Die Oberharzer Wasserwirtschaft

Was uns heute wie eine ruhige und romantische Seen- und Teichlandschaft mit historischen Bauwerken am Wegesrand erscheint, ist mit Abstand das größte und bedeutendste vorindustrielle Energieversorgungssystem weltweit. Schon vor 800 Jahren hat das Wasser im Oberharz als entscheidende Kraftquelle die Wasserräder der Bergwerke und Hütten angetrieben, über- und untertage.

Um fortan Silber, Blei und Kupfer aus dem Minen zu fördern, blieb die Wasserkraft bis ins späte 19. Jahrhundert die einzige Energiequelle.

Dazu wurde Regenwasser in Gräben gesammelt, in Teichen gespeichert, zu den Verbrauchern hin- und später wieder abgeleitet. In keinem Bergbaurevier wurde jemals eine derartig hohe Anzahl von wasserwirtschaftlichen Objekten und komplexen Systemen angelegt und bis heute teilweise sogar in betriebsbereitem Zustand erhalten.

Die Väter der Oberharzer Wasserwirtschaft waren die Mönche in Kloster Walkenried. Schon damals besaßen die Mönche ein kleines, voll funktionsfähiges und mit allen wichtigen Elementen ausgestattetes Wasserversorgungssystem, das von den Bergleuten über die Jahrhunderte weiterentwickelt wurde. Jetzt zählt nicht nur dieses Wassersystem, sondern auch die bergbauliche „Betriebszentrale“ Kloster Walkenried mit ihrer herausragenden gotischen Bausubstanz zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Da auf dem Oberharz natürliche Fließgewässer so gut wie nicht vorhanden sind, musste großflächig das Regenwasser gesammelt und gespeichert werden. Hierzu wurden im Laufe der Zeit 149 Teiche gebaut, von denen 107 noch heute erhalten sind. Mit einem ausgeklügelten System an Wassergräben, die sich wie die Höhenlinien einer Landkarte über den ganzen Oberharz erstrecken, wurde das von den Hängen herablaufende Wasser aufgefangen und in Speicherteiche geleitet. Hierzu wurden die Hänge des Harzes auf mehr als 500 Kilometer Länge umgeformt.

Über 300 Kilometer derartiger Gräben sind noch heute im Oberharz erhalten. Da diese Gräben mit äußerst geringem Gefälle angelegt wurden, – bis zu einem Meter auf 1500 Meter – bergen sie ein bedeutendes touristisches Potenzial. Denn auf den Revisionswegen können Besucher ohne beschwerliches Bergsteigen mit oft herrlichem Fernblick durch den Oberharz wandern, an den Teichen verweilen oder darin baden. Von den 31 Kilometer wie Tunnel durch die Berge getriebenen sogenannten Wasserläufen sind alle erhalten und viele davon auch für Besucher erschlossen.

Geführte Touren 2019

Kultur trifft Natur - über und unter Tage durch das Weltkulturerbe Oberharzer Wasserwirtschaft:

Freuen Sie sich auf spannende Wanderungen, die beispielweise den Zellerfelder Kunstgraben, die Hirschler-Pfauenteiche und die landschaftlich wunderschön gelegenen Teiche um Buntenbock anvisieren. Angesteuert wird in diesem Jahr auch wieder die Huttaler Widerwaage mit ihrem ausgeklügelten Prinzip, das Wasser in zwei Richtungen fließen zu lassen, sowie der Sperberhaier Damm mit dem großen Kolk, der wunderbar zeigt, dass nicht nur die Römer meisterlich Aquädukte bauen konnten. Für Überraschung sorgt hingegen das ein oder andere Novum. Kinder können bei einer Märchenwanderung spielerisch in die Thematik der Oberharzer Wasserwirtschaft eintauchen. An Hobby-Fotografen und auch Profis richtet sich das Angebot einer Fototour durch den Bremerhöher Wasserlauf, wo sie sich beim Fotografieren mit nur wenig Licht ausprobieren können. Möchte der interessierte Besucher außerhalb von Clausthal-Zellerfeld die Bergwerkstechnik und Wasserwirtschaft erkunden, so ist das nun bei Touren in Wildemann in Verbindung mit dem 19-Lachter-Stollen sowie auch in Bad Grund zusammen mit der Schachtanlage Knesebeck möglich.

Broschüren mit allen Touren und Terminen downloaden...

Weitere Informationen:

Gerne vermitteln wir Ihnen spezielle Gruppenangebote rund um das Thema "Oberharzer Wasserwirtschaft".

Tourist-Information Goslar
Stadtführungen/Gruppenreisen
Markt 7, 38640 Goslar
Tel. 05321 780620, Fax 05321 780644
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Weitere Informationen finden Sie in der Broschüre "Das Kulturdenkmal Oberharzer Wasserregal".

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