Goslarer Straßennamenkatalog - Gutenbergstraße


Gutenbergstraße

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Die Gutenbergstraße beginnt an der Vienenburger Straße und endet an der Liebigstraße. Auf der Karte betrachtet hat die Gutenbergstraße einen interessanten Verlauf. Sie wirkt wie ein auf den Kopf gestelltes „V“. Durch diesen v-förmigen Verlauf kann die Liebigstraße auf zwei Wegen erreicht werden. Das umliegende Gewerbegebiet trägt den Namen „Gewerbegebiet Gutenbergstraße“. Im Bereich der Gutenbergstraße sind Betriebe der verschiedensten Branchen, wie KfZ-Gewerbe, Supermarkt oder die Lagerhalle eines Möbelhauses untergebracht. Auf der gesamten Straße sind dabei nur zwei Wohnhäuser zu finden. Die Straße ist durchgehend asphaltiert und teilweise mit Gehwegen versehen.

Ihren Namen erhielt die Straße im Jahr 1961 nach Johannes Gutenberg. Bis zu diesem Zeitpunkt hieß die Straße Mistweg. Im selben Jahr eröffnete eine Autolackiererei dort ihren Betrieb. Als Briefpapier gedruckt werden sollte, fühlten sich die Besitzer mit dem Namen „Mistweg“ als Postanschrift nicht sehr glücklich. Es hätte ja auch nicht den besten Eindruck auf zu erwartende Kunden und Zulieferer gemacht. Ein Vorschlag wurde dem Verwaltungsausschuss der Stadt Goslar unterbreitet. Da es sich um ein Gewerbegebiet handelte wurden Namen aus dem Bereich der Technik vorgeschlagen. Die Entscheidung fiel per Beschluss für den Namen Gutenbergstraße.

Johannes Gutenberg wurde um 1400 in Mainz geboren. 1428 verlässt die Familie Gutenberg aus wirtschaftlichen Gründen Mainz. Über den genauen Aufenthaltsort der Familie lässt sich nichts herausfinden. 1434 zog es Gutenberg nach Straßburg, wo er urkundlich erwähnt wird. Er war als Goldschmied tätig. Schon in seiner Straßburger Zeit begann Gutenberg Druckerpressen zu entwickeln. In Straßburg geriet er öfters mit dem Gesetz in Konflikt. So lief ein Prozess wegen eines nicht eingehaltenen Eheversprechens gegen ihn. Ob Gutenberg die betreffende Dame dann doch noch geheiratet hat, ist nicht bekannt. 1444 verliert sich seine Spur erneut. 1448 kehrt Gutenberg nach Mainz zurück. Um seine Druckerpresse zu vervollständigen lieh er sich höhere Geldbeträge. Zwei Jahre später druckt er eine 42-zeilige Bibel mit insgesamt 1282 Seiten in lateinischer Sprache. Gutenberg soll etwa 180 Exemplare hergestellt haben, von denen heute noch 48 Gutenberg-Bibeln existieren. Seine Erfindung gilt als Meilenstein auf dem Weg vom Mittelalter in die Neuzeit. Er starb am 03.02.1468 in Mainz. Beschäftigte im Druckgewerbe werden heute noch „Gutenbergjünger“ genannt. Nach Gutenberg sind unzählige Straßen, Schulen und andere Einrichtungen benannt. Die Stadt Mainz hat ihrem berühmten Sohn ein Museum gewidmet.

Quellen:

  • Stadt Goslar, Bauamt; Straßenverzeichnis der Stadt Goslar
  • Stadt Goslar, Bauamt; Geodaten, Ordner II, Akte 28; Ordner III, Akte 38
  • www.gutenberg.de


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Katalog für Goslar, Rammelsberg, Steinberg, Georgenberg, Sudmerberg und Ohlhof

Der Katalog ist das Ergebnis eines Projektes der Oskar-Kämmer-Schule in Zusammenarbeit mit dem örtlichen Jobcenter, das von der Stadt Goslar, der GMG, der Stadtbus Goslar GmbH und dem Heimatforscher Hans-Günther Griep unterstützt wurde. Ein Team aus 13 Projektteilnehmern hat sich mit der Historie und Namensgebung der Goslarer Straßen beschäftigt und erfasste Straßennamen, fotografierte Straßen, recherchierte bei Bedarf im Stadtarchiv und befragte Zeitzeugen.

Auch wenn das Projektteam stets einen hohen Qualitätsstandard vor Augen hatte, so erhebt dieser Katalog nicht den Anspruch, den Kriterien wissenschaftlichen Arbeitens zu genügen. Auch können Fehler inhaltlicher oder sonstiger Art leider nicht ausgeschlossen werden. Hierfür bitten wir um Verständnis.