Goslarer Straßennamenkatalog - Peter-Henlein-Straße


Peter-Henlein-Straße

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Die Peter-Henlein-Straße liegt im Gewerbegebiet des Stadtteils Gutenberg nordöstlich der Innenstadt und zweigt, vom Breiten Tor aus kommend, rechts von der Okerstraße ab. Sie dient ausschließlich als Zufahrtsweg für die dort ansässigen Firmen. Unter anderem befinden sich hier die Einfahrt zu einem Schnellrestaurant und der große Gebäudekomplex einer Bekleidungsfirma mit Großparkplatz.

Die Straße ist asphaltiert, rechts befindet sich auf einer Strecke von ca.100 m ein mit Verbundsteinen belegter Gehweg, daneben eine unbefestigte Fläche, die als Abladeplatz für Lieferfahrzeuge genutzt wird.

Dann folgt nach einer Linksbiegung ein Stück mit Bäumen und Sträuchern bewachsener Grüngürtel, durch den die Abzucht fließt. Auf der rechten Seite liegt Brachland, einige hundert Meter entfernt verläuft eine Bahnlinie und dahinter beginnt ein Waldgebiet. Am Straßenende bricht die Asphaltierung plötzlich ab und geht in Verbundsteine über. Rechts davon befindet sich ein Regenwasserrückhaltebecken. Von hier aus gelangt man auf alle rückseitigen Firmengelände, dazugehörige Parkplätze und rückwärtigen Gebäude verschiedener Bildungseinrichtungen, die sich an der parallel verlaufenden Okerstraße aneinanderreihen.

Ihren Namen erhielt die Straße 1978 nach Peter Henlein. Er wurde in Nürnberg als Sohn des Messerschmieds Hans Henlein geboren. Das genaue Geburtsdatum ist nicht bekannt, man nimmt an, dass er zwischen 1479 und 1485 geboren wurde. Er starb im Jahre 1542. Die erste urkundliche Erwähnung fand der Schlossermeister und Uhrmacher Peter Henlein im Jahre 1504. Er sollte in eine Totschlagsaffäre verwickelt sein, worauf er Asyl in einem Kloster suchte. Der Fall wurde erst 1508 abgeschlossen, ohne dass der Täter eindeutig ermittelt werden konnte. Die Familie des Opfers erhielt lediglich eine Geldsumme als Wiedergutmachung. Allgemein gilt Peter Henlein als Erfinder der Taschenuhr, da es ihm gelang, Uhrwerke so klein zu gestalten, dass die Uhr am Körper getragen werden konnte und bis zu 40 Stunden nach einmaligem Aufziehen lief. Diese These gilt jedoch als umstritten, da in Italien solche Uhren angeblich schon existierten. Vor einigen Jahren wurde eine der ältesten Uhrenarten, eine Bisamapfeluhr (eine in einem kugelförmigen Metallgehäuse eingebettete Uhr) gefunden, die einer sehr genauen Untersuchung unterzogen wurde. Man fand einige Geheimsignaturen, unter anderem 2x die Jahreszahl 1505, die zu der Annahme führte, dass Henlein diese Uhr während seines vierjährigen Asyls im Kloster angefertigt hat und es sich möglicherweise um seine erste von ihm persönlich getragene Taschenuhr handelt. Aber auch über diese These streiten sich die Geister.

Nichtsdestotrotz war Peter Henlein ein genialer Uhrmacher und Tüftler. So lieferte er zwischen 1521 und 1525 Uhren an den Nürnberger Rat, der diese als Gastgeschenke für prominente Gäste orderte. Für den Markgrafen Albrecht IV von Brandenburg baute Henlein eine kompliziere Planetenuhr.

1535 fertigte Henlein die Nürnberger Rathausuhr an und im Jahre 1541 baute er eine Turmuhr für die Nürnberger Exklave Lichtenau. Heute sind nach Peter Henlein zahlreiche Straßen und Schulen benannt.

Quellen:

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Katalog für Goslar, Rammelsberg, Steinberg, Georgenberg, Sudmerberg und Ohlhof

Der Katalog ist das Ergebnis eines Projektes der Oskar-Kämmer-Schule in Zusammenarbeit mit dem örtlichen Jobcenter, das von der Stadt Goslar, der GMG, der Stadtbus Goslar GmbH und dem Heimatforscher Hans-Günther Griep unterstützt wurde. Ein Team aus 13 Projektteilnehmern hat sich mit der Historie und Namensgebung der Goslarer Straßen beschäftigt und erfasste Straßennamen, fotografierte Straßen, recherchierte bei Bedarf im Stadtarchiv und befragte Zeitzeugen.

Auch wenn das Projektteam stets einen hohen Qualitätsstandard vor Augen hatte, so erhebt dieser Katalog nicht den Anspruch, den Kriterien wissenschaftlichen Arbeitens zu genügen. Auch können Fehler inhaltlicher oder sonstiger Art leider nicht ausgeschlossen werden. Hierfür bitten wir um Verständnis.