Goslarer Straßennamenkatalog - Petersberg


Petersberg

Petersberg1
Petersberg2
Petersberg3

Die Straße Petersberg nimmt am Osterfeld ihren Anfang, sie ist die erste Querstraße die hier links abgeht. Auf der rechten Seite befinden sich ein unbebautes Grundstück und eine Seniorenwohnanlage. Hinter diesem Gebäudekomplex kann man über einen Weg zum Klusfelsen gelangen. Im weiteren Verlauf folgen noch einige Einfamilienhäuser. Auf der gegenüberliegenden Seite stehen 4 weitere Häuser. Des Weiteren ist der Weg mit Bäumen bepflanzt. Die Straße selber endet in einer Sackgasse mit Wendemöglichkeit. Von hier aus führt ein Waldweg in Richtung Petersberg. Auf dem Petersberg bietet sich auch ein märchenhafter Rundumblick über die Stadt Goslar. Dort kann man die Ruine der Stiftskirche St. Petri besichtigen.

Der Petersberg hieß früher Galgenberg und wurde als Hinrichtungsstätte benutzt. Da auf dem Berg auch Kalk gewonnen wurde nannte man ihn auch Kalkberg. Die Straße zum Petersberg erhielt ihrem Namen 1978. Davor war es vermutlich noch keine öffentliche Straße sondern nur ein Weg zum Petersberg.

Als Gründerin der Stiftskirche St. Petri wurde die Kaiserin Agnes von Poiton, Mutter von Heinrich IV. benannt. Urkundlich wird ihr Mann Kaiser Heinrich III. als Gründer erwähnt. Die Stiftskirche wurde um 1050 gegründet. Heinrich IV. verschenkte die Stiftskirche an den Bischof von Hildesheim. Vielleicht wollte der Kaiser den ebenfalls von seinen Vater gegründeten Domstift St. Simon und Judas sichern. Das Domstift war Ausbildungsort vieler Reichsbischöfe. Es wäre aber auch möglich, dass die damalige politische Lage Grund der Schenkung war. Heinrich der IV. war noch nicht volljährig als sein Vater starb. So könnte seine Mutter Agnes Einfluss genommen haben. Sie stammte aus der Gründerfamilie des Klosters Cluny und war somit den Ideen der Kirchenreform sehr angetan. Zwischen Stift und Kloster gibt es folgende Unterschiede: Im Kloster wurde gebetet und gearbeitet, die Mönche lebten in häuslicher Gemeinschaft und waren arm. Im Stift wurden sogenannte Stiftsherren zur Verwaltung in der Kanzlei des Königs, Herzogs oder Bischofs eingesetzt. Seelsorge und Gottesdienst gehörten zu ihren Hauptaufgaben. Stiftsherren durften persönliches Eigentum besitzen.

Aus der Stiftskirche St. Petrie sind bis zum Beginn des 13. Jahrhunderts insgesamt fünf Pröpste zu Bischöfen ernannt worden. Die Besitzgeschichte der Stiftskirche St. Petri ist schwierig zu rekonstruieren, da die verfügbaren Quellen rar sind. Man weiß, dass das Stift finanziell schlechter gestellt war als andere Stiftungen in Goslar. Außerhalb der Stadt hatte es aber umfangreichen Besitz. Seit 1064 besaß es die Flur der alten Sudburg, 1167 kamen noch das Osterfeld und der Klusteich mit Mühlen hinzu. Alle Mühlen der Stadt Goslar befanden sich in geistlichem Besitz, bis zur Besitzabtretung aller geistlichen Institutionen an den Rat. Die Stiftskirche St. Petri verkaufte bereits 1259 die erste Mühle an den Rat. 1527 wurde das Stift von Goslars Bürgern zur Sicherung gegen den Herzog von Braunschweig angezündet und brannte ab.

Quellen:

  • Adressbuch der Stadt Goslar 1933
  • Engelke, Hansgeorg, Samow, Peter; „Ja stecket an in Gottes Namen!“
  • Stadtarchiv Goslar, Akte 52 Ordner IV

Straßenprofil als PDF Dieses Straßenprofil als PDF herunterladen.

Katalog für Goslar, Rammelsberg, Steinberg, Georgenberg, Sudmerberg und Ohlhof

Der Katalog ist das Ergebnis eines Projektes der Oskar-Kämmer-Schule in Zusammenarbeit mit dem örtlichen Jobcenter, das von der Stadt Goslar, der GMG, der Stadtbus Goslar GmbH und dem Heimatforscher Hans-Günther Griep unterstützt wurde. Ein Team aus 13 Projektteilnehmern hat sich mit der Historie und Namensgebung der Goslarer Straßen beschäftigt und erfasste Straßennamen, fotografierte Straßen, recherchierte bei Bedarf im Stadtarchiv und befragte Zeitzeugen.

Auch wenn das Projektteam stets einen hohen Qualitätsstandard vor Augen hatte, so erhebt dieser Katalog nicht den Anspruch, den Kriterien wissenschaftlichen Arbeitens zu genügen. Auch können Fehler inhaltlicher oder sonstiger Art leider nicht ausgeschlossen werden. Hierfür bitten wir um Verständnis.