Goslarer Straßennamenkatalog - Buchenanger


Buchenanger

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Der Buchenanger beginnt am Eschenweg und mündet in den Nußanger. Die Verkehrsführung ist hier etwas knifflig. Ortsfremden stellt sie sich so dar. Sie befahren den Eschenweg und folgen der abknickenden Vorfahrtsstraße und sind – upps - im Buchenanger. Der Eschenweg verläuft nämlich geradeaus weiter und wird zu einer gekennzeichneten Spielstraße. Im Juli 2011 wurde am Buchenanger ein Verbotsschild für LKW über 10 m Länge aufgestellt um Rangierunfälle im Eschenweg zu reduzieren. Bemerkenswert ist jedoch das Fehlen eines solchen Verbotsschildes am Eschenweg. Die Straße Buchenanger ist durchgehend asphaltiert und mit einzeln stehenden Ein – und Zweifamilienhäusern bebaut. Hier sind beidseitig bis kurz vor Erreichen des Eschenweges Gehwege vorhanden, wovon sich der rechte so verschmälert, dass er auf dem letzten Straßenabschnitt nicht mehr vorhanden ist. Spätestens jetzt sollte sich der Fußgänger verdünnisieren.

Der seit 1938 bestehende Buchenweg erhielt wie die umliegenden Straßen einen Baumnamen. Vielleicht wurden die Taufpaten der Straße durch ein anliegendes kleines Buchenwäldchen zu diesem Namen inspiriert. Sicher ist das allerdings nicht, zumal er 1973 in Buchenanger umbenannt wurde. Der Zusatz Anger bezeichnet eine freie Fläche oder Wiese im Mittelpunkt eines Dorfes, auf der sich auch die Kirche oder öffentliche Gebäude befinden und passt nicht wirklich in einen Wald. 1952 nannte man den Buchenweg im Volksmund Pastorenstieg, weil Pastor Jürgens noch bei Klages im Birkenweg – heute Eschenweg – wohnte und dieses für ihn der kürzeste Weg zum Gottesdienst war.

Die Buche ist der verbreitetste und wichtigste Baum in unseren Breiten. Ein alter Buchenwald hat die Atmosphäre eines Domes. Das hat ihm die Bezeichnung „Hallenwald“ eingebracht. In der Mythologie gilt die Buche als Mutter des Waldes, die weise alte Frau oder die weise Großmutter. Bei Umarmung soll sie dem Menschen krankmachende Energie entziehen. Sie beruhigt, stärkt und gibt emotionale Energie ab. Bei den Kelten galt die Buche als Wunschbaum. Sie fertigten Seife aus Buchenholzasche. Vermischt mit Ziegenfett und Wasser diente diese der Haaraufhellung. Das harte Buchenholz findet in der Möbelindustrie vielfache Verwendung und früher stellte man aus ihr die Runen her. In die Holzstäbchen oder -blättchen wurden Zeichen geritzt, ähnlich einem Geheimcode, der die Kraft hatte, Wünsche zu erfüllen, die Zukunft vorauszusagen oder vor Bösem zu schützen. Diese beschrifteten Runen zu einem Bündel geschnürt waren der Vorläufer unseres Buches, dessen Namen von dem Baumnamen abgeleitet ist. In Ortsnamen kommt die Buche in Deutschland 1567mal vor, während die Eiche mit 1467 Treffern knapp Rang 2 belegt. Bemerkenswert sind noch folgende Zahlen: Eine alte Buche mit einem 15m großen Kronendurchmesser besitzt etwa 600.000 Blätter, die 1200 m² Fläche bedecken würden. Sie verdunstet im Sommer 2000 l Wasser und produziert somit 1,7 kg Sauerstoff pro Tag. Diese Menge benötigen 3 Menschen. Naturheilkundlich tritt die Buche aber kaum in Erscheinung.

Quellen:

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Katalog für Goslar, Rammelsberg, Steinberg, Georgenberg, Sudmerberg und Ohlhof

Der Katalog ist das Ergebnis eines Projektes der Oskar-Kämmer-Schule in Zusammenarbeit mit dem örtlichen Jobcenter, das von der Stadt Goslar, der GMG, der Stadtbus Goslar GmbH und dem Heimatforscher Hans-Günther Griep unterstützt wurde. Ein Team aus 13 Projektteilnehmern hat sich mit der Historie und Namensgebung der Goslarer Straßen beschäftigt und erfasste Straßennamen, fotografierte Straßen, recherchierte bei Bedarf im Stadtarchiv und befragte Zeitzeugen.

Auch wenn das Projektteam stets einen hohen Qualitätsstandard vor Augen hatte, so erhebt dieser Katalog nicht den Anspruch, den Kriterien wissenschaftlichen Arbeitens zu genügen. Auch können Fehler inhaltlicher oder sonstiger Art leider nicht ausgeschlossen werden. Hierfür bitten wir um Verständnis.