Goslarer Straßennamenkatalog - Nußanger


Nußanger

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Die Straße Nußanger beginnt an der Sudmerbergstraße und führt rechts am Marktplatz vorbei. Näheres über dieses Straßenstück finden Sie unter Marktplatz am Nußanger. Nach Passieren des Eichenkampes teilt sie sich in zwei Fahrstreifen, die durch einen breiten, mit Bäumen bepflanzten Grünstreifen getrennt werden. Nun wird sie zur Einbahnstraße. Die rechte Fahrspur führt bergauf zur Straße An den Kastanien und die linke wieder hinab zum Marktplatz. Etwa in der Mitte wird der Grünstreifen durch einen Parkplatz unterbrochen. Hier ist die einzige Möglichkeit einen eventuellen Fahrbahnwechsel vorzunehmen, falls genug Platz vorhanden und kein Polizist in der Nähe ist. Sonst muss man diese sehr lange Straße bis zum Ende fahren und wieder zurück, wenn man einen Besuch in einem der links liegenden Häuser plant. Auch die Bebauung ist hier etwas wirklich Besonderes. 1936/37 wurde diese Straße dicht an dicht mit kleinen Siedlungshäuschen in einer langen, nicht enden wollenden Reihe bebaut und Am Nußanger benannt. Im Volksmund erhielt sie die Bezeichnung der „D-Zug“, weil sich die Häuser aneinanderreihen wie die Waggons eines Zuges. Das wäre den Anwohnern beinahe zum Verhängnis geworden, denn kurzzeitig wurde erwogen, diesen ganzen Straßenzug unter Denkmalschutz zu stellen. Am 29.06.1961 wurde auch hier, wie in vielen anderen Straßen im Sudmerberg, der Zusatz „Am“ gestrichen. Nun hieß sie nur noch Nußanger, kurz und bündig. Nach der Rechtschreibreform verzichtete man allerdings auf eine weitere Umbenennung in „Nussanger“.

Bei der namensgebenden Nuss erhebt sich die Frage: Welche Nuss ist hier gemeint? Vielleicht war es die Walnuss? In der Nachbarstraße Eschenweg – früher Birkenweg – wurden die Anwohner dazu „verdonnert“, einen Walnussbaum zu pflanzen und für die Bepflanzung ihrer Grundstücke gab es ganz bestimmte Vorgaben. (siehe auch Einleitung).

Nüsse, speziell die Walnuss, liefern reichlich Proteine, Vitamine, Mineralund Ballaststoffe und sind zudem noch laktose- und glutenfrei. Durch den höchsten Wert an Antioxidantien sind sie besonders schlagkräftig gegen freie Radikale. Sie sind gut für die Haut und Haare. Außerdem senken sie den Cholesterinspiegel im Blut, bauen Stress ab und machen glücklich. Weil die Form der Nussfrucht Ähnlichkeit mit dem menschlichen Gehirn hat, glaubte man früher, der Walnussbaum trage die Weisheit der Götter in sich und diese ginge beim Verzehr der Nüsse auf den Menschen über. Walnussbäume lassen sich bis ins 7. Jh. v. Chr. zurückverfolgen. Sie stammen ursprünglich aus Persien und wurden von den Griechen zuerst in den Mittelmeerraum gebracht. Mittler-weile gibt es diesen Baum weltweit und sogar im Himalaya-Gebiet kann man ihn finden.

Der Anger bezeichnete eine Fläche oder Wiese im Mittelpunkt eines Dorfes, wo sich auch die Kirche oder öffentliche Gebäude befanden. Beide Namensteile waren hier zu finden und somit wäre es die folgerichtige Erklärung. Belegt ist es allerdings nicht.

Quellen:

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Katalog für Goslar, Rammelsberg, Steinberg, Georgenberg, Sudmerberg und Ohlhof

Der Katalog ist das Ergebnis eines Projektes der Oskar-Kämmer-Schule in Zusammenarbeit mit dem örtlichen Jobcenter, das von der Stadt Goslar, der GMG, der Stadtbus Goslar GmbH und dem Heimatforscher Hans-Günther Griep unterstützt wurde. Ein Team aus 13 Projektteilnehmern hat sich mit der Historie und Namensgebung der Goslarer Straßen beschäftigt und erfasste Straßennamen, fotografierte Straßen, recherchierte bei Bedarf im Stadtarchiv und befragte Zeitzeugen.

Auch wenn das Projektteam stets einen hohen Qualitätsstandard vor Augen hatte, so erhebt dieser Katalog nicht den Anspruch, den Kriterien wissenschaftlichen Arbeitens zu genügen. Auch können Fehler inhaltlicher oder sonstiger Art leider nicht ausgeschlossen werden. Hierfür bitten wir um Verständnis.