Goslarer Straßennamenkatalog - Heckenweg


Heckenweg

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Der Heckenweg verbindet den Ginsterbusch und die Sudmerbergstraße. Seinen Namen trägt er zu Recht, denn bis auf drei Ausreißer hat jedes Häuschen seine Hecke. Die Straße ist so schmal, dass zwei Autos nicht aneinander vorbei kommen. Alle Straßen, die vom Ginsterbusch abgehen, verlaufen hier parallel zueinander und werden von 2 schmalen Spielstraßen ohne Namensbezeichnung gekreuzt. Diese gepflasterten Wege dienen als Zufahrten zu den Garagen und nur diese kann man dort finden. Teilweise sind diese Zufahrten durch rotweiße Poller begrenzt, um eine andere Nutzung, eventuelle Durchfahrten, zu verhindern.

Einer der „Heckenverweigerer“ hat, um sein Gewissen zu beruhigen, drei kleine Buchsbäume und einen Ligusterstrauch im Vorgarten gepflanzt und die drei kleinen mühsam in Form von Mensch-ärgere-Dichnicht- Figuren beschnitten. So stehen sie jetzt da, in Reih und Glied, wie die Orgelpfeifen. Auch in den anderen Straßen im Sudmerbergviertel findet man noch viele schöne Beispiele, wie man eine Hecke gestalten kann. Der Einfallsreichtum der Gartenbesitzer kennt hier keine Grenzen. Es ist empfehlenswert, sich an einem schönen Sonntagnachmittag auf einen langen „Heckenspaziergang“ zu begeben. Anschließend kann man sich zuhause den niedlichen Animationsfilm „Ab durch die Hecke“ zu Gemüte führen.

Am 19.07.1938 wurde die Straße benannt und im Oktober des Jahres 1943 wurden hier die Kleinsiedlerstellen (mit landwirtschaftlicher Nutzung) fertig gestellt. Vor Baubeginn kann es auf dem Brachland durchaus Sträucher gegeben haben, aber das Vorhandensein von Hecken ist zu bezweifeln. Hecke ist ja keine eigenständige Pflanzensorte. Um aus verschiedenen Sträuchern eine Hecke zu bilden, müssen sie beschnitten werden und diese Mühe hat sich früher in freier Wildbahn bestimmt niemand gemacht. Hecken können aus mannigfachen Straucharten gebildet werden, wie Liguster, Buchen, Feldahorn, Berberitze, Lorbeer, Buchsbaum, Feuer-, Weiß-, Schwarzund Sanddorn, Wildrosen und Stechpalmen. Besonders hübsch sind die japanische Strauchspiere,- Schneebeere, Bauernhortensie, Jasmin und Blutjohannisbeere durch ihre Blütenpracht im Frühsommer. Auch Schlehen eignen sich gut als Heckenpflanze und können bei Interesse im Schlehenweg nachgelesen werden.

Früher hat man fast aus jeder Pflanze eine Medizin oder Tinktur hergestellt, wie bei den Straßen mit den Baumnamen oft beschrieben. Die Heckensträucher sind jedoch bis auf die Berberitze zu nichts nutze, wie Hildegard von Bingen sagen würde, zumal die meisten sogar giftig sind. Bei der Berberitze kann man sowohl die Früchte wie auch die Rinde der Wurzel verwenden. Aus den Früchten wird hauptsächlich Marmelade oder Mus hergestellt. Im Orient bereitet man sie mit Reis-, Fisch- oder Fleischgerichten zu. Aus der Wurzel gewinnt man Tinktur oder Tee.

Quellen:

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Katalog für Goslar, Rammelsberg, Steinberg, Georgenberg, Sudmerberg und Ohlhof

Der Katalog ist das Ergebnis eines Projektes der Oskar-Kämmer-Schule in Zusammenarbeit mit dem örtlichen Jobcenter, das von der Stadt Goslar, der GMG, der Stadtbus Goslar GmbH und dem Heimatforscher Hans-Günther Griep unterstützt wurde. Ein Team aus 13 Projektteilnehmern hat sich mit der Historie und Namensgebung der Goslarer Straßen beschäftigt und erfasste Straßennamen, fotografierte Straßen, recherchierte bei Bedarf im Stadtarchiv und befragte Zeitzeugen.

Auch wenn das Projektteam stets einen hohen Qualitätsstandard vor Augen hatte, so erhebt dieser Katalog nicht den Anspruch, den Kriterien wissenschaftlichen Arbeitens zu genügen. Auch können Fehler inhaltlicher oder sonstiger Art leider nicht ausgeschlossen werden. Hierfür bitten wir um Verständnis.