Goslarer Straßennamenkatalog - Bergknick


Bergknick

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Die Straße Bergknick ist eine Abzweigung von der Vienenburger Straße. Sie ist eine schmale und bergansteigend verlaufende Straße mit einer Kreuzung. Von dieser zweigt links der Fichtenweg und rechts der Kiefernbrink ab. Etwas nach links versetzt beginnt hier der Tannenstieg und verläuft bergansteigend geradeaus. Hinter der Kreuzung endet der parallel zum Tannenstieg weiter verlaufende Bergknick als Sackgasse.

Der Bergknick ist eine Einbahnstraße. Bis zur Kreuzung gehören nur die Ein- und Zweifamilienhäuser und Grundstücke mit Gärten auf der linken Straßenseite zum Bergknick. Die Ansiedlungen auf der rechten Seite der Straße gehören zum Dornbusch. Diese Grundstücke sind mit hohen Gartenhecken abgegrenzt. Auf der linken Seite am Anfang des Bergknicks zweigt ein Fußgänger- und Radweg in eine Parkanlage ab. Sie verläuft parallel zu den mit hohen Hecken abgegrenzten Gärten der Bewohner vom Bergknick bis zum Fichtenweg.

Am Ende der Straße befindet sich in höherer Lage das Schützenhaus und Freizeitheim Sudmerberg. Im Jahr 1950 gründeten die Mitglieder des Schießklubs den Schießklub Sudmerberg. 1954 wurde aus dem Schießklub der Schützenverein Goslar-Sudmerberg. Das Schützenhaus und Freizeitheim wurde 1974 mit Gastraum und Nebenräumen in Betrieb genommen. Linksseitig vor dem nur anfänglich geteerten Parkplatz des Schützenhauses führt eine Treppe in die Sackgasse.

In der Zeit von 1953 bis 1961 wurde die Straße Bergknick, Am Bergknick genannt. Am Bergknick bezeichnete laut Stadtkarte von 1954 außerdem Weideflächen im Osten von Sudmerberg. Die Straße Bergknick wurde nach der Flur Bergknick zwischen Vienenburger Straße und des Nordwest-Hangs des Sudmerbergs bezeichnet. Ein Bergknick bezeichnete im Mittelalter weiträumige Umfassungen von forst- und landwirtschaftlich geprägtem Gebiet zum Schutz der hier lebenden Landbevölkerung, die auf verteilt liegenden Wohnplätzen und Höfen innerhalb des Schutzgebietes siedelten. Knick ist somit ein Sammelbegriff für die Landwehr. Früher befanden sich hier wohl ineinander geknickte Dornenhecken auf dem Wall der Landwehren zur Grenzmarkierung und Umfriedung von Siedlungsgebieten, Feldern und Viehweiden. Der Sudmerbergturm, auch Wartturm genannt, war Teil des Befestigungsringes. Er diente als Vorposten und zur Überwachung der Landwehr. Die Landwehr war eine Grenzbefestigung aus mit Wasser gefüllten Gräben und aus mit Dornenhecken gesicherten Wällen.

Quellen:

  • Grundner-Culemann, Alexander; Flurnamen des Stadtkreises Goslar; Selbstverlag des Geschichts-und Heimatschutzvereins Goslar e.V.; Goslar 1966
  • Griep, Hans-Günther; Goslar-Die Befestigungsanlagen, 1. Auflage 1992; Verlag GZ Karl Krause
  • Schleier, Ferdinand; 50 Jahre Siedlergemeinschaft Goslar- Sudmerberg; Nordharzer Druckerei Ausgabe 1986
  • Stadt Goslar, Informatinsbroschüre Bauen und Wohnen
  • Stadt Goslar, Bauamt, Straßenverzeichnis

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Katalog für Goslar, Rammelsberg, Steinberg, Georgenberg, Sudmerberg und Ohlhof

Der Katalog ist das Ergebnis eines Projektes der Oskar-Kämmer-Schule in Zusammenarbeit mit dem örtlichen Jobcenter, das von der Stadt Goslar, der GMG, der Stadtbus Goslar GmbH und dem Heimatforscher Hans-Günther Griep unterstützt wurde. Ein Team aus 13 Projektteilnehmern hat sich mit der Historie und Namensgebung der Goslarer Straßen beschäftigt und erfasste Straßennamen, fotografierte Straßen, recherchierte bei Bedarf im Stadtarchiv und befragte Zeitzeugen.

Auch wenn das Projektteam stets einen hohen Qualitätsstandard vor Augen hatte, so erhebt dieser Katalog nicht den Anspruch, den Kriterien wissenschaftlichen Arbeitens zu genügen. Auch können Fehler inhaltlicher oder sonstiger Art leider nicht ausgeschlossen werden. Hierfür bitten wir um Verständnis.