Goslarer Straßennamenkatalog - Sudmerbergstraße


Sudmerbergstraße

Sudmerbergstrasse
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Die Sudmerbergstraße zweigt von der Vienenburger Straße ab, durchquert den ganzen Stadtteil von Nordwesten nach Südosten und endet hinter der Brücke über die Abzucht an der Hauptstraße nach Oker Im Schleeke. Die sehr lange „Hauptschlagader“ vom Sudmerbergviertel hat natürlich auch sehr viele Nebenstraßen. In südlicher Richtung zweigen folgende Straßen ab: Pappelweg, Erlenweg, Holunderweg, Weidenanger, Kirschweg, Haselbusch, Heckenweg. Der Eschenweg und der Nußanger zweigen ebenfalls von der Sudmerbergstraße ab, verlaufen aber in nördlicher Richtung. Kurz vor ihrem Ende geht noch die Straße Ginsterbusch ab. Vorher führt ein Fuß- und Radweg in Richtung Oker zur Straße Am Sudmerberg, die wie die Sudmerbergstraße ihren Namen nach dem Berg erhalten hat, an dessen Fuß sie liegt.

Am Beginn der Sudmerbergstraße steht die ehemalige katholische Kirche. Die 1969 errichtete St. Barbara-Kirche wurde 2006 geschlossen. Ecke Nußanger befindet sich das 1952 errichtete evangelisch-lutherische Gemeinde- und Pfarrhaus St. Peter. Anfangs ist die Sudmerbergstraße, wie hier allgemein üblich, mit den typischen Siedlungshäusern bebaut. In Höhe des Marktplatzes am Nußanger finden wir die Sudmerbergschule, die in drei Bauabschnitten von 1949 bis 1959 errichtet wurde. Zum Zeitpunkt des Baus wurde die Polizeistation vom Erlenweg in die Sudmerbergstraße, in das sogenannte „Hexenhaus“ vor dem alten Konsum verlegt. Am 03.08.1950 zogen die ersten 504 Schüler/innen von der Goethe- und Schillerschule in Goslar, wohin sie vorher zu Fuß laufen mussten, in die neue Schule um. Sie wurde zum kulturellen Mittelpunkt des Stadtteils mit evangelischen und katholischen Gottesdiensten bis 1969, Stadt- und Schulbüchereien, Musikabenden und Volksschulkursen.

Im Jahr 1953 entstand der Sportplatz hinter dem Schulgebäude. Der Besuch der Orientierungsstufe in Oker und schwache Nachrückjahrgänge ließen sie derart schrumpfen, dass sie seit 1980 nur noch als Grundschule fungiert. Seit Mitte 2011 bis Januar 2012 wurde eine umfangreiche, energetische Sanierung des Schulgebäudes vorgenommen. Weiter in Richtung Oker ändert sich die Bebauung der Straße. Zu den netten, kleinen Siedlungshäusern gesellen sich vier versetzt angeordnete 6-Familienhäuser und ein 8- stöckiges Hochhaus mit 24 Wohnungen.

Schon um das 9. Jahrhundert gab es an der Okerfurt eine Siedlung, die zuerst Reindertingerrode und Sudburch bezeichnet wurde. Die Sudburg lag südlich von der Pfalz Werla bei Schladen. Diese war der Verwaltungsmittelpunkt der gesamten am Harz gelegenen Königsgüter. Sie übertrug ein Stück Verwaltung an die Sudburg. Diese Burg lag am weitesten südlich am Harzrand und wurde demzufolge massiv befestigt. Im 15. Jh. wurde ein äußerer Ring der Stadtbefestigung um die Stadt Goslar angelegt und Wachtürme auf dem Sudmerberg, Försterberg, Rosenberg und der Okerfurt errichtet. So war es möglich, eventuell anrückende Feinde frühzeitig zu erkennen Die Sudmerberger Warte diente zudem als Feuerturm, um im Fall eines Brandes in der Stadt schnell warnen zu können. Bereits 1442 wird der Berg, der mit 355 m Höhe ü.NN. im Vergleich zu den Harzbergen eher ein Hügel ist, auf einer alten Karte als Sudborgerberch und 1682 als Suthmar-Berg bezeichnet.

Bis 1960 wurde am Sudmerberg in Oker über Tage in einigen kleinen Steinbrüchen Sandstein abgebaut. Die gelblichen Kalksandsteine des Sudmerberges wurden früher als Bausteine eingesetzt, unter anderem beim Bau des Zwingers und bei den Wachtürmen. Der um 1400, ursprünglich aus Holz gebaute „Wartturm“ auf dem Sudmerberg brannte 1670 nach einem Blitzschlag ab. Der aus Sandstein neu errichtete Rundturm dient heute noch als Aussichtsturm. Er ist 12 m hoch und hat einen Durchmesser von 5,5 m. Der Eingang liegt in etwa 4 m Höhe und ist durch eine an der Rückseite herumführende Außentreppe zu erreichen. Im Innern befindet sich eine gut begehbare Wendeltreppe mit Steinstufen und beidseitigem Geländer. Nach Erreichen der Aussichtsplattform hat man einen wunderbaren Pano-ramablick auf Goslar und Umgebung. Der in krassem Kontrast stehende, hochmoderne Fernseturm befindet sich in diesem Mo-ment gottlob im Rücken des Betrachters.

Quellen:

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Katalog für Goslar, Rammelsberg, Steinberg, Georgenberg, Sudmerberg und Ohlhof

Der Katalog ist das Ergebnis eines Projektes der Oskar-Kämmer-Schule in Zusammenarbeit mit dem örtlichen Jobcenter, das von der Stadt Goslar, der GMG, der Stadtbus Goslar GmbH und dem Heimatforscher Hans-Günther Griep unterstützt wurde. Ein Team aus 13 Projektteilnehmern hat sich mit der Historie und Namensgebung der Goslarer Straßen beschäftigt und erfasste Straßennamen, fotografierte Straßen, recherchierte bei Bedarf im Stadtarchiv und befragte Zeitzeugen.

Auch wenn das Projektteam stets einen hohen Qualitätsstandard vor Augen hatte, so erhebt dieser Katalog nicht den Anspruch, den Kriterien wissenschaftlichen Arbeitens zu genügen. Auch können Fehler inhaltlicher oder sonstiger Art leider nicht ausgeschlossen werden. Hierfür bitten wir um Verständnis.