Goslarer Straßennamenkatalog - Hainholz


Hainholz

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Die Straße Hainholz liegt im gleichnamigen Gebiet Hainholz. Man erreicht sie mit dem Auto nur über den Breiten Weg. Zu Fuß hat man auch über die Kupferrauchgasse mehrere Zugänge. Sie liegt am Hang und wirkt mit ihren schönen Gärten und dem üppigen Grün sehr gepflegt. Ungefähr in der Mitte gabelt sich die Straße. Auf der linken Seite führt sie vorbei an einigen Eigenheimen und endet als Sackgasse an einem Garagenkomplex und einem der Treppenaufgänge zur Kupferrauchgasse. Der rechte Straßenverlauf ist länger, endet dann aber ebenfalls in einer Sackgasse und einem Treppenaufgang mit Rampe hoch zur Kupferrauchgasse.

Hainholz wurde als Wohnstraße bereits 1962 benannt, aber erst 1978 weitgehend fertig gestellt. Woher sie ihren Namen hat lässt sich leicht herleiten. Auf dem immensen Höhenrücken lag der Bereich des Forstgerichts vermutlich unter einer Gruppe von Bäumen. Hain führt auf das und gleichzeitig „Hagen“ sowie das „Hägen“ zurück. Es steht dichterisch für kleiner, lichter Wald und man verstand damals unter Hain einen mit Bäumen umgebenen Platz, der unter königlichem Schutz stand.

Wichtig ist zu erwähnen, dass das vollständige Gebiet Hainholz bis heute diesen, mittlerweile um die tausend Jahren alten Flurnamen trägt. Dahinter verbirgt sich die ehemalige Stätte des alten Forstgerichtes. In einem Schriftstück vom 26.9.1317 wird dieser Platz mit „in loco, qui dicitur Heynholt“ zitiert, übersetzt:„An dem Ort, der Heynholt genannt wird“. Dies änderte sich erst im 15. und 16. Jahrhundert. Von da an wurde der Gerichtsplatz in der Regel „vor dem Claußdore“ und nur noch selten „vor dem hainholte“ genannt.

Die Gerichtsstätte spielte das gesamte Mittelalter hindurch eine Rolle und wurde in dieser Zeit immer wieder erwähnt. Die Stadt Goslar konnte sich 1543 und 1549 durch Verträge Anrechte auf das Gehölz von dem Stift Walkenried aneignen. Zu dem Forstgericht gehörte der an der Abzuchtbrücke gelegene sogenannte „Wolfsgalgen“.

Im Mittelalter war es an der Tagesordnung, dass auch Tieren der Prozess gemacht wurde. Speziell Wölfe galten als unbelehrbar und wurden häufig zum Tode verurteilt. Zur Abschreckung vor den Toren aufgehängt, baumelten die toten Tiere so lange dort, bis die Kadaver von selbst herunter fielen. An der Feldmauer zum Feuergraben stand außerdem die sogenannte „Wippe des Strafrechtes“. In eiserne Körbe gesperrte Übeltäter wurden hier zur Strafe in das Wasser getaucht.

Aber das Gebiet Hainholz war nicht nur ein Gerichtsplatz. Er diente auch als Verbindung vom Klaustor zum Rammelsberg, der früher noch seine Schächte in der Höhe des Maltermeisterturmes hatte. Die Wege Kupferrauchgasse, Hundegasse, Hainholzgasse und Hainholzweg führten vom Tor nach dort hinaus.

Quellen:

  • Stadt Goslar, Bauamt; Straßenverzeichnis der Stadt Goslar
  • Bornhardt, Wilhelm; Die Flurnamen des Stadtkreises Goslar Teil I. Stadt Goslar
  • Griep, Hans-Günther; Goslar um 1500, S. 23
  • Griep, Hans-Günther; Harzer Legenden, S. 151 – 152
  • de.wiktionary.org/wiki/Hain

 

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Katalog für Goslar, Rammelsberg, Steinberg, Georgenberg, Sudmerberg und Ohlhof

Der Katalog ist das Ergebnis eines Projektes der Oskar-Kämmer-Schule in Zusammenarbeit mit dem örtlichen Jobcenter, das von der Stadt Goslar, der GMG, der Stadtbus Goslar GmbH und dem Heimatforscher Hans-Günther Griep unterstützt wurde. Ein Team aus 13 Projektteilnehmern hat sich mit der Historie und Namensgebung der Goslarer Straßen beschäftigt und erfasste Straßennamen, fotografierte Straßen, recherchierte bei Bedarf im Stadtarchiv und befragte Zeitzeugen.

Auch wenn das Projektteam stets einen hohen Qualitätsstandard vor Augen hatte, so erhebt dieser Katalog nicht den Anspruch, den Kriterien wissenschaftlichen Arbeitens zu genügen. Auch können Fehler inhaltlicher oder sonstiger Art leider nicht ausgeschlossen werden. Hierfür bitten wir um Verständnis.