die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf die Bearbeitung der folgenden Aufgabenstellungen vorzubereiten. Natürlich bestand in diesem Zusammenhang auch die Möglichkeit, Fragen zu stellen. Anschließend hatten alle Beteiligten die Gelegenheit, ihre Ideen zu den für das Projekt bedeutsamen Fragestellungen, die aktuell auch die Projektbeteiligten beschäftigen, in ihren Gruppen zu diskutieren und entsprechende Vorschläge zu erarbeiten.

Aufgabe 1 beschäftigte sich hierbei mit den ersten vorliegenden Entwurfsvarianten und der Frage, welcher die größten Potenziale für das Quartier eingeräumt werden.

Aufgabe 2 hatte die Wiederherstellung der ursprünglich durch die Wallanlagen gewährleisteten Grünverbindung zum Inhalt.

Aufgabe 3 befasste sich vor dem Hintergrund der zukünftigen Nutzung des Domplatzes mit der Frage, wo auf dem Areal oder in dessen unmittelbarer Nähe Ankunft und Abholung der Bustouristen stattfinden und wo die Busse während des Aufenthalts in der Stadt abgestellt werden könnten.

Nach einer Bearbeitungszeit von ca. 60 Minuten wurden die Ergebnisse der einzelnen Gruppen im Forum vorgestellt und diskutiert. Zum Abschluss der Veranstaltung erfolgte ein Resümee durch Professor Ackers. Hier können Sie sich die Zusammenfassung der Ergebnisse anschauen.

An dieser Stelle nochmals vielen Dank an alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer für eine konstruktive und spannende Werkstatt 1.

„Ausschuss für Wirtschaftsförderung, Stadtentwicklung und Weltkulturerbe am 06.04.2016

Wie bereits angekündigt wurde am 06.04.2016 im  Ausschuss für Wirtschaftsförderung, Stadtentwicklung und Weltkulturerbe der aktuelle Sachstand zur Entwicklung des Kaiserpfalzquartiers durch Prof. Ackers (Ackers Partner Städtebau) öffentlich vorgestellt. Im Folgenden wurden im Rahmen der Einwohnerfragestunde weitere Fragen zur Präsentation von Prof. Ackers an den Ausschuss gerichtet.“

Werkstatt 2 – Kriterien der Entwicklung

„Kriterien der Entwicklung“, so lautete der Titel der am 14.06.2016 im Amsdorfhaus durchgeführten zweiten Werkstatt im Rahmen der Entwicklung des Kaiserpfalzquartiers. In der Werkstatt I, im vergangenen März, wurden die ersten vorliegenden Entwurfsvarianten bezüglich der Frage, welcher die größten Potenziale für das Quartier eingeräumt werden, diskutiert. Weitere bedeutsame Themen waren hier die Wiederherstellung der ursprünglichen Grünverbindung sowie der Umgang mit den Reisebussen. Darauf aufbauend galt es in der Werkstatt II das städtebauliche Zielkonzept, das sich aus den im Verfahren formulierten An-forderungen ergab, zu bewerten.

Als Grundlage für eine Bewertung erhielten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zunächst einen Überblick über den aktuellen Stand der Entwicklung, das Zielkonzept sowie weitere relevante Informationen durch den von Prof. Ackers (Ackers Partner Städtebau) gehaltenen Einführungsvortrag. Anschließend wurden in den fünf Arbeitsgruppen die folgenden Aufga-benstellungen bearbeitet:

Aufgabe 1: Bewerten Sie das empfohlene Konzept in Bezug auf Lage und Ausformung der verschiedenen Nutzungen sowie der Ausbildung öffentlicher Räume – auch im Vergleich zu den favorisierten Konzepten aus der Werkstatt I!

Aufgabe 2: Entwickeln Sie Ziele und Ideen für die Gestaltung, Nutzung und Atmosphäre des Domparks und des Kunstforums! Arbeiten Sie vor allem den Unterschied zwischen beiden heraus! Mit den städtebaulichen Studien wurden die Gestaltungsspielräume ausgelotet. Aus dieser konkreteren Ausformung lassen sich realisierbare Qualitäten erkennen und Schlussfolgerungen ziehen. Aufgabe ist es nun die wesentlichen Ziele und Kriterien herauszuarbeiten.

Aufgabe 3: Was sind die wesentlichen Elemente, die als eine Art Leistungskatalog für den Investor formuliert werden müssen (Sichtbeziehungen, Wegeverbindungen, maximale Gebäudehöhen, atmosphärische Ziele, Mindestanforderung Nutzung, …)?

Im Anschluss an die Arbeitsphase wurden die ausgearbeiteten Ergebnisse durch ein Mitglied der jeweiligen Arbeitsgruppe im Forum vorgestellt und es bestand die Möglichkeit einer offenen Diskussion. Darüber hinaus hatten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Gelegenheit  Fragen zu den Planungen an Frau Morese (Ackers Partner Städtebau) zu richten. Hier finden Sie eine Zusammenfassung der Ergebnisse.

