Goslarer Straßennamenkatalog - Karoline-Herschel-Straße


Karoline-Herschel-Straße

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Die Karoline-Herschel-Straße befindet sich im nordöstlichen Teil Goslars. Sie ist eine Verbindungsstraße von der Immenröder Straße (B 82) zum Gewerbegebiet Gutenbergstraße. Ihren Namen erhielt sie im Jahr 1997.

Etwa in der Mitte wird die Karoline-Herschel-Straße von zwei Brücken überspannt. Auf ihnen verlaufen die B 6 und die B 498. Diese Brücken wurden im Jahr 1996 gebaut. In der Karoline-Herschel-Straße gibt es keine Wohnhäuser oder Betriebe. Die Straßenböschungen sind mit üppigem Grün bewachsen. Ein paar Bäume stehen zwischen Rad/Fußweg und der Fahrbahn. Die Karoline-Herschel-Straße verläuft von der Immenröder Straße leicht abschüssig in einem Bogen zur Gutenbergstraße. Die Straße ist asphaltiert und hat einen rot gepflasterten Rad/Fußweg auf der linken Seite von der Immenröder Straße aus gesehen. Sie wurde angelegt, damit der auswärtige Verkehr schneller von den Geschäften im Gewerbegebiet zu den umliegenden Schnellstraßen abfließen kann. Die Nähe zu den Hauptumgehungsstraßen macht die Anlieferung von Waren einfacher. Die Laderampen sind für große LKW einfach zu erreichen, ohne sich durch die enge Stadt quälen zu müssen. Von der Karoline-Herschel-Straße führt ein schmaler Schotterweg zum Saubrückenteich, der zum Stadtteil Ohlhof gehört.

Karoline Herschel wurde am 16.03.1750 in Hannover geboren. Sie stammte aus einer armen Musikerfamilie und wurde nach traditioneller Weise erzogen, mit Schwerpunkt auf Hausarbeit und Familie. Ihr Vater riet ihr ab zu heiraten, da sie weder schön noch vermögend sei. So half sie ihrer Mutter bei der Erziehung ihrer Geschwister. Durch ihren Bruder Wilhelm entdeckte sie ihre Liebe zu den Naturwissenschaften. Sie folgte ihm nach England um ihn zu unterstützen. Ihre Vorliebe galt der Astronomie. Im Jahr 1781 entdeckte ihr Bruder den Planeten Uranus und wurde zum königlichen britischen Hofastronom ernannt. Bei Abwesenheit des Bruders durfte Karoline Herschel selbst forschen. Bis zum Ende des Jahres hatte sie sieben Kometen und unzählige Doppelsterne entdeckt. Ihr Ruf als hervorragende Astronomin war in ganz Europa bekannt. Im Verlauf ihres weiteren Forscherlebens veröffentlichte sie etliche Sternenkataloge und vervollständigte bereits existierende Werke. Ohne eine Fachausbildung hatte sie sich immenses Wissen angeeignet. Mit ihrer Beharrlichkeit gab Karoline Herschel vielen Frauen den Mut in der Wissenschaft tätig zu werden, welches in der damaligen Zeit fast unvorstellbar war.

Heute sind ein Komet, 35P Herschel-Rigollet, ein Planetoid (281) Lucretia (ihr 2. Vorname) sowie ein Mondkrater in der Regenbogenbucht, dem Sinus Iridium, nach ihr benannt. Karoline Herschel starb am 09.01.1848 in Hannover. Vielleicht erhielt diese Straße den Namen Karoline-Herschel-Straße, weil der Hobbyastronom im Bereich des Saubrückenteichs ungestört von Straßenlampen und anderen Lichtern der Stadt die Sterne beobachten kann.

Quellen:


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Katalog für Goslar, Rammelsberg, Steinberg, Georgenberg, Sudmerberg und Ohlhof

Der Katalog ist das Ergebnis eines Projektes der Oskar-Kämmer-Schule in Zusammenarbeit mit dem örtlichen Jobcenter, das von der Stadt Goslar, der GMG, der Stadtbus Goslar GmbH und dem Heimatforscher Hans-Günther Griep unterstützt wurde. Ein Team aus 13 Projektteilnehmern hat sich mit der Historie und Namensgebung der Goslarer Straßen beschäftigt und erfasste Straßennamen, fotografierte Straßen, recherchierte bei Bedarf im Stadtarchiv und befragte Zeitzeugen.

Auch wenn das Projektteam stets einen hohen Qualitätsstandard vor Augen hatte, so erhebt dieser Katalog nicht den Anspruch, den Kriterien wissenschaftlichen Arbeitens zu genügen. Auch können Fehler inhaltlicher oder sonstiger Art leider nicht ausgeschlossen werden. Hierfür bitten wir um Verständnis.