Goslarer Straßennamenkatalog - Fichtenweg


Fichtenweg

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Der Fichtenweg beginnt an der Kreuzung Bergknick und Tannenstieg als Verlängerung des Kiefernbrinks. Die Straße endet an einer Kurve und mündet dort in den Eibenhang. Gleich nach dem ersten Haus auf der linken Seite biegt ein Fuß- und Radweg ab, der zur Vienenburger Straße und dem Bergknick führt. Im Herbst ist er von Walnüssen übersät, die von einem großen, prachtvollen Baum im Nachbargrundstück herabfallen. Nach diesem Haus macht die Straße eine scharfe Kurve und eröffnet den Blick auf beidseitige Gehwege überwiegend begrenzt von Jägerzäunen.

Auch hier handelt es sich um eine einheitliche Bauweise. Die Eingänge der Häuser befinden sich links an der Giebelseite und die Front bietet Raum für gleich zwei größere Blumenfenster. Auf dem Dach sind die obligatorischen Gauben. Auf der rechten Seite stehen die Häuser allerdings mit den Giebeln zur Straße. Nachdem der Rüsterweg abzweigt, ist bis zum Ende des Fichtenweges ein Parkstreifen angelegt.

Der Weg wurde am 13.10.1961 benannt. Die Fichte, die dieser Straße den Namen gegeben hat, war bei den alten Römern das Symbol für Trauer, Tod und ein Teil des Totenkultes. Im Christentum wird sie als Weihnachtsbaum genutzt. Wenn es der Geldbeutel hergibt, kauft man heute lieber Tannen, weil ihre Nadeln länger am Baum bleiben. Außerdem besagt ein Sprichwort „die Fichte sticht, die Tanne nicht“. Fichtenwälder wirken etwas düster, was speziell in den Märchen oft beschrieben wird. Hexen und Riesen sind in ihnen zuhause.

Die Fichte kann als sogenannter Schattenbaum ohne Probleme unter größeren Bäumen wachsen. Sie gehört wie die Lärche, Kiefer, Hemlocktanne und der Wacholder zu den geeigneten Nadelbäumen der Bonsai-Kultur. An ihren Ästen wächst bevorzugt die Bartflechte, die auf der „Roten Liste“ der gefährdeten Pflanzen steht.

Fichten werden ca. 45 m, im Einzelfall sogar bis zu 70 m hoch, normalerweise bis 300 Jahre alt, aber auch 600 Jahre alte Bäume wurden schon gefunden. Da sie schnell wächst ist sie der wichtigste Holzlieferant. Man nennt sie deshalb den „Brotbaum“ der Waldeigentümer. In den letzten Jahren hat der Borkenkäfer große Schäden angerichtet und Stürme haben die angegriffenen Bäume entwurzelt oder umgeknickt.

Fichtenholz wird in fast allen Sparten verwendet, vom Bauholz, über Möbelherstellung bis zum Geigenbau. Unbehandeltes Fichtenholz in Schlafräumen kann allerdings zu Schleimhautreizungen führen, da es Terpene freisetzt. Auch als Brennstoff findet es Verwendung. Nur bei offenen Kaminen kann es durch seinen Funkenflug gefährlich werden. Paracelsus und Hildegard von Bingen haben Harze, Nadeln und Zweige als volksmedizinische Heilpflanze eingesetzt. So hilft sie bei Husten und Verschleimung, bei Muskelschmerzen, Rheumatismus und Hexenschuss. Auch heute finden wir sie in Bonbons, Hustensaft, Salbe, Sirup, Tee, Honig, Branntwein und Likör. Dampfbäder mit Fichtennadeln hat wohl schon jeder einmal genommen. Fichtennadelöl eignet sich zum Inhalieren und beruhigt die Atemwege. In der Sauna findet man es ebenso wie in Badezusätzen, Seife, Parfüm, Tabak und Räuchermitteln.

Quellen:

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Katalog für Goslar, Rammelsberg, Steinberg, Georgenberg, Sudmerberg und Ohlhof

Der Katalog ist das Ergebnis eines Projektes der Oskar-Kämmer-Schule in Zusammenarbeit mit dem örtlichen Jobcenter, das von der Stadt Goslar, der GMG, der Stadtbus Goslar GmbH und dem Heimatforscher Hans-Günther Griep unterstützt wurde. Ein Team aus 13 Projektteilnehmern hat sich mit der Historie und Namensgebung der Goslarer Straßen beschäftigt und erfasste Straßennamen, fotografierte Straßen, recherchierte bei Bedarf im Stadtarchiv und befragte Zeitzeugen.

Auch wenn das Projektteam stets einen hohen Qualitätsstandard vor Augen hatte, so erhebt dieser Katalog nicht den Anspruch, den Kriterien wissenschaftlichen Arbeitens zu genügen. Auch können Fehler inhaltlicher oder sonstiger Art leider nicht ausgeschlossen werden. Hierfür bitten wir um Verständnis.