Wir bedanken uns bei allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern für eine ideenreiche und interessante Werkstatt II.

Forum 2 - Rahmenkonzept

Am 22.08.2016 fand das Forum II im Zusammenhang mit der Erstellung des städtebaulichen Gutachtens als öffentliche Informationsveranstaltung im Lindenhof in Goslar statt. Nach einführenden Grußworten durch Herrn Oberbürgermeister Dr. Junk wurde den anwesenden interessierten Bürgerinnen und Bürgern durch Herrn Prof. Ackers vom Büro Ackers Partner Städtebau der aktuelle Stand im Entwicklungsprozess sowie das daraus resultierende städtebauliche Zielkonzept für das Areal vorgestellt. Im Anschluss an die Präsentation hatten die Anwesenden die Gelegenheit, Statements abzugeben oder auch Fragen zum vorgestellten Konzept an Herrn Prof. Ackers zu adressieren. Den Abschluss der Veranstaltung bildete eine Podiumsdiskussion unter Moderation von Herrn Becker als Projektverantwortlicher auf Seiten der Stadt Goslar, unter Mitwirkung von Herrn Holste als Vertreter des Investors (Geschäftsführer der TesCom), Herrn Henkel als Kultursachverständiger (Direktor der Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz), Herrn Schürholt als Hotelsachverständiger (Vorsitzender der DeHoGa Goslar), Herrn Prof. Ackers (Ackers Partner Städtebau) und Herrn Oberbürgermeister Dr. Junk. Den Podiumsteilnehmern war es wichtig zu vermitteln, welche Chance und positive Effekte eine Realisierung des vorgestellten städtebaulichen Konzepts für das Areal selbst, aber auch für die Stadt in ihrer Gesamtheit sowohl regional als auch überregional bedeuten würde.

Wir bedanken uns bei allen anwesenden Bürgerinnen und Bürgern und den am Prozess Beteiligten für die konstruktive und sachliche Atmosphäre an diesem Abend und für die im Prozessverlauf eingebrachten Hinweise und Anregungen.

Die vorgestellte Präsentation finden Sie weiter unten auf dieser Seite unter dem Abschnitt „Präsentationen“.

Ausschuss für Wirtschaftsförderung, Stadtentwicklung und Weltkulturerbe am 31.08.2016

In der Sitzung des Ausschusses für Wirtschaftsförderung, Stadtentwicklung und Weltkulturerbe am 31.08.2016 stellte Herr Prof. Ackers (Ackers Partner Städtebau) basierend auf den bisherigen Untersuchungs- und Analyseergebnissen den aktuellen Sachstand zum städtebaulichen Gutachten und dem daraus resultierenden städtebaulichen Zielkonzept vor.

Ausschuss für Wirtschaftsförderung, Stadtentwicklung und Weltkulturerbe am 06.12.2016

In der gemeinsamen Sitzung des Ausschusses für Wirtschaftsförderung, Stadtentwicklung und Lebensraum im Welterbe und des Ausschusses für Weltkulturerbe, Stadtgeschichte und Kultur am 06.12.2016 wurde durch Herrn Prof. Ackers (Ackers Partner Städtebau) zusammenfassend der Prozess, die daraus resultierenden Ergebnisse sowie das städtebaulich Zielkonzept vorgestellt.

Ausblick

Nach erfolgter Beschlussfassung durch den Rat der Stadt Goslar am 20.12.2016 dient das vorliegende städtebauliche Zielkonzept nun als Grundlage für die weiteren Planungen auf dem Areal des Kaiserpfalzquartiers. Als nächste Schritte wurden weiterhin die Verhandlung einer Absichtserklärung zur gemeinsamen Realisierung der Entwicklung des Kaiserpfalzquartiers im Sinne des städtebaulichen Zielkonzeptes mit der TesCom GmbH & Co. KG sowie die Veranlassung der weiteren Prozessschritte (u. a. Schaffung Planungsrecht, Grundstücksveräußerung, Prozessentwicklung Umgestaltung ehemaliger Standort Stiftskirche, Akquirierung Fördermittel) beschlossen. Die dazugehörige Sitzungsvorlage können Sie unter folgendem Link abrufen: http://www.goslar.sitzung-online.de/bi/to020.asp?TOLFDNR=25345

Das Areal

Gutachten

Präsentationen

Weitere Informationen

Es besteht die Möglichkeit, Anregungen und Fragen direkt bei den Ansprechpartnern der Stadt Goslar vorzubringen.

Ansprechpartner bei der Stadt Goslar:
Stadt Goslar - Fachdienst Wirtschaftsförderung und strategische Entwicklung
Dirk Becker, Tel. 05321 704-200, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Rosemarie Walter, Tel. 05321 704-343, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!