Goslarer Straßennamenkatalog - Ginsterbusch


Ginsterbusch

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Die Straße Ginsterbusch verläuft als 30er-Zone von der Vienenburger Straße parallel zur Durchgangsstraße Im Schleeke bis zur Sudmerbergstraße. 1940 wurden hier trotz Kriegsbeginn die ersten 53 Wohnungen gebaut. Damals hieß die Straße noch Am Ginsterbusch. Erst ab 20.06.1961 nannte man sie nur noch Ginsterbusch. Von der extrem langen Straße zweigen Pappelweg, Erlenweg, Holunderweg, Weidenanger, Kirschweg, Haselbusch und Heckenweg links ab.

Rechter Hand zieht sich ein breiter Grüngürtel mit Baum- und Strauchbewuchs entlang. Dort kann man vom Fußball-, Bolz- und Spielplatz bis zu Ruhebänken einiges finden, was diese lange Straße „gefühlt“ etwas verkürzt. Ein Fußweg führt zur Bushaltestelle "Im Schleeke". Obwohl die Straße bis fast zum Ende nur einseitig bebaut ist, bringt sie es auf die stolze Zahl von 128 Hausnummern. Nach Passieren des Haselbusches findet man dann doch einige große Wohnanlagen auf der rechten Seite. Die zweigeschossigen Wohnblöcke, die quer zur Straße errichtet worden sind und Platz für 5 Eingänge bieten, werden von einem 8-stöckigen Hochhaus überragt. Sonst handelt es sich ausschließlich um Reihenhäuser, von denen 32 am 15.10.1961 an die bisherigen Mieter verkauft worden sind. Das zweite Hochhaus gehört postalisch zur Sudmerbergstraße. Mit bewundernswerter Phantasie ist es ansonsten gelungen, jede Fassadenart und Fassadenfarbe aufzuzeigen. Das reicht von Holz-, Schiefer-, Klinker-, Putz- bis hin zu Ziegelsteinausführungen. Über Farbtöne von ocker- bis zitronengelb, lachsfarben, orange, türkisblau bis hellgrün sind sämtliche Nuancen vertreten. Auch die liebevoll bepflanzten Vorgärten bestechen dadurch, dass sie sich gegenseitig zu übertreffen suchen. Das alles kann aber nicht darüber hinweg täuschen, dass alle Häuser früher im gleichen Stil erbaut wurden und erst nachträglich viele Veränderungen erfahren haben – mit dem Wunsch der Unterscheidung.

Alle Häuser sind schmalbrüstig und haben neben dem Vorbau am Eingang nur 1 bis 2 Fenster.. Alle sind eingeschossig und verfügen über einen ausgebauten Dachbereich, meistens mit Gauben oder kleinen Giebeln. Es macht wirklich viel Freude, diese Straße entlang zu spazieren und den Ideenreichtum der Anlieger zu bewundern. Man ist versucht, umzudrehen und die 2 – 3 Kilometer wieder zurück zu gehen. Zwischen diesen beiden langen Exkursionen könnte man einen Umtrunk im Biergarten eines Restaurants nehmen und sich im Schatten der Sonnenschirme etwas erholen. Zwischen Kirsch- und Holunderweg liegen die Reihenhäuser etwas zurück gesetzt. Dadurch ermöglicht der gewonnene Raum einen asphaltierten Parkstreifen neben dem gepflasterten Gehweg. Die meisten Häuschen haben allerdings hinter dem Haus am Ende der großen Grundstücke eine Garage. Parallel zum Ginsterbusch ziehen sich zwei schmale, aber befahrbare, namenlose Wege hin, um die Zufahrt zu den Garagen zu ermöglichen. Um ein durchgängiges Befahren dieser Wege mit dem PKW zu verhindern, hat man an manchen Querstraßen rot-weiße Poller aufgestellt.

Der Namensgeber hat seinen Ursprung im Mittelmeerraum. Auch in Mitteleuropa sind einige Arten heimisch. Er ist eine strauchartige, fast blattlose Pflanze und gehört zu den Schmetterlingsblütlern mit ca. 50 Arten. Er erreichte eine Höhe zwischen 50 cm und 1,50 m. Er kann sowohl im Garten als auch in Kübeln gepflanzt werden. Es gibt Sorten, die auch als Bodendecker geeignet sind. Am bekanntesten ist der Besenginster, ein aufrechter Strauch mit besenartigen Zweigen. Der Ginster blüht zwischen Mai und Juni in verschiedenen Farben und üppiger Pracht. Wer dieses schöne, sehr giftige Gewächs in seinem Garten hat, sollte erste Hilfe bei Vergiftungserscheinungen beherrschen. Trotzdem muss dann sofort ein Arzt aufgesucht werden. Für Rehe und Kaninchen jedoch gehört er zum Lieblingsfutter. Vielleicht berauschen sie sich an den Inhaltsstoffen Cytisin und Spartein.

Quellen:

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Katalog für Goslar, Rammelsberg, Steinberg, Georgenberg, Sudmerberg und Ohlhof

Der Katalog ist das Ergebnis eines Projektes der Oskar-Kämmer-Schule in Zusammenarbeit mit dem örtlichen Jobcenter, das von der Stadt Goslar, der GMG, der Stadtbus Goslar GmbH und dem Heimatforscher Hans-Günther Griep unterstützt wurde. Ein Team aus 13 Projektteilnehmern hat sich mit der Historie und Namensgebung der Goslarer Straßen beschäftigt und erfasste Straßennamen, fotografierte Straßen, recherchierte bei Bedarf im Stadtarchiv und befragte Zeitzeugen.

Auch wenn das Projektteam stets einen hohen Qualitätsstandard vor Augen hatte, so erhebt dieser Katalog nicht den Anspruch, den Kriterien wissenschaftlichen Arbeitens zu genügen. Auch können Fehler inhaltlicher oder sonstiger Art leider nicht ausgeschlossen werden. Hierfür bitten wir um Verständnis.