Goslarer Straßennamenkatalog - Haselbusch


Haselbusch

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Der Haselbusch ist eine Verbindungsstraße vom Ginsterbusch bis zur Sudmerbergstraße. Am Ende bewegt man sich zwischen hohen Hecken auf beiden Seiten der Straße hindurch und fühlt sich wie in Steven Kings Romanverfilmung „The Stand“ in Maisfelder versetzt. Da der Haselbusch nur in der Mitte bebaut ist, suggeriert er dem Fußgänger einen kurzen Weg, was sich als Täuschung herausstellt. Einige Häuser haben die typische Harzer Holzverkleidung. Im Allgemeinen handelt es sich hier auch um die stadtteiltypischen Siedlungshäuser, die am 15.10.1943 fertig gestellt wurden. Die Straße erhielt ihren Namen schon am 19.07.1938. Ob früher auf dem Brachland vor seiner Bebauung Haselbüsche gewachsen sind ist fraglich. In den Vorgärten findet man keine mehr und die Gärten hinter den Häusern erlauben keinen Einblick.

Die Haselnuss, frz. Noisette, engl. Hazelnut ist ein getrenntgeschlechtlicher kleiner Baum oder Strauch. Die 4 – 8 cm langen männlichen Weidenkätzchen sind allerorts bekannt. Die kleine rote weibliche Blüte ist uncheinbar und wird deshalb meist übersehen. Sie ähnelt eher einer Knospe und wird durch den Wind bestäubt. Der Haselbusch kann bis zu 6 Meter groß werden; der Baumhasel allerdings bis zu 20 Metern. Seine Nüsse sind aber kleiner und schmecken nicht so intensiv. Sie reifen zwischen September und Oktober, sind erst gelblich und färben sich dann braun bis dunkelbraun. Zu ihrer Verbreitung tragen Eichhörnchen erheblich bei, indem sie die hartschaligen Nüsse verstecken und viele nicht wieder finden. Der Hasel gehört zu den Birkengewächsen. Sein Artname Avellana sagt aus, dass er aus Italien stammt. Die Römer haben ihn nach Italien in die Provinz Avellino gebracht, dort angebaut und veredelt. Heute wächst er in gemäßigten Zonen von Nordamerika bis nach Asien. Die Haselnuss gehört zu den sogenannten „echten Nüssen“, zu denen nur noch die Marone, die Esskastanie zählt. Walnüsse und Mandeln z.B. sind Steinfrüchte.

Der Haselstrauch (Großstrauch) war den Kelten und Wikingern heilig. Er galt als Abwehrmittel gegen Hexen und Geister. Außerdem soll er Erdstrahlen anziehen und als Blitzableiter wirken. Wünschelruten werden oft aus Haselholz gefertigt. Dieses Holz leitet Energie am besten weiter. Kinder nutzen es für den Bau von Pfeil und Bogen. Der Haselnussstrauch ist das Christussymbol für Fleisch und Seele. Mit Rose und Jasmin verwendet man ihn zum Räuchern. (Weihrauch) Besonders hübsch sieht der Bluthasel aus, dessen purpurrote Färbung von Rinde, Blättern und männlichen Kätzchen besticht. Ob der Verzehr von Haselnüssen Husten, Lungenentzündung und Impotenz heilt, ist nicht bewiesen; aber wenn’s hilft? Der Glaube versetzt bekanntlich Berge. Jedenfalls galt bei unseren germanischen Vorfahren der Hasel als Symbol der Zeugungskraft. Ein alter Aberglaube besagt, dass viele Nüsse im Herbst auf viele uneheliche Kinder hindeuten und wenn die Nüsse im Feuer hochspringen, soll der Geliebte oder die Geliebte untreu geworden sein. „In den Hasel gehen“ bedeutete in vielen Gegenden, den Liebsten heimlich zu treffen. Kinder ohne Vater nannte man „der ist dem Haselstande entsprungen“.Leichten Mädchen stellte man zum 1. Mai einen Haselstrauch vors Fenster um sie bloßzustellen. Karl der Große nahm den Hasel sogar in seine „Landgüterverordnung“ auf. Hier wurde bis ins kleinste festgelegt, was in den Dörfern, Klostergärten und Höfen gepflanzt, gegessen und bevorratet werden sollte. „Ein Kaiser ernährt sein Volk“, so hieß es anno dazumal.

Quellen:

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Katalog für Goslar, Rammelsberg, Steinberg, Georgenberg, Sudmerberg und Ohlhof

Der Katalog ist das Ergebnis eines Projektes der Oskar-Kämmer-Schule in Zusammenarbeit mit dem örtlichen Jobcenter, das von der Stadt Goslar, der GMG, der Stadtbus Goslar GmbH und dem Heimatforscher Hans-Günther Griep unterstützt wurde. Ein Team aus 13 Projektteilnehmern hat sich mit der Historie und Namensgebung der Goslarer Straßen beschäftigt und erfasste Straßennamen, fotografierte Straßen, recherchierte bei Bedarf im Stadtarchiv und befragte Zeitzeugen.

Auch wenn das Projektteam stets einen hohen Qualitätsstandard vor Augen hatte, so erhebt dieser Katalog nicht den Anspruch, den Kriterien wissenschaftlichen Arbeitens zu genügen. Auch können Fehler inhaltlicher oder sonstiger Art leider nicht ausgeschlossen werden. Hierfür bitten wir um Verständnis.