Radon ist ein natürlich auftretendes, radioaktives Edelgas, welches in Gesteinen und dem Boden enthalten ist. Das Element kommt in verschiedenen Mineralien vor und entsteht bei dem Zerfall von Uran. Durch den Untergrund kann das Gas in Gebäude eindringen und sich dort anreichern.

Seit Dezember 2020 ist sowohl die Stadt Goslar als auch der Landkreis Goslar, Clausthal-Zellerfeld und Braunlage per Allgemeinverfügung als Radonvorsorgegebiet festgelegt. Dieses sind Gebiete in denen, in einer verhältnismäßig großen Anzahl der vorhandenen Gebäude (>10 %), der Referenzwert von 300 Bq/m³ Radon überschritten wird (§ 153 Strahlenschutzverordnung (StrlSchV)).

In Radonvorsorgegebieten gelten zusätzliche Anforderungen für den Radonschutz bei Neubauten und an Arbeitsplätzen in Erd- und Kellergeschossen eines Gebäudes.

Pflichten

Neubau
Wer ein Gebäude errichtet, hat erhöhte bauliche Radonschutzmaßnahmen zu ergreifen, um den Zutritt von Radon aus dem Baugrund zu verhindern oder erheblich zu erschweren.

Rechtsgrundlage:

  • § 123 Strahlenschutzgesetz (StrlSchG)
  • § 154 StrlSchV

Arbeitsplatz

Arbeitgeber/innen und Selbständige, welche für Arbeitsplätze in Keller- und Erdgeschossen von Gebäuden verantwortlich sind, haben an diesen Arbeitsplätzen die Messung der Radon-222- Aktivitätskonzentration zu veranlassen.

Überschreitet die Konzentration von Radon an diesen Arbeitsplätzen den Referenzwert von 300 Bq/m³, müssen unverzüglich Maßnahmen zur Radon-Reduzierung eingeleitet werden. Der Erfolg dieser Maßnahmen muss anschließend entsprechend der gesetzlichen Fristen durch eine Messung nachgewiesen werden.

Rechtsgrundlage:

  • § 127 StrlSchG
  • § 155 StrlSchV

Zuständig für die Überwachung der Pflichten ist das Gewerbeaufsichtsamt Braunschweig. Das Bundesamt für Strahlenschutz hat einen Leitfaden zum Thema Radon an Arbeitsplätzen in Innenräumen sowie ein Stufenkonzept geeigneter Maßnahmen entwickelt. 

Maßnahmen sind zum Beispiel:

  • Lüften als Erstmaßnahme, gezieltes und effektives Lüften durch Lüftungsplan (Durchzug notwendig um die Innenraumluft in möglichst kurzer Zeit komplett auszutauschen)
  • gezielte Beeinflussung der Luftdruckdifferenz zwischen Gebäudeinnerem und Bodenluft
  • die Begrenzung der Rissbildung in Wänden und Böden mit Erdkontakt
  • Abdichten von Türen und Leitungen zum Keller
  • die Verwendung diffusionshemmender Betonsorten und anderer geeigneter Dämmmaterialien
  • das Absaugen von Radon an Randfugen oder unter Abdichtungen

„Allgemeinverfügung des GAA Braunschweig vom 30.11.2020 (4035/06/10)“ als pdf-Dokument downloaden.

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