Goslarer Straßennamenkatalog - Pappelweg


Pappelweg

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Der Pappelweg führt als erste Straße vom Ginsterbusch zur Sudmerbergstraße und verläuft parallel zur Vienenburger Straße. Da die Vienenburger Straße die deutsche „Alleenstraße Route 3“ von Dessau nach Duderstadt ist, kann man davon ausgehen, dass auch diese Bäume im Pappelweg gestanden haben. Der namensgebende Baum ist der am häufigsten vorkommende Alleebaum und das schon seit alters her. Die Namensgebung erfolgte am 16.08.1950.

Heute findet man im Pappelweg, wie in vielen der anderen Straßen auch, sehr ausgefallene Fassadenfarben, wie rosa, orange und sonnenblumengelb.Die Häuser verfügen, wie hier allgemein üblich, über ein Stockwerk und ausgebaute Dachgeschosse. Auf einer Garage haben die Eigentümer eine wunderschöne Dachterrasse geschaffen. Ein anderes Haus fällt durch einen besonders einfallsreichen Beschnitt seiner Hecke auf. Der Eingang wurde zu einem Torbogen gestaltet und daneben hat man beidseitig runde Fensteröffnungen angedeutet. Diese Idee ist so faszinierend und der Betrachter fragt sich mit unverhohlener Verwunderung, wie dieses Kunststück der Gestaltung gelungen ist. Ein anderer Vorgarten vermittelt mediterranes Flair. Die Erde wurde mit weißen Kieseln bedeckt und vereinzelt wachsen hier große Kakteen. Ob dies auch im Winter der Fall ist? Schauen wir mal.

Die Pappel gehört zur Familie der Weidengewächse. Etwa 40 verschiedene Arten sind bekannt, wie z.B. die Schwarzpappel, Silber – und Weißpappel, Strauchpappel und Zitterpappel, auch Espe genannt – und das ganze „Pappel-la-pap“. Die Schwarzpappel ist mittlerweile in ihrem Bestand bedroht, da sie von Hybridenpappeln (Robusta, oder Kanadapappel) verdrängt wird. Auch die Flussbegradigungen und das Absenken des Grundwassers machen ihr zu schaffen, da sie Flachwurzler ist. Heimische Pappeln werden bis zu 30 Meter hoch und etwa 60 Jahre alt. Sie bieten mit ihren hochgewachsenen Kronen Vögeln, Eichhörnchen, Fledermäusen und Insekten Unterschlupf und Nahrung. Als Nutzpflanze haben sie seit Jahrhunderten eine große Bedeutung in Wirtschaft, Naturheilkunde und Medizin. Aus der Pappel wird ein Aspirin ähnlicher Stoff hergestellt, der schmerz- und entzündungshemmend wirkt. Selbst Cato der Ältere (234-149 v. Ch.) beschrieb in seinem Werk „De agricultura“ (Landbau) den Nutzen der Pappel. Erste Hinweise auf medizinische Nutzung finden sich schon 60 Jahre n.Ch. in „Materia Medica“ von Dioskurides und der griechische Arzt C.G. von Pergamon (129-201 n.Ch.) nennt eine Salbe gegen Entzündungen. Hildegard von Bingen (1098-1148) und der Arzt und BotanikerPier Andrea Matthiolus (1501-1577) empfehlen Ähnliches in ihren Schriften. Napoleon Bonaparte (1769-1821) ließ Pappeln an den Heerstraßen pflanzen, um im Winter eine bessere Orientierung zu ermöglichen. Im Sommer fungierten sie als Schattenspender. Da die Pappel ein schnellwüchsiger Baum ist, werden heute schon Genforschungen angestellt, um das Holz als Brennstoff ergiebiger zu machen und zur Aufnahme von Schwermetallen aus dem Boden anzuregen. Heute werden aus ihr Sperrholz, Möbel, Zündhölzer, Zahnstocher, Obst- und Gemüsekisten hergestellt. Bei den Römern diente ihr Laub als Viehfutter und das Holz wurde für den Schiffs- und Wagenbau genutzt.

Quellen:

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Katalog für Goslar, Rammelsberg, Steinberg, Georgenberg, Sudmerberg und Ohlhof

Der Katalog ist das Ergebnis eines Projektes der Oskar-Kämmer-Schule in Zusammenarbeit mit dem örtlichen Jobcenter, das von der Stadt Goslar, der GMG, der Stadtbus Goslar GmbH und dem Heimatforscher Hans-Günther Griep unterstützt wurde. Ein Team aus 13 Projektteilnehmern hat sich mit der Historie und Namensgebung der Goslarer Straßen beschäftigt und erfasste Straßennamen, fotografierte Straßen, recherchierte bei Bedarf im Stadtarchiv und befragte Zeitzeugen.

Auch wenn das Projektteam stets einen hohen Qualitätsstandard vor Augen hatte, so erhebt dieser Katalog nicht den Anspruch, den Kriterien wissenschaftlichen Arbeitens zu genügen. Auch können Fehler inhaltlicher oder sonstiger Art leider nicht ausgeschlossen werden. Hierfür bitten wir um Verständnis.