Goslarer Straßennamenkatalog - Brieger Eck


Brieger Eck

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Das Brieger Eck ist ein Verbindungsweg zwischen der Okerstraße und dem Reiseckenweg. Er verläuft zwischen dem Werderhof und dem Welschen Grundstück. Man erreicht das Brieger Eck nur zu Fuß über den Reiseckenweg oder über den Fußweg vor der Stadtmauer am Anfang der Okerstraße auf der rechten Seite. Es beginnt mit einer kleinen Grünanlage, in der Bäume und Bänke stehen. Von dort hat man einen guten Ausblick auf den Rieslingsturm. Geht man den zunächst gepflasterten Weg weiter entlang, sieht man auf der rechten Seite die hintere Front des Werderhofes und den prachtvoll bepflanzten Garten. Auf der linken Seite, ist das Welsche Grundstück. Folgt man dem Weg weiter gelangt man zu einer kleinen alten Brücke, an der das Brieger Eck offiziell endet. Danach beginnt ein kleines Waldstück, in dem sich mehre Wege kreuzen, die zurück zur Okerstraße, zum Reiseckenweg oder zur Straße St. Annenhöhe führen.

„Es begann 1949!“
Die Bürger der schlesischen Stadt Brieg, bereiteten für das darauffolgende Jahr die Siebenhundertjahrfeier für ihre Heimatstadt vor. Für die durch den Treck des letzten Kriegswinters in alle Welt zerstreuten Brieger sollte dieses Jubiläum ein großes Wiedersehen werden. Für diese bedeutende Veranstaltung wurde nach einer geeigneten Stätte gesucht. Und die fand man in der unversehrten Harzstadt Goslar. Einige Brieger Bürger trugen das Anliegen beim damaligen Oberstadtdirektor Schneider vor. Die Stadt Goslar sagte, ihre Unterstützung zu. So fiel damals schon das Wort „Patenschaft“. Am 12. und 13. August 1950 fanden die Feierlichkeiten schließlich statt. Auf den Straßen und in den Sälen spiegelten sich rührende Wiedersehensszenen ab. Die gesamte deutsche Presse berichtete über die Meldung, dass die tausendjährige Kaiserstadt Goslar als erste westdeutsche Stadt eine Patenschaft übernommen hat. Hunderte Städte folgten seitdem mit gutem Beispiel.

Bereits wenige Tage nach den Feierlichkeiten richtete die Stadt Goslar eine „Betreuungsstelle Brieg“ ein. Es entstand ein Suchdienst „Goslar sucht Brieger“. 1021 Suchanzeigen wurden in vier Jahren bearbeitet. Davon konnten 399 Brieger an ihrer neuen Anschrift ermittelt werden. Von 53 Briegern wurde festgestellt, dass sie gefallen, nach dem Krieg verstorben oder vermisst sind. Der Stadt Goslar kam es weder auf Repräsentation noch auf Formalien an, als sie im August 1950 die Brieger Patenschaft übernahm. Wichtiger war, dass so schnell wie möglich geholfen wurde. 1951 wurde die offizielle Patenschaft vom Rathaus durch den Hauptbeschluss des Rates bestätigt, fast ein halbes Jahr nachdem die praktische Arbeit schon im vollen Gang war.

Die Stadt Goslar übergab den nördlichen Turm des Breiten Tores den Briegern als Gedenkstätte. Auch eine Straße im Stadtteil Jürgenohl wurde nach der Stadt Brieg benannt. 1955 sind Brieger und schlesische Landsleute mehrfach an den Vorstand der Vereinigung der Brieger herangetreten, eine Straße oder einen Platz im Inneren der Stadt als Brieger Straße oder Brieger Platz zu benennen. Deshalb wurde der Weg zwischen dem Werderhof und den Welschen Grundstück als Brieger Eck bezeichnet, zumal dort die Brieger Weide steht.

Quellen:

  • Griep, Hans-Günther; Karte "Goslar um 1500"
  • Stadt Goslar, Goslar macht den Anfang
  • Neuere Geschichten der Stadt Brieg 1740-1980
  • Stadt Goslar, Bauamt; Ordner 4, Akte 52

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Katalog für Goslar, Rammelsberg, Steinberg, Georgenberg, Sudmerberg und Ohlhof

Der Katalog ist das Ergebnis eines Projektes der Oskar-Kämmer-Schule in Zusammenarbeit mit dem örtlichen Jobcenter, das von der Stadt Goslar, der GMG, der Stadtbus Goslar GmbH und dem Heimatforscher Hans-Günther Griep unterstützt wurde. Ein Team aus 13 Projektteilnehmern hat sich mit der Historie und Namensgebung der Goslarer Straßen beschäftigt und erfasste Straßennamen, fotografierte Straßen, recherchierte bei Bedarf im Stadtarchiv und befragte Zeitzeugen.

Auch wenn das Projektteam stets einen hohen Qualitätsstandard vor Augen hatte, so erhebt dieser Katalog nicht den Anspruch, den Kriterien wissenschaftlichen Arbeitens zu genügen. Auch können Fehler inhaltlicher oder sonstiger Art leider nicht ausgeschlossen werden. Hierfür bitten wir um Verständnis.