Goslarer Straßennamenkatalog - Kirschweg


Kirschweg

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Auch der Kirschweg startet am Ginsterbusch und kommt an keinem Ziel an, denn er endet hinter der Sudmerbergschule direkt vor dem schönen, historischen Torbogen. Eine Weiterfahrt wäre durchaus möglich, wenn man die Zufahrt zur Sudmerbergstraße nicht mit einem festen Eisengeländer verbarrikadiert hätte. Denkt man an die bei Schulschluss aus dem Gebäude stürmenden Kinder, ist das eine durchaus sinnvolle Maßnahme. Aus diesem Grund ist der Kirschweg auch als Sackgasse ausgeschildert.

Seinen etwas aus der Reihe fallenden Namen erhielt der Kirschweg am 19.07.1938 und ist damit der einzige Weg mit einer Obstbaum- Bezeichnung im Stadtviertel.

Der Kirschweg ist einseitig mit Doppelhäusern bebaut und besitzt nur gerade Hausnummern. Auf der gegenüberliegenden Seite befindet sich der zur Schule gehörende Sportplatz. 1974 wurde der LCN (Leichtathletikclub – Nordharz) gegründet, der auf diesem Gelände Sportveranstaltungen durchführt. Ansonsten ist dieser Platz Kindern unter 14 Jahren frei zugängig und öffentlich nutzbar.

Der Kirschbaum war ursprünglich im Balkan und Ostpersien beheimatet. Wie viele andere Pflanzen haben ihn die Römer nach Mitteleuropa gebracht. Dort verwilderte er und wurde an Waldrändern heimisch. Die ersten Kulturformen der Süßkirschen wurden am Schwarzen Meer gezüchtet. Der Kirschbaum wächst schnell, wird bis zu 100 Jahre alt und etwa 30 m hoch. Sein Stamm ist gerade und bis zur Höhe von etwa 6 m ohne Äste. In der Jugend rötlich grau, glatt und glänzend, wird seine Rinde im Alter borkig. In der Verarbeitung bietet sein Holz vielfältige Möglichkeiten für Furnier, Wand- und Deckenverkleidung, Parkett, massive Möbel, Einlegearbeiten und Kunsttischlerei. Sein Holz ist hart und trotzdem elastisch, schwer spaltbar aber nicht witterungsbeständig. Es lässt sich gut bearbeiten und besticht durch seine rötliche Färbung, die im Alter immer intensiver wird, bis zu Mahagonifarben. Als Kaminholz ist es durch die bläulich-grüne Flamme sehr beliebt.

Zuerst denkt jeder an die süßen Früchte und die berühmte Kirschblüte im Frühjahr. Weniger bekannt dürfte aber die Heilwirkung der Kirsche sein. Das Fruchtfleisch ist wohlschmeckend und gesund. Es regt den Stoffwechsel an. Aus Kirschstielen kann man Tee brühen, der Husten lindert und schleimlösend wirkt. Selbst getrocknete Kerne, gemahlen und mit Wein eingenommen lösen Nieren und Blasengries. In Japan gestaltet sich die Kirschblüte zu einem wahren Volksfest. Dort werden sie hauptsächlich aus diesem Grund angepflanzt. An den Kirschen besteht kein sehr großes Interesse. In der Antike war der Baum der Mondgöttin Artemis geweiht. Er galt als Mondbaum und Baum der Unterwelt.

Um den Kirschbaum ranken sich viele Mythen und Sagen von Elfen, Geistern und Seelen von Verstorbenen. Das Christentum erklärte die Kirsche zur verbotenen Frucht wie den Apfel. Am Tag der Barbara, den 4. Dezember schneiden heiratswillige Mädchen Zweige ab, stellen sie in eine Vase mit Wasser und befestigten an jedem Zweig den Namen eines jungen Mannes, den sie sich zum Manne wünschen. Wessen Zweig zuerst erblüht soll der Auserwählte sein. Bringen die Zweige keine Blüten hervor gibt es auch keine Hochzeit. Erhebt sich die Frage: Wie wird sie sich entscheiden, wenn alle gleichzeitig blühen???

Quellen:

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Katalog für Goslar, Rammelsberg, Steinberg, Georgenberg, Sudmerberg und Ohlhof

Der Katalog ist das Ergebnis eines Projektes der Oskar-Kämmer-Schule in Zusammenarbeit mit dem örtlichen Jobcenter, das von der Stadt Goslar, der GMG, der Stadtbus Goslar GmbH und dem Heimatforscher Hans-Günther Griep unterstützt wurde. Ein Team aus 13 Projektteilnehmern hat sich mit der Historie und Namensgebung der Goslarer Straßen beschäftigt und erfasste Straßennamen, fotografierte Straßen, recherchierte bei Bedarf im Stadtarchiv und befragte Zeitzeugen.

Auch wenn das Projektteam stets einen hohen Qualitätsstandard vor Augen hatte, so erhebt dieser Katalog nicht den Anspruch, den Kriterien wissenschaftlichen Arbeitens zu genügen. Auch können Fehler inhaltlicher oder sonstiger Art leider nicht ausgeschlossen werden. Hierfür bitten wir um Verständnis.