Denkmalschutz und Welterbe

Bereits im Jahre 1992 erklärte die UNESCO das „Erzbergwerk Rammelsberg und die Altstadt von Goslar“ zum Welterbe. Am 1. August 2010 wurde die bestehende Welterbestätte um das System der Oberharzer Wasserwirtschaft erweitert.

Unter dem Titel „Erzbergwerk Rammelsberg, Altstadt Goslar und Oberharzer Wasserwirtschaft“ wird nunmehr eine Kulturlandschaft als Welterbe gewürdigt, die über Jahrhunderte hinweg vom Erzbergbau in besonderem Maße geprägt war.

Als „Sammelgut“ erstreckt sich das Welterbe auf insgesamt 1.362,49 Hektar. Die Altstadt Goslar umfasst ein Gebiet von 124,6 Hektar, das Erzbergwerk Rammelsberg samt dazugehörender Kulturlandschaft von 228 Hektar und das System der Oberharzer Wasserwirtschaft (Stauseen und Wassergräben zum Betrieb der Oberharzer Bergwerke) von insgesamt 1.009,89 ha.

Peterstraße in der Altstadt
Peterstraße in der Altstadt

Sämtliche Bestandteile des UNESCO-Welterbes stehen unter Denkmalschutz. Darüber hinaus wacht die UNESCO über die Erhaltung und Bewahrung ihrer Welterbestätten. Dies bedeutet nicht, dass Welterbestätten zu Museen werden; vielmehr gilt es, die Authentizität der Orte zu bewahren und Besuchern zu präsentieren.

Die Erhaltung der Altstadt von Goslar im Sinne der UNESCO-Richtlinien stellt dabei eine besondere Herausforderung dar. Mit ca. 1500 Baudenkmalen, die sich überwiegend in privatem Eigentum befinden, übernehmen auch die Einwohner der Goslarer Altstadt eine Verantwortung für das Welterbe. Deshalb stellt die Stadt Goslar folgende nähere Informationen über die Erhaltung und Pflege dieses Welterbebestandteils zur Verfügung:

Erläuterungen:

Der vom Rat der Stadt Goslar am 24.03.2009 einstimmig verabschiedete „Masterplan Altstadt Goslar“ beschreibt auf der Grundlage einer Stadtbildanalyse die Wertigkeit des Welterbes und zeigt quartiersbezogene Entwicklungspotentiale auf. Der Masterplan basiert in wesentlichen Teilen auch auf den Ergebnissen einer 2006 bei allen Denkmalbesitzern der Altstadt durchgeführten Umfrage zum Sanierungs- und Modernisierungsbedarf, die hier ebenfalls zugänglich sind.

Praktische Hinweise für Denkmalbesitzer in der Altstadt finden sich im „Gestaltungshandbuch. Richtlinien für die Erhaltung und Gestaltung des UNESCO-Weltkulturerbes“ in den Hinweisen zu Steuervergünstigungen für Denkmalimmobilien.

Im Weltkulturerbe Altstadt Goslar spielt auch die Gestaltung des öffentlichen Raumes eine wichtige Rolle. Eine im Jahr 2009 erlassene Werbeanlagensatzung und eine Sondernutzungssatzung mit Gestaltungsrichtlinien für Sondernutzungen im öffentlichen Raum sollen insbesondere die Straßenmöblierung regeln.

Aktuelles:

Fachpublikation zur Sanierung historischer Stadtmauern
Zusammenfassung der Ergebnisse des Goslarer Kolloquiums am 10. November 2015

Im Rahmen des Bundesförderprojektes „Erschließung der historischen Wallanlagen“ fand am 10. November 2015 auf Einladung der Stadt Goslar ein Fachkolloquium zur Sanierung historischer Stadtmauern statt, an dem weit mehr als 100 Fachbüros und Behörden sowie namhafte Experten aus dem gesamten Bundesgebiet teilnahmen. Im Fraunhofer IRB-Verlag, einem Fachverlag zum Planen und Bauen, ist nun ein Buch erschienen, das die Tagungsbeiträge dieser Veranstaltung zusammenfasst. Die Publikation kann über den Buchhandel oder bei der Stadt Goslar (Service-Center) zu einem Preis für 35,00 Euro bezogen werden. Das Buch richtet sich in erster Linie an Fachleute, die sich der denkmalgerechten Sanierung von historischen Stadtmauern und Befestigungswerken widmen. Es enthält aber auch Beiträge zur Geschichte der Goslarer Stadtbefestigung auf der Grundlage aktueller Forschungsergebnisse, zu den Untersuchungs- und Sanierungsmaßnahmen an den Stadtmauerabschnitten in der Glockengießerstraße und an den Judenteichen sowie eine jüngst entwickelte Checkliste zur Wartung und Pflege der Goslarer Stadtmauern.

Bibliographischer Hinweis:
Sanierung historischer Stadtmauer. Planung, Ausführung, Wartung und Pflege.
Hrsg.: Christine H. Bauer, Gabriele Patitz
Stuttgart 2016
ISBN 978-3-8167-9617-6