Goslarer Straßennamenkatalog - Bergtal


Bergtal

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Die Straße Bergtal beginnt als Fortsetzung der Rammelsberger Straße im Stadtteil Rammelsberg und endet im Tal des Rammelsberges mit dem sagenumwobenen Kinderbrunnen. Bildhauermeister Rudolf Nickel hat in den 30er Jahren die sagenhafte Überlieferung in einem Relief über der Quellgrotte dargestellt. Sie gilt somit als Fruchtbarkeitsquelle. Vor der Gaststätte Kinderbrunnen befindet sich der im Jahr 1561 als Kunstteich angelegte Herzberger Teich. Von 1926-1996 befand sich hier ein Waldbad. Die Gebäude des Waldbades wurden im Jahre 1996 unter Denkmalschutz gestellt.

Der Straße Bergtal weiter folgend, erreicht man das Mundloch des Roeder-Stollens, das 1891 neu ausgemauert wurde, um zu verhindern, dass es vom abrutschenden Berghang verschüttet wurde. Oberhalb des Roederstollens an der Abzweigung zum Knappschaftsplatz befindet sich das im 18. Jh. errichtete ehemalige Anfahrhaus. Durch das kleine Holzhaus ging es in den Berg hinein und sieben Meter hinab zu den Abbauarbeiten. Gegenüber befindet sich eine Gaststätte. Dieses orangefarbene Backsteinhaus entstand in der Zeit von 1901-1904 und war bis 1961 das Verwaltungsgebäude des Bergwerks, die sogenannte Berginspektion. Von der Straße Bergtal zweigt ein Seitenarm ab, der sich Am Bergtal nennt und zu den Häusern Nr.8 und 9 führt. Die Straßen Bergtal bzw. Am Bergtal sind im Bereich des Bergbaumuseums und Besucherberkwerkes mit Kopfsteinen gepflastert.

Ihren Namen erhielt die Straße vermutlich durch ihren das Tal durchquerenden Verlauf. Vielleicht hat sich auch der Bergbau als Namensgeber ausgewirkt. Im Besucherbergwerk und im Bergbaumuseum werden Führungen unter Tage und über Tage durchgeführt. Die meisten Gebäude der Übertageanlagen wurden im Zuge des Rammelsbergprojektes in den Jahren 1935-1939 von den Architekten Fritz Schupp und Martin Kremmer errichtet. Der Gebäudekomplex ist von regionaltypischen Bauelemen-ten wie dem vertikalen Holzbeschlag der Fassaden und der Sprossenfenster geprägt. Die Erzaufbereitungsanlage, die sich über sieben Etagen am Berghang des Rammelsberges hinaufzieht, ermöglichte es aus den fein verwachsenen Rammelsberger Erzen Konzentrate herzustellen, aus denen seit 1936/ 1942 in den Hütten im Goslarer Stadtteil Oker die Metalle erschmolzen werden konnten. 1905/06 wurde das Gebäude der ehemaligen Kraftzentrale mit seinem wehrhaft anmutenden Turm im neoromanischen Stil errichtet.

Oberhalb der gesamten Anlage reicht das Fördergerüst des Rammelsberger Schachtes empor, der von 1938 bis 1988 der Hauptförderschacht des Erzbergwerkes war. Das nach einer über 1000 Jahre reichenden Betriebszeit 1988 wegen Erschöpfung der Erzvorräte stillgelegte Bergwerk wurde als Museum zugänglich gemacht. Hier sind die Arbeiten im Bergbau vom Mittelalter bis zum Ende der Ausbeute zu besichtigen. Seit 1992 steht das Erzbergwerk Rammelsberg mit der durch den Bergbau geprägten Altstadt Goslar in der UNESCO-Liste des Weltkulturerbes. 2010 wurde die UNESCO-Liste um die Oberharzer Wasserwirtschaft erweitert.

Quellen:

  • Dettmer, Hans-Georg; Bergbauspuren auf Schritt und Tritt; creaktiv 2006 Goslar
  • Dettmer, Hans-Georg; Der Roeder – Stollen im Rammelsberg; creaktiv 2005
  • Goslar Förderverein Rammelsberger Bergbaumuseum Goslar/Harz 2008/2009; Tagesanlagen des Rammelsberges
  • Theuerkauf, Armin; Chronik der Stadt Goslar; Band 4: 2008
  • www.harzlife.de 
  • www.rammelsberg.de

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Katalog für Goslar, Rammelsberg, Steinberg, Georgenberg, Sudmerberg und Ohlhof

Der Katalog ist das Ergebnis eines Projektes der Oskar-Kämmer-Schule in Zusammenarbeit mit dem örtlichen Jobcenter, das von der Stadt Goslar, der GMG, der Stadtbus Goslar GmbH und dem Heimatforscher Hans-Günther Griep unterstützt wurde. Ein Team aus 13 Projektteilnehmern hat sich mit der Historie und Namensgebung der Goslarer Straßen beschäftigt und erfasste Straßennamen, fotografierte Straßen, recherchierte bei Bedarf im Stadtarchiv und befragte Zeitzeugen.

Auch wenn das Projektteam stets einen hohen Qualitätsstandard vor Augen hatte, so erhebt dieser Katalog nicht den Anspruch, den Kriterien wissenschaftlichen Arbeitens zu genügen. Auch können Fehler inhaltlicher oder sonstiger Art leider nicht ausgeschlossen werden. Hierfür bitten wir um Verständnis.