Goslarer Straßennamenkatalog - Eschenweg


Eschenweg

Eschenweg1
Eschenweg2
Eschenweg3

Der Eschenweg zweigt als erste Querstraße von der Sudmerbergstraße ab und verläuft in östlicher Richtung parallel zur Vienenburger Straße. Dort trifft er in einem Rechtsbogen auf die Bus-Wendeschleife am Nußanger. Geradeaus kann man über einen Fuß- bzw. Radweg bis zur Straße An den Kastanien gelangen.

1936 hieß diese Straße Birkenweg und war die erste Baumaßnahme im Sudmerberg. 1972 wurde sie zuerst in Eschenstraße und 1973 auf Wunsch der Siedlergemeinschaft in Eschenweg umbenannt. Alle Baumstraßen hier sollten naturbezogene Endungen (Kamp, Stieg, Brink, Anger, Knick, Busch, Weg usw.) haben und nur die Sudmerbergstraße mit dem Zusatz Straße enden.

Am Anfang ist der heutige Eschenweg noch mit zwei Gehwegen bestückt. Der Straßenverlauf ist hier etwas irritierend. Der rechte Abzweig in den Buchenanger ist wie eine abknickende Vorfahrtstraße gestaltet. Von hier ab ist der Eschenweg nicht nur durch Beschilderung sondern auch durch ein andersfarbig gepflastertes Stück als Spielstraße gekennzeichnet. 1967 erhielten die Anwohner auch in diesem Teil einen Vorgarten. Dafür musste man auf die Gehwege verzichten. Obwohl die Straße ohnehin sehr schmal ist und fast jedes Siedlungshäuschen eine Garage besitzt, gibt es markierte Parkflächen.

In den 50er Jahren waren im damaligen Birkenweg viele Geschäfte und Handwerksbetriebe angesiedelt. Die Straße war zu dieser Zeit so etwas wie die Fischemäkerstraße in Goslar, die Haupteinkaufsstraße. Als letztes Geschäft schloss ein Textilwarenladen, zuvor die Milch- und Lebensmittelgeschäfte. Einen Schlachter und einen Schuhmachermeister fand man noch bis in die 70er Jahre. Heute ist der Eschenweg nur noch eine reine Wohngegend. Weitere interessante Geschichten lesen Sie bitte in der Einleitung:. Wie z.B. die Pflicht einen Walnussbaum zu pflanzen, den strapaziösen Einzug der ersten Siedler und wie die heutigen Garagen früher als Stallungen genutzt wurden.

Namensgeber für die heutige Straße ist die Esche und früher war es die Birke. Ob hier zu damaliger Zeit ein Birkenwäldchen stand ist genau so wenig zu beweisen wie die Behauptung, dass dort heute Eschen vorkommen. Da Eschenlaub früher ein wichtiges Winterfutter für das Vieh war, hätten die ersten Siedler dieses gut gebrauchen können, aber damals sollten hier ja nur Birken zu finden sein. Aus der Esche werden Sportgeräte wie Bögen, Schlitten und Baseballschläger hergestellt. Außerdem findet sie beim Musikinstrumentenbau Verwendung.

Sie gilt als gutes Brennholz. Früher nutzte man sie in der Wagnerei (Wagenbau) und beim Bootsbau. Deshalb pflanzte man sie oft um Ritterburgen. Die Esche, der Weltenbaum, galt bei den germanischen Völkern als Achse und Stütze der Welt. In der Edda (Sammlung nordischer Dichtungen) wird sie wie folgt beschrieben: Sie erhebt sich aus ihren Wurzeln in der Unterwelt, ihr Stamm trägt die Erde, ihre Zweige erstrecken sich bis zu den Gefilden der Seligen und mythische Tiere und der Adler Odins bewachen den Baum.

Quellen:

Straßenprofil als PDF Dieses Straßenprofil als PDF herunterladen.

Katalog für Goslar, Rammelsberg, Steinberg, Georgenberg, Sudmerberg und Ohlhof

Der Katalog ist das Ergebnis eines Projektes der Oskar-Kämmer-Schule in Zusammenarbeit mit dem örtlichen Jobcenter, das von der Stadt Goslar, der GMG, der Stadtbus Goslar GmbH und dem Heimatforscher Hans-Günther Griep unterstützt wurde. Ein Team aus 13 Projektteilnehmern hat sich mit der Historie und Namensgebung der Goslarer Straßen beschäftigt und erfasste Straßennamen, fotografierte Straßen, recherchierte bei Bedarf im Stadtarchiv und befragte Zeitzeugen.

Auch wenn das Projektteam stets einen hohen Qualitätsstandard vor Augen hatte, so erhebt dieser Katalog nicht den Anspruch, den Kriterien wissenschaftlichen Arbeitens zu genügen. Auch können Fehler inhaltlicher oder sonstiger Art leider nicht ausgeschlossen werden. Hierfür bitten wir um Verständnis.