Goslarer Straßennamenkatalog - Sieben Linden


Sieben Linden

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Die Straße Sieben Linden beginnt am Reiseckenweg und führt bergauf zum Rosenberg. Gleich hinter der Einmündung gabelt sich die Straße. Vom Reiseckenweg kommend führt die Fahrspur rechts Richtung Rosenberg. Die gegenüberliegende Spur wird von Autofahrern aus Richtung Rosenberg genutzt. Zwischen beiden Fahrspuren befindet sich eine Grünanlage. Im unteren Bereich, am Reiseckenweg, stehen sieben Lindenbäume, die eingezäunt sind. Im Bereich der Grünanlagen, Richtung Rosenberg sind neben Buchen weitere Linden gepflanzt. Diese Bäume haben ein unterschiedliches Alter. Vier von ihnen sind eindeutig recht alt. Drei Bäume sind wohl erst vor einigen Jahren neu gepflanzt worden.

Geografisch liegt die Straße Sieben Linden am Nordfuß des Rosenbergs. Dort war ein Flurstück mit dem gleichen Namen bekannt. Ob nun die Straße dem Flurstück oder den sieben Bäumen ihren Namen verdankt ist nicht nachvollziehbar. Der Name Sieben Linden taucht erstmals im Adressbuch von 1925 auf. Damals sollen unter dieser Anschrift drei Personen in einem Fachwerkhaus gelebt haben. Diese Gebäude gehört heute jedoch zum Reiseckenweg. Im Bereich der Straße Sieben Linden hat es um 1925 nur Felder und Wiesen gegeben. Es ist anzunehmen, dass jene sieben Linden eine Begrenzung zwischen den Feldern darstellen sollten. Erschlossen und bebaut wurde sie ab 1954.

In der Straße Sieben Linden sind ausschließlich größere Einzelhäuser zu finden. Viele von ihnen sind von großzügigen Grundstücken umgeben. Die Straße ist asphaltiert und hat auf beiden Seiten Gehwege. Sie gilt als verkehrsberuhigt. Die zweigeteilte Fahrspur führt am oberen Ende (Rosenberg) wieder zusammen.

Die Linde, lat. Tilia, kommt in Europa in drei bekannten Varianten vor. Die Sommer-, Winter-, und Silberlinde. Die Bäume können, je nach Art, bis zu 40 m hoch werden. Linden zeichnen sich durch ein schnelles Wachstum aus. Sie sind als Park- und Alleebäume sehr beliebt. Linden können problemlos zurückgeschnitten werden, da sie schnell wieder austreiben. Sie gelten als sehr robust und reagieren auf Luftverschmutzung recht unempfindlich.

In vielen Kulturen gilt die Linde als Symbol des Weiblichen. Die Germanen hatten die Linde der Fruchtbarkeitsgöttin Freya geweiht. Der Legende nach sollten sich im Geäst der Linde gute Geister aufhalten. Lindenbäume wurden in vielen Dörfern an zentralen Punkten gepflanzt. Die Bäume dienten als Treffpunkt der Bewohner. Dort wurden Feste gefeiert und in manchen Gegenden dienten die Linden als Gerichtsplatz. Der Überlieferung nach sollte unter Linden ein „gelindes“, mildes Urteil gefällt werden.

Auch in der Naturmedizin spielt die Linde eine wichtige Rolle. Lindenblütentee wirkt beruhigend bei Erkältungskrankheiten und lindert Fieber. Seine entkrampfende und beruhigende Wirkung kann auch bei Beschwerden des Bauches angewandt werden. Lindenblütenhonig schmeckt sehr gut, besonders auf frischen Brötchen. Das Holz des Lindenbaums ist weich. Es eignet sich hervorragend für Schnitzereien. So haben berühmte Holzschnitzer, z. B. Tilman Riemenschneider, viele Arbeiten aus Lindenholz gefertigt.

Quellen:

  • Stadt Goslar, Bauamt; Geodaten
  • Stadt Goslar, Bauamt; Ordner IV, Akte 55
  • Grundner-Culemann, Alexander; Die Flurnamen des Stadtkreises Goslar, Teil III
  • Stadtarchiv Goslar; Adressbuch von 1925
  • www.natur-lexikon.com

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Katalog für Goslar, Rammelsberg, Steinberg, Georgenberg, Sudmerberg und Ohlhof

Der Katalog ist das Ergebnis eines Projektes der Oskar-Kämmer-Schule in Zusammenarbeit mit dem örtlichen Jobcenter, das von der Stadt Goslar, der GMG, der Stadtbus Goslar GmbH und dem Heimatforscher Hans-Günther Griep unterstützt wurde. Ein Team aus 13 Projektteilnehmern hat sich mit der Historie und Namensgebung der Goslarer Straßen beschäftigt und erfasste Straßennamen, fotografierte Straßen, recherchierte bei Bedarf im Stadtarchiv und befragte Zeitzeugen.

Auch wenn das Projektteam stets einen hohen Qualitätsstandard vor Augen hatte, so erhebt dieser Katalog nicht den Anspruch, den Kriterien wissenschaftlichen Arbeitens zu genügen. Auch können Fehler inhaltlicher oder sonstiger Art leider nicht ausgeschlossen werden. Hierfür bitten wir um Verständnis.