Goslarer Straßennamenkatalog - Dornbusch


Dornbusch

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Im östlichen Stadtteil Sudmerberg liegt die Straße Dornbusch. Sie beginnt an der Straße An den Kastanien an Hausnummer 1 und erstreckt sich bogenförmig bergauf in Richtung Kiefernbrink. Die Straße ist asphaltiert und in gutem Zustand. Beidseitig sind Gehwege angelegt. Wie ebenfalls im Ulmenstieg beschrieben, so gleichen die Häuser auch hier im Harz-Baustil eins dem andern mit holzverkleideten Giebeln, auch wenn hier keine Gauben vorhanden sind. Eine Ausnahme ist das letzte Haus auf der linken Seite. Der Anbau verläuft seitlich und dort befindet sich auch die Haustür.

Hier, wie auch im Ulmenstieg wurden 1939 von der Bundesvermögensverwaltung für das Kasernenpersonal des Fliegerhorstes Wohnhäuser erstellt. An fast allen Grundstücken sind Hecken gepflanzt und auch einen Feuerdorn kann man hier in Buschform bewundern.

Die Geschichte vom brennenden Dornbusch mit biblischem Hintergrund sollte jedermann bekannt sein, deshalb bringe ich Dinge zum Gespräch, die ebenfalls mit ihm zu tun haben. Der Baum war im alten Orient eine Manifestation der „Aschera“. der „Königin des Himmels“, der (brennende) Dornbusch war ursprünglich eine „Kultstätte“ eben dieser Göttin. Das Feuer, welches den Busch nicht verehrt, ist Symbol für Erotik und Sexualität. Ein Symbol, das zu dieser Göttin gehört. Es gibt viele Pflanzenarten mit Dornen, aber einen Dornbusch an sich gibt es nicht. Er ist ein Busch aus einer der Dornenarten, die es gibt, zum Beispiel den Feuerdorn, den Rotdorn, den Weißdorn, den Apfeldorn, den Schwarzdorn (auch Schlehe genannt); aber auch Berberitze und Akazien haben Dornen vorzuweisen.

Der Name Dorn kann mehreres bedeuten, z.B. ein Werkzeug aus spitz zulaufendem Stahl zum Erweitern von Löchern, einen Begriff aus der Waffenkunde, der stechende Teil einer Reitspore oder auch den harten, spitzen Teil einer Pflanze, der in diesem Fall der Namensgeber für diese Straße war.

Vielleicht kennen Sie das Sprichwort „Keine Rosen ohne Dornen...“? Damit soll uns klar gemacht werden, dass alles Schöne auch seine Schattenseiten hat. Im eben genanntem Fall ist die Redewendung schlichtweg falsch. Rein botanisch betrachtet unterscheiden wir zwischen Dornen und Stacheln. Erklärt man es vereinfacht, sind Dornen etwas, dass aus dem „Körper“ einer Pflanze (dem Holz) entsteht und so etwas wie spezialisierte „Äste“ sind. Stachel wiederum sind Auswüchse der „Haut“ (Rinde), also vereinfacht so etwas wie „Pickel“. Der Laie kann das aber leicht feststellen, indem er einfach versucht, einen Dorn oder einen Stachel zu entfernen. Ein Stachel lässt sich leicht entfernen und verletzt die Pflanze nicht wesentlich. Die Entfernung eines Dorns hingegen ist in der Regel schwieriger und reißt auch immer Fasern aus der Pflanze heraus. Deshalb das Fazit: Rosen haben Stacheln, keine Dornen!

Quellen:


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Katalog für Goslar, Rammelsberg, Steinberg, Georgenberg, Sudmerberg und Ohlhof

Der Katalog ist das Ergebnis eines Projektes der Oskar-Kämmer-Schule in Zusammenarbeit mit dem örtlichen Jobcenter, das von der Stadt Goslar, der GMG, der Stadtbus Goslar GmbH und dem Heimatforscher Hans-Günther Griep unterstützt wurde. Ein Team aus 13 Projektteilnehmern hat sich mit der Historie und Namensgebung der Goslarer Straßen beschäftigt und erfasste Straßennamen, fotografierte Straßen, recherchierte bei Bedarf im Stadtarchiv und befragte Zeitzeugen.

Auch wenn das Projektteam stets einen hohen Qualitätsstandard vor Augen hatte, so erhebt dieser Katalog nicht den Anspruch, den Kriterien wissenschaftlichen Arbeitens zu genügen. Auch können Fehler inhaltlicher oder sonstiger Art leider nicht ausgeschlossen werden. Hierfür bitten wir um Verständnis.