Goslarer Straßennamenkatalog - Rosenberg


Rosenberg

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Die Straße Rosenberg zweigt vom Reiseckenweg ab und ist als verkehrsberuhigte Zone ausgeschildert. Sie ist asphaltiert, rechts verläuft ein Bürgersteig und beidseitig stehen Einfamilienhäuser. Die Häuser sind mit Vorgärten ausgestattet. Auf der linken Seite begrenzen teilweise sehr hohe Hecken die Gärten. Die Straße führt zunächst steil bergauf und auf ihrem höchsten Punkt gabelt sie sich. Nordöstlich führt sie leicht abwärts an der Abzweigung zur Straße Sieben Linden vorbei und endet dann an der Schützenallee. In südlicher Richtung führt die Straße nach ein paar Metern wieder abwärts und verläuft nach einer Kurve parallel zum ersten Teil, bis sie dann in einer Sackgasse mit Wendemöglichkeit endet. Am Ende der Sackgasse führt eine Treppe hinab zu einem kleinen asphaltierten Fußweg, der wiederum in das erste Drittel des Rosenbergs mündet. Ein weiterer kleiner Fußweg verläuft zum Roseneck und zum Bleicheweg.

Urkundlich wird der Rosenberg zuerst 1260 in einem Güterverzeichnis erwähnt, wo von einer „Wiese am Rosenberg“ die Rede ist. Vermutlich wuchsen dort Wildrosen. In einem Verzeichnis der Stiftskirche St. Petri heißt es, der Rosenberg ist die Grenze zwischen dem Grundbesitz der Kirche St. Petri und dem Bergdorf. Der Rosenberg war keinem der beiden Gebiete zugeteilt. Das lässt darauf schließen, dass ihm kein besonderer Wert beigemessen wurde. Möglicherweise rührt der Name Rosenberg aber auch daher, dass hier Kalk abgebaut wurde, der in sogenannten „Kalkrosen“, einer Vorrichtung zum Brennen des Materials verarbeitet wurde. Erst im Jahr 1957 wurde die Straße benannt.

Auf dem Rosenberg stand auch der 2. Turm der „Landwehr“, ein mit Gräben und Hecken umschlossener Bereich. Der Turm wurde vermutlich erst Anfang des 19. Jahrhunderts abgebrochen. Auf der Karte um 1800 sieht man den Turm noch. Der erste Turm der „Landwehr“ ist der noch erhaltene Maltermeisterturm. Innerhalb der Stadt boten feste Mauern und verschlossene Tore den Bewohnern Schutz vor Feinden. Die auf den Feldern und Wiesen arbeitenden Bürger vor der Stadtmauer waren somit den räuberischen Zugriffen möglicher Feinde ausgesetzt. Deswegen errichtete man eine Landwehr. Diese bestand aus Wallanlagen und Gräben, aber das wichtigste Hindernis waren die dichten breiten Hecken. Nur an wenigen Stellen, wo die in die Stadt führenden Landstraßen die Landwehr durchschnitten, war ein schnelles Eindringen möglich. An diesen Orten befanden sich Worthtürme, deren Wächter die Aufgabe hatten, die Bürger der Stadt auf die nahende Gefahr aufmerksam zu machen und so die Stadt zu schützen. Weitere Informationen zur Bedeutung der Rose als Namensgeber der Straße finden Sie in der Straße Roseneck.

Quellen:

  • Bauamt, Akte 55, Ordner IV
  • Bornhardt, Wilhel;, Flurnamen Rammelsberg I von 1935
  • Griep, Hans-Günther; Begleitheft zur Karte um 1500 von 1984/85

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Katalog für Goslar, Rammelsberg, Steinberg, Georgenberg, Sudmerberg und Ohlhof

Der Katalog ist das Ergebnis eines Projektes der Oskar-Kämmer-Schule in Zusammenarbeit mit dem örtlichen Jobcenter, das von der Stadt Goslar, der GMG, der Stadtbus Goslar GmbH und dem Heimatforscher Hans-Günther Griep unterstützt wurde. Ein Team aus 13 Projektteilnehmern hat sich mit der Historie und Namensgebung der Goslarer Straßen beschäftigt und erfasste Straßennamen, fotografierte Straßen, recherchierte bei Bedarf im Stadtarchiv und befragte Zeitzeugen.

Auch wenn das Projektteam stets einen hohen Qualitätsstandard vor Augen hatte, so erhebt dieser Katalog nicht den Anspruch, den Kriterien wissenschaftlichen Arbeitens zu genügen. Auch können Fehler inhaltlicher oder sonstiger Art leider nicht ausgeschlossen werden. Hierfür bitten wir um Verständnis.