Goslarer Straßennamenkatalog - Clausthaler Straße


Clausthaler Straße

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Die Clausthaler Straße verläuft als Fortsetzung der Werenbergstraße zunächst bergab. Im weiteren Verlauf zweigen nördlich die Bergstraße und südlich die Rammelsberger Straße ab. Davor befinden sich parallel zur Straße noch Reste alter Wallanlagen mit begrünten Hängen. Hinter den Feuerteichen ist eine Ampelkreuzung, von dort aus zweigt der Nonnenweg in nördlicher Richtung ab. Danach verläuft die Straße als Vorfahrtstraße weiter geradeaus und führt durch bewaldetes Gebiet bergauf bis nach Clausthal-Zellerfeld.

Sie erhielt ihren Namen, weil sie nach Clausthal-Zellerfeld führt. Die Straße entstand nach Abbruch der Wallanlagen und des Klaustores im Laufe des 19. Jh. zwischen den Feldmauerresten der Stadtbefestigung. Bereits um 1900 war sie bis zur Hausnummer 15 bebaut. Sie wurde damals aber „Klausthalerstraße“ geschrieben. Von 1914 bis Anfang der 20er Jahre war sie unterteilt in Klausthaler Straße und Klausthaler Chaussee. Seit Ende der 20er Jahre wurde die gesamte Straße nur noch als Clausthaler Straße bezeichnet. Im Mittelalter wurde sie auch Alte Heerstraße und Harzer Heerstraße genannt.

Parallel zur Clausthaler Straße verläuft die Gose, ein Fluss, der für die Stadtbevölkerung von Goslar im Mittelalter ausreichendes Trink- und Brauchwasser lieferte. Ungefähr ab der Abzweigung des Nonnenweges bergauf wurden früher Mühlen im Gosekanal betrieben. Heute sind diese alle verschwunden. An dem damaligen Mühlenstandort der Daniels Mühle ist heute eine Ausflugsgaststätte. An dem ehemaligen Standort der Lichtenberg-Mühle befindet sich das Tierheim bei der Sennhütte. An der ehemaligen Weidemühle ist heute eine Autopflegestation.

Der Gosekanal wurde bereits um 1200 auf der 2006 von Griep gezeichneten Karte erwähnt. Er verläuft unter der Clausthaler Straße hindurch bis zur Stadtbefestigung an der Frankenberger Kirche und unterquert die mittelalterlichen Befestigungsanlagen durch Stollen. Sein Verlauf ist teils ober-, teils unterirdisch.

Heute dient der Gosekanal nur noch als Regenwasserabfluss. An der Ecke zur Bergstraße nutzte zuletzt eine Senf- und Essigfabrik die Wasserkraft der Klausmühle. Um 1500 befand sich hier die Bergschmiede, wo Pferde für die Berg-Forstarbeit beschlagen wurden. Ansonsten ist die Clausthaler Straße heute mit Häusern unterschiedlichen Baustils bebaut, dazu gehören auch hohe Fachwerkhäuser aus dem 19. Jahrhundert. Weil der Autoverkehr auf dieser Straße im Laufe der folgenden Jahre zunahm, entstand eine Asphaltstraße. So konnte unter anderem auch der zunehmenden Staubbelästigung entgegen gewirkt werden. Heute befinden sich entlang der Clausthaler Straße Hotels und Restaurants, die nicht weit vom Zentrum der Kaiserstadt entfernt liegen.

Quellen:

  • Griep, Hans-Günther; Karten von Goslar um 1200; 1500; 1800
  • Griep, Hans-Günther; Goslar um 1500; Beiheft; 4. Auflage 1999; S. 23
  • Griep, Hans-Günther; Die Geologie und Topographie;
  • Griep, Hans-Günther; Die Befestigungsanlagen; Verlag GZ Karl Krause 1992
  • Stadtarchiv; Adressbuch von 1900, 1914, 1927/1928, 1934 und 1955
  • Steinecke, Ernst; Museumsverein Goslar e. V; 1. Auflage 2008; S. 115
  • Theuerkauf Armin; Chronik der Stadt Goslar; Band 4: 1881 – 1932;

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Katalog für Goslar, Rammelsberg, Steinberg, Georgenberg, Sudmerberg und Ohlhof

Der Katalog ist das Ergebnis eines Projektes der Oskar-Kämmer-Schule in Zusammenarbeit mit dem örtlichen Jobcenter, das von der Stadt Goslar, der GMG, der Stadtbus Goslar GmbH und dem Heimatforscher Hans-Günther Griep unterstützt wurde. Ein Team aus 13 Projektteilnehmern hat sich mit der Historie und Namensgebung der Goslarer Straßen beschäftigt und erfasste Straßennamen, fotografierte Straßen, recherchierte bei Bedarf im Stadtarchiv und befragte Zeitzeugen.

Auch wenn das Projektteam stets einen hohen Qualitätsstandard vor Augen hatte, so erhebt dieser Katalog nicht den Anspruch, den Kriterien wissenschaftlichen Arbeitens zu genügen. Auch können Fehler inhaltlicher oder sonstiger Art leider nicht ausgeschlossen werden. Hierfür bitten wir um Verständnis.