Goslarer Straßennamenkatalog - Liebigstraße


Liebigstraße

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 Die Liebigstraße befindet sich im nordöstlich gelegenen Gewerbegebiet Gutenberg. Die Straße beginnt als Abzweigung der Gutenbergstraße, verläuft in Richtung Okerstraße und endet wieder an der Gutenbergstraße. Die asphaltierte Straße ist beidseitig befahrbar und dient überwiegend als Zufahrtsstraße zu den hier angesiedelten Gewerbebetrieben. Die Gehwege auf beiden Seiten sind mit Verbundstein gepflastert.

Zu den Branchen, die hier zu finden sind, gehören Lebensmittelmärkte, Textil- und Schuh-Discounter, Heimwerkermärkte und ein großes Fachgeschäft für Aquarien- Terrarien- und Teichliebhaber. Auf der linken Seite befinden sich Parkplätze, die durch kleine von Bäumen und Sträuchern bewachsene Inseln unterteilt sind. Auch auf der gegenüberliegenden Straßenseite stellen einige Gewerbebetriebe Kundenparkplätze zur Verfügung. Die Liebigstraße wurde 1967 benannt.

Der Namensgeber der Straße, Justus Liebig, wurde am 12. Mai 1803 als Sohn eines Drogeriewaren- und Farbenhändlers in Darmstadt geboren. Er besuchte das Gymnasium, das er aber 1818 ohne Abschluss verließ. Danach begann er eine Apothekerlehre in Heppenheim, die er aber auch vorzeitig abbrach. Da Liebig großes Interesse an der Chemie besaß, bildete er sich autodidaktisch mit Hilfe von Fachliteratur weiter und machte eigene chemische Versuche. Sein Vater vermittelte ihm daraufhin 1819 ein Chemiestudium in Bonn bei dem Chemiker Karl Wilhelm Gottlob Kastner. 1821 folgt Liebig seinem Lehrer an die Universität Erlangen. Ein Jahr später beteiligte sich Liebig an Studentenunruhen, worauf er polizeilich gesucht wurde und Erlangen verlassen musste. Justus Liebig erhält 1823 auf Empfehlung Kastners ein Stipendium des Großherzogs von Hessen zum Studium an der Pariser Universität Sorbonne. Hier forschte er an den Sprengstoffen Knallsilber und Knallquecksilber.

Auf Empfehlung des Naturforschers Alexander von Humboldt stieg Liebig 1824 zum außerordentlichen Professor an der Universität Gießen auf. Im Jahr 1825 wurde er dann zum ordentlichen Professor befördert und erhielt einen Lehrstuhl für Chemie. Somit gab es zum ersten Mal ein eigenständiges Hochschulstudium für Chemie und damit den Berufsstand des Chemikers.

Liebig begründete mit dem Chemiker Friedrich Wöhler die organische Chemie und war Mitherausgeber einer chemisch-wissenschaftlichen Zeitung. In der Beilage der „Augsburger Allgemeinen Zeitung“ verfasste Liebig allgemeinverständliche Artikel über Chemie, die sogenannten „Chemischen Briefe“, wovon die ersten 26 Abhandlungen auch als Buch erschienen sind. 1852 wechselte Justus Liebig an die Universität München. Hier gab er die Leitung seines Unterrichtslabors zugunsten seiner Forschungsprojekte auf. Unter anderem entwickelte Liebig den silberbeschichteten Spiegel. Bis dahin waren Spiegel mit dem giftigen Quecksilber bedampft. Er entwickelte Spezialdünger, Säuglingsnahrung, Backpulver und Fleischextrakt. Die Lizenz zur Herstellung des Fleischextraktes verkaufte Liebig 1862. Noch heute stützt sich die Herstellung von Trockensuppen und Brühwürfeln auf dieses Verfahren. Der Fleischextrakt wurde zusammen mit Sammelbildern, den sogenannten Liebigbildern, verkauft. Von 1873-1975 wurden über 7000 Serien gedruckt und noch heute werden die Bildchen unter Sammlern gehandelt. Im Jahr 1870 wurde Liebig Ehrenbürger der Stadt München. Justus Liebig starb 1871 an einer Lungenentzündung.

Quellen:


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Katalog für Goslar, Rammelsberg, Steinberg, Georgenberg, Sudmerberg und Ohlhof

Der Katalog ist das Ergebnis eines Projektes der Oskar-Kämmer-Schule in Zusammenarbeit mit dem örtlichen Jobcenter, das von der Stadt Goslar, der GMG, der Stadtbus Goslar GmbH und dem Heimatforscher Hans-Günther Griep unterstützt wurde. Ein Team aus 13 Projektteilnehmern hat sich mit der Historie und Namensgebung der Goslarer Straßen beschäftigt und erfasste Straßennamen, fotografierte Straßen, recherchierte bei Bedarf im Stadtarchiv und befragte Zeitzeugen.

Auch wenn das Projektteam stets einen hohen Qualitätsstandard vor Augen hatte, so erhebt dieser Katalog nicht den Anspruch, den Kriterien wissenschaftlichen Arbeitens zu genügen. Auch können Fehler inhaltlicher oder sonstiger Art leider nicht ausgeschlossen werden. Hierfür bitten wir um Verständnis.