Goslarer Straßennamenkatalog - Schlehenweg


Schlehenweg

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Der Schlehenweg beginnt im Kreisverkehr an der Bushaltestelle Sudmerberg, Neubaugebiet-Nord und führt hinter einem Schallschutzzaun in einem großen Linksbogen bis zu einem kreisförmig angelegten Wendeplatz. In dessen Mitte zwischen zwei mit Blumen bepflanzten Rabatten sind noch drei Parkplätze gekennzeichnet. Somit ist der 2004 benannte Schlehenweg, obwohl nicht als solche ausgeschildert, eine Sackgasse. Da man auf das Sackgassenschild verzichtet hat, wurde neben dem Spielstraßenschild ein weiteres montiert. Es beschreibt die Regeln einer verkehrsberuhigten Zone.

Bevor man im Schlehenweg links abbiegt, erreicht man über eine schmale Stichstraße geradeaus noch die Häuser Nr. 10-12. Danach ist dieser Abzweig nur als Fußweg nutzbar um in den Fichtenweg und den Eibenhang zu gelangen. Nach Durchfahren der Linkskurve steigt der Schlehenweg steil bergan und fasziniert den Betrachter durch ein villenähnliches Prachtexemplar von Eigenheim, das oben an der Stirnseite des Wendeplatzes an einem Hanggrundstück thront. Den großzügigen Eingangsbereich überspannt ein halbrunder, von Säulen getragener Balkon, der sich nach beiden Seiten über die ganze Hausbreite erstreckt. Auch die Etage darüber verfügt über einen Balkon, der von einem wunderschönen Spitzgiebel überdacht wird. Dieses Haus hat etwas Märchenhaftes. Überhaupt ist die Bebauung in den großen Grundstücken sehr geschmackvoll und zeugt von einfallsreicher Architektenkunst.

Besonders auffällig sind die vielen ungenutzten, aber markierten Parkbuchten, was völlig untypisch für Goslar ist. Parkplätze in Hülle und Fülle, in einer Straße in der sie niemand braucht, da jedes Grundstück über große Garagen und zusätzliche Einfahrten verfügt. Jedem, der jemals in Goslar einen Parkplatz gesucht hat, wird dieses „Schlaraffenland“ Tränen in die Augen treiben. Der Gipfel der Lust ist die kostenlose Nutzung. Wer irgendwann gerne mal in Goslar kostenfrei parken möchte, fährt am besten Sonntagnachmittag mal ein Stündchen zum Parken in den Schlehenweg.

Die Namensgeberin, die Schlehe ist ein sperrig wachsender Strauch oder kleiner Baum mit mehreren Stämmen, der bis zu 3 Meter groß wird. Sie gehören zu den sogenannten „Vogelnährgehölzen“, weil sie Vögeln Nahrung und Unterschlupf gewährt. Bevor sie im Frühjahr ihre Blätter bekommt, blüht sie weiß und zart wie eine nach Mandeln duftende Blütenwolke. „Wenn die Schlehen blühen, setzen die Eisheiligen ein“. Sebastian Kneipp wusste schon, dass die Schlehe den Körper in Schwung bringt. Aus ihren Blüten stellt man Tee, Elixiere und Öle her. Schlehenblütentee ist ein hervorragendes Blutreinigungsmittel, stärkt und reinigt den Magen, entschlackt den Darm und die Nieren und vieles mehr.

Ihre schwarzblauen Beeren sind bis zu kirschgroß und werden oft zu Marmelade oder Schnaps verarbeitet. Die Früchte sind allerdings nur nach dem ersten Frost genießbar. Will man nicht so lange warten, legt man sie einfach in den Gefrierschrank. „Schleh“ bedeutet „matt, stumpf an den Gaumen kommend“, denn so schmecken sie vor dem Frosten. Aus den Beerenfrüchten kann man mannigfache Köstlichkeiten zubereiten: Süßes, wie Marmelade, Gelee, Konfitüre, Sirup, Mus, Saft oder Alkoholisches wie Schnaps, das bekannte „Schlehenfeuer“, sogar Wein und Likör. Selbst zur Vorbereitung von Wildgerichten oder als Beilage dazu findet die Schlehe Verwendung. Ob hier vor der Baumaßnahme Schlehen gestanden haben ist nicht beweisbar, aber sehr wahrscheinlich. Die Schlehe auch Schwarzdorn genannt ist eine genügsame, anspruchslose Pflanze, die überall wachsen kann. Heute findet man hier eher fremdländische Nadelgewächse, Lebensbäume, Zypressen und ähnliches.

Quellen:

 

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Katalog für Goslar, Rammelsberg, Steinberg, Georgenberg, Sudmerberg und Ohlhof

Der Katalog ist das Ergebnis eines Projektes der Oskar-Kämmer-Schule in Zusammenarbeit mit dem örtlichen Jobcenter, das von der Stadt Goslar, der GMG, der Stadtbus Goslar GmbH und dem Heimatforscher Hans-Günther Griep unterstützt wurde. Ein Team aus 13 Projektteilnehmern hat sich mit der Historie und Namensgebung der Goslarer Straßen beschäftigt und erfasste Straßennamen, fotografierte Straßen, recherchierte bei Bedarf im Stadtarchiv und befragte Zeitzeugen.

Auch wenn das Projektteam stets einen hohen Qualitätsstandard vor Augen hatte, so erhebt dieser Katalog nicht den Anspruch, den Kriterien wissenschaftlichen Arbeitens zu genügen. Auch können Fehler inhaltlicher oder sonstiger Art leider nicht ausgeschlossen werden. Hierfür bitten wir um Verständnis.