Goslarer Straßennamenkatalog - Lilienberg


Lilienberg

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Die Straße Lilienberg beginnt im östlichsten Teil der Straße Osterfeld. Sie verläuft erst geradlinig, dann bogenförmig zu einem Wendeplatz mit Parkmöglichkeiten, wo sie als Sackgasse endet. Heute ist die Straße Lilienberg ein ruhiges, gepflegtes Wohngebiet mit Einfamilienhäusern auf beiden Seiten der Straße.

Im Bereich Lilienberg wurden wohl schon um 1016 Steine und Kalk für den Bau der Stadt Goslar und der Befestigungen abgebaut. Im späten 16. Jahrhundert sollen sich dort Gärten befunden haben, die bis ins 18. Jhdt. bekannt waren. Im Gebiet der Straße soll es auch zwei Ölmühlen gegeben haben.
Mit dem Bebauungsplan 146 aus dem Jahr 1975 wurde diese Straße für die Bebauung erschlossen. Seit 1976 ist dieser Straßenname in den Adressbüchern der Stadt Goslar zu finden. Ihre Namensgebung zu erforschen, war keine leichte Aufgabe. Es bieten sich zwei Möglichkeiten, die eine endgültige Klärung aber nicht zulassen.

So wird angenommen, dass der Name Lilienberg von den „Wolfslilien“ bzw. „Wolfsgruben“ stammt. Im Mittelalter wurde auch über Tiere Gericht gehalten, so auch über Wölfe. Um über die Wölfe zu verhandeln, mussten diese gefangen werden. So wurden drei Gruben kleeblattförmig angelegt, mit spitzen Pfählen bestückt und mit Reisig abgedeckt. Im Querschnitt sahen diese Gruben wie Lilien aus. Der Ursprung dieser Gruben stammte aber aus der Kriegsführung Cäsars gegen die Gallier. In seinen Berichten über den Krieg, der „Commentarii de bello gallico“, beschreibt er diese Gruben als Hilfsmittel zur Belagerung der Festung Alesia. Um den Galliern einen Ausbruchsversuch nicht möglich zu machen und um sie vom Nachschub abzuschneiden, wurden ähnliche Gruben angelegt. Diese Gruben nannte Cäsar „lilium“. In späteren Jahrhunderten übernahmen die Franken dieses Wort. Vermutlich wurden weiterhin in dieser karolingischen Zeit Gruben zum Tierfang und auch weiter zur Verteidigung genutzt.

Als zweiter Namensgeber kommt die Blume Lilie in Frage. Lilien gibt es in mehr als 100 verschiedenen Arten. Ihre Blüten wirken sehr elegant. Lilien halten sich gut als Schnittblumen. Unter den Lilienarten gibt es viele verschiedene Sorten. So gehören die Pracht- und die Tigerlilie zu den bekanntesten Sorten. Weiße Lilien gelten als Symbol für Reinheit, aber auch für Trauer. Lilien gehören zu den ältesten Zierpflanzen und besitzen Symbolkraft in vielen Kulturen. Sie tauchen auch in vielen Wappen auf. Die bekannteste Lilie auf Wappen ist die französische „Fleur de Lis“. Die Lilie gilt auch als Sinnbild für die heilige Maria. In Asien werden Lilien zum Teil als Lebensmittel genutzt.

Quellen:

  • Großes Lexikon A –Z
  • Grundner-Culemann, Alexander; Die Flurnamen des Stadtkreises Goslar, Teil III
  • Stadt Goslar, Bauamt; Bebauungsplan 146 von 1975
  • Tresidder, Jack; Symbole und ihre Bedeutung
  • Zeitschrift des Harzvereins für Geschichte und Altertumskunde; 65. Ausgabe 1932, S. 31 ff
  • www.gottwein.de

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Katalog für Goslar, Rammelsberg, Steinberg, Georgenberg, Sudmerberg und Ohlhof

Der Katalog ist das Ergebnis eines Projektes der Oskar-Kämmer-Schule in Zusammenarbeit mit dem örtlichen Jobcenter, das von der Stadt Goslar, der GMG, der Stadtbus Goslar GmbH und dem Heimatforscher Hans-Günther Griep unterstützt wurde. Ein Team aus 13 Projektteilnehmern hat sich mit der Historie und Namensgebung der Goslarer Straßen beschäftigt und erfasste Straßennamen, fotografierte Straßen, recherchierte bei Bedarf im Stadtarchiv und befragte Zeitzeugen.

Auch wenn das Projektteam stets einen hohen Qualitätsstandard vor Augen hatte, so erhebt dieser Katalog nicht den Anspruch, den Kriterien wissenschaftlichen Arbeitens zu genügen. Auch können Fehler inhaltlicher oder sonstiger Art leider nicht ausgeschlossen werden. Hierfür bitten wir um Verständnis.