Goslarer Straßennamenkatalog - Dörgenkamp


Dörgenkamp

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Der Dörgenkamp, eine Spielstraße, befindet sich im nördlichen Teil Ohlhofs. Er beginnt als Abzweigung der Straße Große Wiese und endet an einem Wendeplatz. Hinter dem Wendeplatz gelangt man zu einem Fußweg, der fast den ganzen Stadtteil Ohlhof umschließt. Der Dörgenkamp ist ausschließlich mit Einfamilienhäusern bebaut. Viele Anwohner haben die Südseiten ihrer Dächer mit Solarzellen versehen. Die Anwohner, die am Wendeplatz wohnen, können eine schöne Aussicht auf die nahen Felder, ein Regenrückhaltebecken und das Gut Ohlhof genießen.

1978 wurde der Dörgenkamp nach der alten Flurbezeichnung Dörgenkamp südöstlich von Grauhof an der Immenröder Straße benannt. Vermutlich war der Dörgenkamp Land eines in der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts mehrfach genannten Schäfermeisters Dörge. Südlich der Flur Dörgenkamp muss sich wohl ein Ausschank oder Absteigequartier für Wanderer und Fuhrmänner befunden haben, da die benachbarte Flur Dörger Krug genannt wurde. Der Wortteil „Krug“ lässt darauf schließen, da ein Gastwirt früher auch „Krüger“ genannt wurde und zur Erfrischung und zum Durststillen Getränke in einem Krug servierte.
In nordwestlicher Richtung vom Dörger Krug und vom Dörgenkamp befand sich der Hopfenberg, der an seiner höchsten Stelle 238,5 Meter ü.NN. erreichte und an dessen Hängen vor Zeiten Hopfen angebaut wurde. Dieser fand Verwendung in der nahen Stadt und in dem Kloster Grauhof am Fuße des Berges.

Die Bezeichnung Dörgenkamp auf Ohlhöfer Flur sowie der Dörger Krug erinnern ebenfalls an die nach 1300 wüst gewordene (verlassene) Siedlung Doringerode, die zur Zeit Friedrich I Thuringerode und im Volksmund Dorgerode genannt wurde. Sie befand sich laut der Wüstungskartei von Thielemamann des Stadtarchives Goslar nördlich der Vienenburger Straße. Der Nachname Dörge stammt außerdem aus dem Niederdeutschen und bedeutet im Hochdeutschen Der Thüringer.

Quellen:

  • Grundner-Culemann, Alexander; Flurnamen des Stadtkreises Goslar Teil III
  • Grundner-Culemann, Alexander; Die Goslarer Hut und Weide
  • Schallock, Heinz; von Ol…bis Ohlhof
  • Stadtarchiv Goslar; GZ vom 26.04.2004; Signatur 1-802
  • Stadt Goslar; Bauamt; Straßenverzeichnis der Stadt Goslar
  • Thielemann, Otto; Die Flurnamen von Jerstedt und Hahndorf
  • www.effekt-erfolgsplanung.de
  • www.immenro.de/geschichte/flurnamen/index.htm

 

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Katalog für Goslar, Rammelsberg, Steinberg, Georgenberg, Sudmerberg und Ohlhof

Der Katalog ist das Ergebnis eines Projektes der Oskar-Kämmer-Schule in Zusammenarbeit mit dem örtlichen Jobcenter, das von der Stadt Goslar, der GMG, der Stadtbus Goslar GmbH und dem Heimatforscher Hans-Günther Griep unterstützt wurde. Ein Team aus 13 Projektteilnehmern hat sich mit der Historie und Namensgebung der Goslarer Straßen beschäftigt und erfasste Straßennamen, fotografierte Straßen, recherchierte bei Bedarf im Stadtarchiv und befragte Zeitzeugen.

Auch wenn das Projektteam stets einen hohen Qualitätsstandard vor Augen hatte, so erhebt dieser Katalog nicht den Anspruch, den Kriterien wissenschaftlichen Arbeitens zu genügen. Auch können Fehler inhaltlicher oder sonstiger Art leider nicht ausgeschlossen werden. Hierfür bitten wir um Verständnis.